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TRAUUNGSREDEN
 

Trauungsrede:
(631)

Verehrtes Brautpaar,

gleich nach meiner kleinen Ansprache werde ich sie fragen, ob es Ihr freier Wille ist, die Ehe miteinander einzugehen. Sie werden meine Frage wohl mit einem eindeutigen Ja beantworten.

Ich werde Ihnen vorab nicht erzählen, dass durch Ihre Eheschließung für Sie nun ein absolut neues Leben beginnt oder ein neuer Weg vor Ihnen liegt, oder über den Sinn und Zweck der Ehe referieren.

Schließlich kennen Sie sich gut und Sie stimmen auch in Ihren Vorstellungen überein, was Sie von einer Ehe erwarten und wie Ihre Beziehung aussehen kann.

Sie sind nach reiflicher Überlegung zum Standesamt gekommen. Sie haben sich entschieden, Ihren Lebensweg an der Seite des Partners zu gehen und nun bewusst die Lebensform mit Trauschein gewählt, weil Sie sich sagen, wir wollen zusammenbleiben, wir vertragen uns gut, wir passen zusammen, wir wollen uns gegenseitig unterstützen, für einander da sein, miteinander alt werden.

Dessen, wie wichtig es ist die Wahl des Partners richtig getroffen zu haben, sind Sie sich bewusst. Über die Höhen und Tiefen im Leben wissen Sie gut Bescheid.

Was Sie auch wissen, ist dass Sie gemeinsam stark sind. So lässt sich nicht nur der ganz normale Alltag zu zweit besser bewältigen, auch Probleme können gemeinsam viel besser gelöst werden.

Glückliche Gefühle fliegen einem wahrlich nicht zu, doch Seite an Seite können Sie Schatzsucher des Glücks werden.






Sich glücklich zu schätzen hängt eben nicht an einem großen Lottogewinn. Glück lässt sich vor allem durch kleine Erlebnisse im zwischenmenschlichen Bereich erfahren, z.B. abends heimzukommen und festzustellen, da ist jemand der auf mich wartet und sich auf mich freut.

Clemens Brentano hat das natürlich schöner formuliert:
„Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.“

Der Reichtum der Liebe ist also nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in Gefühlen:
- sich loslassen zu können und doch getragen zu sein
- Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen
- Halt zu geben und Halt zu finden
- Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren
- Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren

„Es ist immer ein Glück, wenn sich zwei Menschen finden und einander so gut verstehen, dass sie zusammenbleiben wollen, denn das Glück geliebt zu werden, ist das höchste Glück auf Erden.“ schrieb Herder in seinem „Eid“.

Die Liebe zu einem anderen Menschen ist etwas, das auf Dauer angelegt ist. Wenn man einen Menschen liebt, will man ein Leben lang mit ihm zusammen sein.
Was man an dem anderen schätzt ist seine ganze Persönlichkeit, sein Wesen, seine Verhaltensweisen.

So sagen Sie heute bewusst ja zum Partner. Sie erklären sich heute bereit, ihn bzw. sie so anzunehmen, wie Sie sind. Mit allen Fehlern und Schwächen, aber auch Talenten und Stärken.
Sie erklären sich bereit, alle Höhen und Tiefen im Leben gemeinsam zu erleben und auch den ganz normalen Alltag zu verbringen.



Ich möchte Sie einladen, in diesem kurzem Augenblick vor Ihrem Ja-Wort, Revue zu passieren und darüber nachzudenken, was Sie alles schon gemeinsam erlebt haben: schöne und schwierige Stunden.

Denken Sie an die aufregenden Stunden des kennen Lernens, die ersten gemeinsamen Stunden zu zweit, oder wie Sie zusammen die ersten Unstimmigkeiten gemeistert haben.

Denken Sie an Ereignisse zurück, die vor allem deshalb etwas Besonderes waren, weil Sie einander hatten, sich austauschen konnten, tiefgründige Gespräche führten oder den anderen einfach nur auf etwas Schönes aufmerksam machten, um diesen Augenblick mit ihm zu teilen.

Erinnern Sie sich zurück an gemeinsame Urlaubstage, die besonders schön waren, oder den Moment, in dem Sie beschlossen haben, zu heiraten.

Frau …………………………………………. und Herr …………………………………………., Sie nehmen nun die gegenseitige Verantwortung an, unterstützen sich im täglichen Umgang miteinander und treten einander offen und vertrauensvoll gegenüber.

Ihrem gemeinsamen Glück steht nichts mehr im Wege, ich bitte deshalb Sie und Ihre Trauzeugen sich für das Ja-Wort mit mir von den Plätzen zu erheben.











Ich frage Sie, Herr …………………………………………., wollen Sie mit der hier anwesenden Frau …………………………………………. die Ehe schließen, dann antworten Sie mit ja.
Ich richte meine Frage nun an Sie, Frau …………………………………………., ist es auch Ihr Wille, mit dem hier anwesenden Herrn …………………………………………. die Ehe einzugehen, dann antworten Sie ebenfalls mit ja.

Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit Ja beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.
Herzlichen Glückwunsch.

Sie können sich nun Ihre Ringe anstecken, die als Symbol Ihrer Verbundenheit gelten.
Sie dürfen die Braut jetzt küssen!
Wir sind noch nicht ganz am Ende der Eheschließung, deshalb bitte ich Sie, sich noch einmal zu setzen.
Ich werde nun den Heirateintrag vorlesen, der eine Art Protokoll der Eheschließung ist. Bitte hören Sie gut zu, damit eventuelle Unrichtigkeiten noch geändert werden können ……..

Sind alle Angaben korrekt? Dann bitte ich Sie beide, und danach Ihre Trauzeugen, mit Vor- und Zunamen untereinander hier zu unterschreiben.
Herr ………………………………………….! Frau ……………………………………….!

Ich darf Ihnen jetzt Ihre Urkunden überreichen.









Zum Abschluss möchte ich Ihnen nun noch ein Gedicht von Clemes Brentano mit auf den Weg geben:

Glück ist gar nicht mal so selten, Glück ist jeder neue Morgen
Glück wird überall beschert, Glück ist bunte Blumenpracht,
vieles kann als Glück uns gelten, Glück sind Tage ohne Sorgen,
was das Leben uns so lehrt. Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist, Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss, Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst, Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist auch ein lieber Gruß. Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine Stille Stunde, Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück ist auch ein gutes Buch, Glück kennt keine Jahrezeit,
Glück ist Spaß in froher Runde, Glück hat immer der gefunden,
Glück ist freundlicher Besuch. Der sich seines Lebens freut.


Sehr geehrtes Brautpaar, ich gratuliere Ihnen und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute auf Ihrem gemeinsamen Weg, vor allem, dass Ihre gemeinsamen Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen mögen.



 
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