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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (637)

Liebes Brautpaar, werte Trauzeugen,
sehr geehrte Hochzeitsgäste. Ich darf Sie alle recht herzlich zur standesamtlichen Trauung begrüßen!


Sie Herr Mag. … und auch Sie Frau Mag. …. sind mit Ihren Verwandten und Freunden hierher auf dieses Standesamt gekommen um Ja zu sagen. Gemeinsam wollen Sie nun Ihren weiteren Lebensweg fortsetzen und Miteinander wollen Sie in Zukunft durch Dick und dünn gehen. Ihr Berufsstand ist ja QUA DEFINITIONEM für Korrektheit bekannt. Daher will ich heute ganz besonders darauf achten, nichts Falsches und nichts Uneindeutiges zu sagen und die Verfahrensschritte genau zu beachten. Sonst stellen Sie nachher noch einen Formfehler fest und wollen nächste Woche wieder erscheinen. Doch jetzt im Ernst. Es freut mich, dass ich bei diesem feierlichen Akt mitwirken kann und Ihnen in weiterer Folge die Frage stellen darf, ob Sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Aber bevor es so richtig ernst wird, gestatten Sie mir vorher noch ein paar persönliche Worte:

Sie beide schließen heute – ganz nüchtern betrachtet – einen Vertrag, der, und so sieht es auch das Gesetz, das ganze Leben Bestand haben soll. Ihre Beziehung wird von einer gewissen Unverbindlichkeit heraustreten und übergehen in eine Ehe. Eine Ehe bedeutet nicht nur eine bloße Gefühlsbindung, sondern man geht dem anderen gegenüber auch Verpflichtungen ein, willigt ein, dem anderen auch an weniger guten Tagen zur Seite zu stehen. Eine Ehe einzugehen, heißt aber vor allen Dingen, daß man nicht so leicht die Flinte ins Korn werfen kann und soll.


Für Sie beide hat die Ehe aber noch eine weitere und tiefere Bedeutung. Das Ja-Wort schweißt Sie als Familie zusammen. Sie, liebes Brautpaar, finden Lebensglück und Lebenssinn in Ihrer kleinen Familie mit Ihren Kindern Friedrich und Heidrun – und ein drittes ist ja schon unterwegs. Sie wissen, daß Elternschaft in erster Linie auch Verantwortung bedeutet, die manchmal gar nicht so leicht zu tragen ist. Es ist eine ständige Aufgabe und Herausforderung bis die Kinder groß sind. Und auch dann bleibt man stets Mutter und Vater und wünscht sich einen engen Kontakt zu seinen Kindern.

In einer Familie sind die Beziehungen nie einseitig. Die Liebe, die Sie sich geben, kommt auch wieder zu Ihnen zurück. Viele schöne Stunden können Sie zusammen genießen. Mal sind die Kinder Anlaß zur Freude, mal unternehmen Sie als Paar etwas zusammen und genießt so richtig Ihre Zweisamkeit. Hier ist es wichtig die richtige Mischung zu finden.
Aber mit einem verständnisvollen Partner an der Seite ist das sicher einfacher und darum darf ich Sie zu Ihrem Entschluß, heute die Ehe zu schließen, beglückwünschen und Ihnen eine harmonische gemeinsame Zukunft wünschen.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen schönen Text von einem arabischen Weisen vortragen, der wie ich finde, gut zum heutigen Tag passt:

Deine Kinder sind nicht deine Kinder,
Sie kommen durch dich, aber nicht von dir, und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht.
Du kannst ihnen deine Liebe geben,
aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele.
Denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das du nicht besuchen kannst.
Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleichzumachen.
Denn das Leben geht nicht rückwärts
Und verweilt nicht beim Gestern.
Du bist der Bogen, von dem deine Kinder
Als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass den Bogen in deiner Hand Freude bereiten.


Wenn nun heute Ihre Verwandten und Bekannten diesen Festtag mit Ihnen feiern, ist es ein Zeichen, wie wichtig es ist, eine Familie und Freunde zu haben, die das Glück und die Freude teilen, aber die auch da sind, wenn es einmal über Probleme zu beratschlagen gibt. Appropo Probleme.

Es ist Ihnen sicherlich bewußt, dass es auch in der besten Ehe zu Meinungsverschiedenheiten und somit zu Problemen kommen kann. In jeder Ehe kommt es früher oder später einmal dazu. Da brauchen Sie nur Ehepaare fragen, die schon lange verheiratet sind, sie werde Ihnen das sicher bestätigen. In so einem Fall ist es wichtig, dass Sie sich dann an den Anfang Ihrer Beziehung erinnern. Wie war das damals doch gleich? Man wollte dem Partner alles recht machen, ihn nicht kränken und hatte Geduld mit ihm. Man sah über viele Kleinigkeiten hinweg und das kleine Wort VERZEIHUNG hatte Zauberwirkung.

Aber zu einer wirklich guten Ehe gehören auch Zwei gute Verzeiher.
Wie hat schon Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt: Im Ehestand muß man sich sogar manchmal streiten, denn dadurch erfährt man etwas voneinander, denn die schlimmsten Eheprobleme sind die, von denen der andere keine Ahnung hat.

Aber kommen wir nun zu einem viel wichtigeren Thema; nämlich der Liebe, die Sie sicher füreinander empfinden. Gestatten Sie mir, Ihnen ein Gleichnis mit in Ihre Ehe mitzugeben.


Meiner Meinung nach ist die Liebe vergleichbar mit einem wunderschön blühenden Rosenstock. Wenn man den Strauch immer hegt und pflegt, kann man sich immer wieder an den Blüten und den Duft der Rosen erfreuen, wenn man jedoch die Pflege vernachlässigt, ihn nicht düngt und gießt, befallen ihn Schädlinge, er wird welk, vertrocknet und geht ein. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie sich Ihre Liebe, die sie heute füreinander im Herzen tragen – den sinnbildlichen Rosenstock, bewahrt wie einen Schatz, auch wenn Sie von den sicherlich vorhandenen Dornen - welcher Rosenstock hat die nicht – ab und zu einmal gestochen werdet.

Mit diesen Worten schließe ich nun meine Ansprache und nun kommen wir zum amtlichen Teil dieser Zeremonie.
Ich bitte nun das Brautpaar sich von ihren Plätzen zu erheben, denn ich werde jetzt die Frage an Sie richten, mit deren Beantwortung Sie den Bund Ihrer Ehe schließen werden:

Ich frage Sie nun Herr Mag.…., wollen sie aus eigenem und freien Willen die Ehe mit Ihrer Braut Frau Mag. …eingehen, dann antworten Sie mir bitte mit JA:

Die gleiche Frage richte ich nun auch an Sie Frau Mag …. Ist es auch Ihr Wille und freier Entschluß, Ihren Bräutigam Herrn Mag. ….zum rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen zu wollen, dann antworten Sie mir bitte ebenfalls mit JA:

Nachdem Sie beide meine Fragen in Anwesenheit Ihrer beiden Trauzeugen und Festgäste übereinstimmend mit JA beantwortet haben, spreche ich Kraft des mir verliehenen Amtes aus, dass Sie von heute an rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Liebes Brautpaar!
Sie haben heute zwei glänzende Eheringe mitgebracht. Sie wissen, der Ring ist ein altes Symbol für die Liebe und die Partnerschaft. Achten Sie darauf, daß der Glanz dieser Ringe und somit Ihr Glück niemals verblasst, und wenn doch, so verwenden Sie gegebenenfalls ein Poliermittel (Blumenstrauß) um den Glanz wieder aufzufrischen. Denn wie heißt es so schön: Zwei Ringe, zwei Herzen, zwei Meinungen, ergeben zusammengezählt eine einzige Ehe.

Bitte nehmen Sie nun den Ringwechsel vor. Kuss

Bitte nehmen Sie wieder Platz.

Aus Anlaß Ihrer Hochzeit wurde im Ehebuch ein neuer Eintrag vorgenommen, den ich nun verlese und den zu unterschreiben ich das Ehepaar ... und die Trauzeugen ersuche.

Liebes Ehepaar!

Sie haben nun vor mit, den Trauzeugen, Ihren Angehörigen und Freunden den Bund der Ehe geschlossen und wir sind nun daher am Ende dieser Feier angelangt. Mir bleibt nun nur noch übrig, Ihnen meine allerherzlichsten Glückwünsche und alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg auszusprechen.
 
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