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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (638)

Liebes Brautpaar, werte Trauzeugen, sehr geehrte Hochzeitsgäste!
Ich darf Sie alle recht herzlich hier am Standesamt begrüßen!

Ich freue mich heute ganz besonders, dass ich die ehrenvolle Aufgabe habe, Ihre Eheschließung zu gestalten und darf Sie alle ganz herzlich hier im Standesamt willkommen heißen.

Sie, Herr Bgm. ..und Sie Frau.., Sie beide sind heute mit Ihren Kindern und Angehörigen hier auf dieses Standesamt gekommen um den Bund der Ehe zu schließen. Heute wollen Sie Ihre Beziehung legalisieren, obwohl die Ehe nur eine andere Variante des Zusammenlebens ist. Denn das Glück ist nicht vom Trauschein abhängig, sondern von der Lebensweise und der Einstellung zum Leben überhaupt. Aber bevor ich zum eigentlichen Teil der Eheschließung komme, möchte ich noch ein paar persönliche Worte an Sie Beide richten.

Lassen Sie mich zu Beginn ein paar Worte zu Ihrem Amt als Bürgermeister der Gemeinde … sagen, Herr ...
Dieses Amt neben dem Beruf auszufüllen ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Sich in der Politik für das Gemeinwohl einer Kommune zu engagieren ist nicht immer leicht. Oft sind verschiedene Interessen gegeneinander abzuwägen und die beste Lösung für alle Beteiligten zu suchen. Oft muss man – auch wenn es schwer fällt - Kompromisse schließen, um möglichst viele Argumente berücksichtigen zu können.

Politik – und wenn es auch nicht die ganz große Politik auf Landes- oder Bundesebene ist – verschlingt viel Zeit. Es ist Ihre Freizeit, die Sie zugunsten des Allgemeinwohls ihrer Gemeinde opfern. Einmal da eine Sitzung, dann dort eine Besprechung, dann wieder eine Fahrt nach St. Pölten zur Landesregierung um die dringend benötigten Bedarfszuweisungen zu erbitten – ich weiß wovon ich spreche, auch ich bin im Gemeinderat vertreten – und zu Hause warten Frau und Kinder und wollen den Ehemann bzw. Vater auch einmal in die Arme schließen. Daher ist auf einen Bürgermeister oft der Titel der Posse „Der Zerrissene“ von Johann Nestroy anzuwenden.

Ist dieses Amt doch ein Balanceakt zwischen Berufs- und Privat-leben. Nicht immer gelingt er zur Zufriedenheit aller.

Da muss man Ihnen Frau …. die größte Hochachtung aussprechen, dass Sie die Toleranz für diese Tätigkeit Ihres Verlobten aufbringen.
Bedeutet es doch so manches Mal, dass Sie Ihre Interessen zurückstecken müssen und z.B. auf ein gemeinsames Ausgehen verzichten, wenn eine Sitzung anberaumt ist oder Sitzungsunterlagen im Vorfeld studiert werden müssen. Diese Freiheit, die Sie Ihrem Verlobten dadurch zugestehen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern basiert auf gegenseitiger Achtung, Zuneigung und Wert-schätzung.

Aber viele Eigenschaften von Ihnen Herr Bürgermeister …., die bei Ihrer Tätigkeit als Ortsoberhaupt zutage treten, sind auch in einer guten Partnerschaft von größter Wichtigkeit.

Ich will nur einige davon nennen: Gut zuhören können, die Bereitschaft Kompromisse einzugehen, die Meinung des anderen gelten lassen, dem anderen Achtung und Rücksicht entgegen-zubringen.
Eine Partnerschaft ist mit einem Wort eine Politik im Kleinen. Auch hier gilt es viele Ziele gemeinsam zu verwirklichen, Entscheidungen zu treffen und Kompromisse zu schließen. Dabei kommt es auf das Verhalten beider Partner ganz entscheidend an. Doch schon Cicero sagte:

Nichts ist schwierig für den, der liebt.


In diesem Sinne freue ich mich mit Ihnen, dass Sie nun den Entschluss gefasst haben, heute die Ehe zu schließen. Dafür kann ich mir nur den Grund vorstellen, den ich schon in meinem Zitat genannt habe. Nämlich Ihre Liebe zueinander, die Sie schon mit zwei kleinen Jungs gekrönt haben und die Ihr ein und alles sind.


Ich will Ihnen jetzt über die Liebe keinen großen Vortrag halten. Sie sind sich sicher über dieses wunderbare Gefühl dass Sie füreinander empfinden im Klaren. Aber gestatten Sie mir trotzdem Ihnen ein kleines Gleichnis mit in Ihre Ehe zu geben.

Meiner Meinung nach ist die Liebe vergleichbar mit einem kostbaren, schön geschliffenen Glas. Man nimmt es gerne in die Hand, hält es gegen das Licht, damit es sich darin bricht und entdeckt immer neue Seiten bzw. Facetten. Man geht im Gebrauch damit behutsam um, denn es ist etwas Kostbares.
Aber mit der Zeit wird es an seinen Platz gestellt, man nimmt es nicht mehr so oft in die Hand und das schöne kostbare Glas wird zum Alltag und ganz langsam verstaubt es.
Damit das nicht passiert, sollte man es so oft wie möglich in die Hand nehmen. So wie man es hält, so bricht sich das Licht darin, strahlt auf einem zurück und bringt Freude, Verstehen und Neugier auf eine noch unentdeckte Seite, die sich in ihm verbirgt.
Aber Vorsicht, hält man das Glas zu fest, kann es geschehen, dass man es zerdrückt, hält man es dagegen zu unsicher, kann es einem aus der Hand gleiten.

So wie das Glas, nicht zu fest aber auch nicht zu sicher, immer neue Seiten suchen, nicht zum Alltag werden lassen, so solltet Ihr Eure Liebe behandeln damit Ihr lange - wenn möglich ein ganzes Leben lang – Freude daran habt.


Jetzt bin ich mir meiner Ansprache am Ende und nun kommen wir zur eigentlichen Trauungszeremonie. Dazu ersuche ich das Brautpaar sich von Ihren Plätzen zu erheben, denn jetzt werde ich die alles entscheidende Frage an Sie richten mit deren Beantwortung Sie den Bund der Ehe schließen:

Ich frage Sie nun, Herr Bgm….: Wollen Sie aus eigenem und feien Willen die Ehe mit Frau …. eingehen dann antworten Sie mir bitte mit JA.

Nun frage ich auch Sie, Frau ….: Wollen auch Sie aus eigenem und freien Willen die Ehe mit Herrn Bgm. …. eingehen, dann antworten Sie mir bitte ebenfalls mit JA.

Nachdem Sie meine Fragen in Anwesenheit Ihrer Trauzeugen, mit JA beantwortet haben, spreche ich Kraft des mir verliehenen Amtes aus, daß Sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Bitte nehmen Sie nun den Ringwechsel vor

Aus Anlaß Ihrer Hochzeit wurde im Ehebuch des Standesamts-verbandes Lichtenwörth ein neuer Eintrag vorgenommen, den ich nun verlese und den zu unterschreiben ich das Ehepaar … und die Trauzeugen ersuche.

Sehr geehrtes Ehepaar …!

Sie haben nun vor mir, Ihren Trauzeugen, Angehörigen und Freunden den Bund der Ehe geschlossen. Als Schlusswort möchte ich Ihnen nun noch ein kleines Gedicht mit in Ihre Ehe geben:

Ich will jeden Tag ein Stück mit Dir gehen, etwas Dir geben, Dir sagen, wie froh es mich macht, an Deiner Seite zu leben, Deine Zuneigung, Dein Verständnis und Deine Stärke zu spüren.
Denn wir alle sind nur Engel mit einem Flügel.
Wir müssen einander umarmen,
wenn wir in den Himmel fliegen wollen.

Wir sind nun am Ende dieser Feier angelangt und mir bleibt nun nur noch übrig, Ihnen meine allerherzlichsten Glückwünsche auszusprechen.



 
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