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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (640)

Wertes Brautpaar, liebe Trauzeugen und Gäste,

ich begrüße sie recht herzlich hier im Trauzimmer des Standesamtes .... Ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist .... Ich freue micht heute ihres Eheschließung gestalten zu dürfen.

Sie beide sind heute hierher gekommen, um vor mir den Bund für’s Leben zu schließen.
So wie Ihre Verlobung nur eine lose Bindung war ist die Ehe ein Versprechen öffentlicher Natur, ein öffentlicher Akt. Sie schließen einen Vertrag, und Ihre Aufgabe in der Ehe wird es sein diesen Vertrag mit Leben zu füllen.

Das Wort „Ehe“ selbst setzt sich aus nur drei Buchstaben zusammen, hinter denen sich jedoch für das Leben der Ehepartner entscheidende Wertvorstellungen verbergen, auf die sie sich im gemeinsamen Leben stützten sollen.

„E“ wie Ernsthaftigkeit, der Anfang. – Ich gratuliere Ihnen zu diesem Entschluss, die Ehe einzugehen. Denn gerade in der heutigen Zeit wird häufig behauptet, dass heiraten nicht zeitgemäß ist. Viele Menschen halten es für ein überholtes Relikt, und für altmodisch, sich öffentlich zu binden. Vielleicht haben sie aber auch nur Angst die vermeintliche Freiheit aufzugeben.

Sie beide haben jedoch den Mut aufgebracht, der notwendig ist um heute vor mir zu erscheinen. Sie haben die Angst überwunden und sind offen für die gemeinsame Zukunft. Denn trotz aller sich rasch wandelnder menschlicher Lebensformen ist und bleibt die Ehe und Familie dennoch die kleinste und bedeutenste Zelle der Gemeinschaft.

Sie beruht auf der für das ganze Leben gschlossenen Gemeinschaft und auf den besonders engen Bindungen, auf der Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau, der gegenseitigen Liebe, auf Achtung und Vertrauen.
An die Eheschließung heute knüpfen sich aber auch weitreichende Rechtsfolgen, wie die Vermögensverwaltung, das Güterrecht, die Namensführung und vieles mehr. Sie übernehmen ab heute nicht nur Rechte sondern auch Pflichten gegenüber ihrem Partner.

Mit dem Ja-Wort dass sie sich im Anschluss geben, legen wir somit den Grundstein einer gemeinsamen Zukunft zweier Menschen.

Den zweiten Buchstaben der „Ehe“ – die Mitte, das „H“ – kann man gleichsetzen mit dem Begriff Heimat.

Obwohl immer mehr Menschen auf der Erde leben, besteht eine Tendenz, dass die einzelnen Menschen immer einsamer werden.




Selbst dort, wo sie aufeinandertreffen, im Alltag, im Berufsleben ja auch sogar in der Familie, werden die zwischenmenschlichen Kontakte immer weniger – immer kälter. Keiner hat Zeit für den anderen denn jeder hat genug mit sich selbst zu tun, mit den eigenen Sorgen, Ängsten und Wünschen.

Aber gerade in Ihrer jungen Ehe sollten Sie sich bemühen, dass Ihre Ehe eine Heimat der Geborgenheit, Sicherheit und menschlichen Wärme ist und bleibt.

Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden! Die Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen.

Denn der sich vollziehende Reifungsprozess von Mann und Frau zu einem Ehepaar von der Partnerschaft zur Ehegemeinschaft, mit all seinen Freuden und Beschwerden, mit Glück und Leid, mit Ängsten und Sorgen vor dem Morgen und den folgenden Jahren bringt Sinnerfüllung und Bewährung im Leben.

Zum Schluss unserer buchstäblichen Betrachtung des Wortes „Ehe“ kommt das letzte „E“, die Endgültigkeit.

Die Innigkeit und Einzigartigkeit Ihrer Beziehung einerseits und die Bedeutung dieses Schrittes, die Ehe einzugehen, andererseits zielt ab auf eine Beziehung von Dauer, die von Treue geprägt ist. Das bedeutet auch, den anderen stets anzunehmen wie er ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Denn man kann nicht für Ehe und Liebe seine ganze Zeit investieren, ja sein Leben einsetzten, ohne das Vertrauen zu haben, lebenslang verbunden zu sein und aufeinander bauen zu können, gerade in schwierigen Zeiten.

Dieses eheliche Vertrauen und die Treue können und sollen bis ins hohe Alter durchhalten, ja dort eigendlich erst richtig zur Reife gelangen.

Auf humorvolle und sinnige Weise sagt uns der norddeutsche Dichter und Lyriker Theodor Storm:

Die Liebe – welch eine Dunst!
Doch in der Ehe – da steckt die Kunst!

Dieser Spruch sagt schon aus, dass auch ihn ihrer Ehe in Zukunft besonderes abverlangt wird, doch wenn Sie sich ab und zu bei gegebenen Anlässen der Ernsthaftigkeit, der Heimt und der Endgültigkeit Ihrer Ehe bewusst werden, wird Ihnen ein harmonisches Zusammenleben garantiert sein, und viele gemeinsame, glückliche Tage werden sicher nicht ausbleiben.


Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein paar Zeilen eines bekannten Liedes von Herbert Grönemeyer mit auf den Weg geben. (Lied abspielen oder text lesen) Das Lied heißt Demo und der Refrain klingt folgendermaßen:

Ich bin
Dein siebter Sinn
Dein doppelter Boden
Dein zweites Gesicht.
Du bist
Eine kluge Prognose
Das Prinzip Hoffnung
Ein Leuchtstreifen aus der Nacht
Irgendwann find\' und lieb ich dich

Sie beide haben sich gefunden und lieben sich, und ich wünsche ihnen, dass der Partner für sie

- in schwierigen Zeiten der doppelten Boden ist, der ihnen Hoffnung gibt, und die schwierigen Zeiten vorüber gehen lässt.
- Das er die kluge Prognose ist die sich zu einer harmonischen Ehe, mit vielen glücklichen Momenten und fröhlichen Stunden entwickelt,
- und der siebte Sinn ist, der ihnen auch ihn Zukunft den Weg weisen wird.

 
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