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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (696)

Liebes Brautpaar, werte Trauzeugen und Gäste!


Erlauben Sie mir, dass ich mich kurz vorstelle: Mein Name ist ..........., ich bin Amtsleiter/in der Gemeinde ............. und wie es im Burgenland üblich ist, auch Standesbeamter/in.

Name Braut, Name Bräutigam, Sie haben sich heute hier eingefunden, um vor dem Gesetz den Bund der Ehe zu schließen. Damit setzen Sie ein äußeres Zeichen Ihrer inneren Verbundenheit, Ihrer Liebe zueinander.
Sie werden vor dem Gesetz ein Ehepaar, d.h. aus dem ICH und DU wird nun ganz offiziell und vor allem mit dem gemeinsamen Familiennamen ein WIR und aus dem MEIN und DEIN ein UNSER.

Sie beide haben die Zeit vor der Ehe genützt, um einander kennen zu lernen. Sie haben in der Zeit Ihrer bisherigen Partnerschaft schon die vielen Vorzüge, aber auch die kleinen oder auch größeren Schwächen des anderen kennen gelernt. Sie haben bestimmt schon einige Meinungsverschiedenheiten ausgetragen und sich wieder versöhnt.
Sie haben gegenseitiges Verständnis und vor allem Liebe gesucht und gefunden. Sie haben den Glauben und das Vertrauen, Ihren Lebensweg gemeinsam zu gehen, und das von nun an in Form einer EHE.

Was aber ist eine Ehe? Was bedeutet sie? Oder lassen Sie mich das Pferd von hinten aufzäumen, was bedeutet sie nicht?

Eine Ehe bedeutet sicher nicht, sich selbst für den anderen aufzugeben, sondern vielmehr gerade in der Gemeinsamkeit seine Persönlichkeit entfalten zu können.

Die Ehe bedeutet auch nicht, den Partner nach seinen Vorstellungen ändern zu wollen. Ich bin mir sicher, Sie lieben und respektieren einander so wie Sie sind, und Respekt dem Partner gegenüber ist für mich das wichtigste in einer Beziehung überhaupt.



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Denn mit diesem heutigen JA sagen Sie bewusst ja zu Ihrem Partner, zu seinen Stärken und Schwächen, seiner Liebe und seinen Unzulänglichkeiten, zu seinen Talenten, aber auch zu seinen Fehlern, so wie der Partner zu Ihnen JA sagt.
Sie werden die Höhen und Tiefen im Leben gemeinsam erleben, aber auch den ganz normalen Alltag zusammen verbringen.

Wirklich kennen und verstehen kann man sich in einer Ehe nur, wenn man sich dem Partner mitteilt und über Gedanken, Gefühle, Wünsche und Probleme, und vor allem die Bedürfnisse spricht, wenn man dem anderen zuhört, immer offen für ihn bleibt und sich immer Zeit füreinander nimmt.
Oftmals ist es auch notwendig, Kompromisse zu schließen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu erzielen. Man sollte Fehler eingestehen und dem anderen auch recht geben können und nicht nur aus purem Egoismus auf seinem Standpunkt beharren.

Name Braut, Name Bräutigam, Sie beide werden in Ihrer Ehe das Glück finden, das Sie sich erhoffen, wenn Sie sich ehrlich bemühen, den anderen zu verstehen und zu respektieren. Sie werden es aber insbesonders dann finden, wenn Sie selber nicht so sehr glücklich sein, sondern vielmehr glücklich machen wollen.
Es gibt dazu einen schönen Spruch von Jörn Pfennig, der besagt: „Wenn man begriffen hat, dass Lieben wichtiger ist als Geliebtwerden, ergibt sich das Geliebtwerden ganz von selbst.“

Nehmen Sie also das Wagnis dieser Ehe – bitte verzeihen Sie, aber jede Ehe ist ein kleines Risiko - mit dem Bewusstsein auf sich, dass Sie eine Verpflichtung eingehen, nämlich dafür zu sorgen, den anderen glücklich zu machen.
Gehen Sie diese Ehe aber auch mit dem Bewusstsein ein, den anderen so zu nehmen wie er ist und erwarten Sie nicht mehr von ihm als Sie selbst ihm geben können.
Seien Sie ihm auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg nicht nur Liebes- sondern auch Lebenspartner, also ein guter Kamerad, ein treuer Freund und ein angenehmer Weggefährte.



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Darf ich Sie nun bitten, dass Sie sich von Ihren Plätzen erheben.

Herr ................., sind Sie gewillt, mit der hier anwesenden ............... den Bund der Ehe zu schließen?
Frau ................................, sind Sie gewillt, mit dem hier anwesenden ....................... den Bund der Ehe zu schließen?

Zur Bekräftigung Ihres Versprechens überreichen Sie bitte einander die Eheringe.

Der Ring galt schon im 1. Jahrhundert n.Chr. als Zeichen der Liebe und Treue von Ewigkeit, so wie ein Ring eben keinen Anfang und kein Ende hat. Sie sollen ihn als Zeichen Ihrer Zusammengehörigkeit am Finger tragen, und er soll Sie immer daran erinnern, dass Sie sich das Versprechen gegeben haben, gemeinsam durchs Leben zu gehen, Freud und Leid miteinander zu teilen und immer zusammenzuhalten und zueinander zu stehen.

Nun, nachdem Sie vor den Trauzeugen und vor mir als Standesbeamtin Ihren freien Willen erklärt haben, den Bund der Ehe miteinander eingehen zu wollen, spreche ich Kraft meines Amtes und im Namen der Republik Österreich aus, dass Sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind.
Sie dürfen sich jetzt küssen!

Als Zeugnis für Sie und für jedermann wurde diese Ehe in das Ehebuch der Gemeinde Neudorf eingetragen, welches ich jetzt verlesen werde.

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch gerne eine kleine Geschichte vorlesen, welche – so finde ich – das Wesen einer Partnerschaft sehr treffend umschreibt. (Geschichte zur Ehe, Partnerschaft oder Liebe).

Ich habe nun das Glück und die Freude, Ihnen beiden zu Ihrem gemeinsamen Lebensbund alles Liebe und Gute wünschen zu dürfen. Pflegen Sie Ihre Liebe, Ihre Ehe, damit dieser Tag der Beginn eines wirklich glücklichen Ehelebens wird!

 
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