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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (699)

Liebe …., lieber …., liebe Trauzeugen, liebe Familie und Freunde!

Ich freue mich, dass ich Euch heute, hier bei mir im Standesamt …… begrüßen darf.

Ihr seid heute zu mir ins Standesamt gekommen, um den Bund fürs Leben zu schließen.
Doch bevor wir zum Höhepunkt des heutigen Tages kommen, möchte ich Euch gerne noch ein paar persönliche Worte, mir auf euren neuen gemeinsamen Lebensweg geben.

Wenn sich zwei Menschen, so wie ihr Zwei, entschließen zusammen zu bleiben, dann stehen Sie am Beginn einer gemeinsamen Lebenszeit.

Die Entscheidung füreinander, ist für beide der Anfang einer gemeinsamen Geschichte. Ihr werdet euch sozusagen euren eigenen Lebensroman schreiben.

Denn es soll ja darum gehen, sich zusammen ein gemeinsames Leben aufzubauen. Ihr Zwei plant und gestaltet also euer gemeinsames Leben, und entwickelt so eure Lebensgeschichte.

Und wie ein richtiges Buch, wird auch eure Lebensgeschichte viele verschiedene Kapitel haben.
Ein Kapitel wird sich z.B. mit allen Höhen und Tiefen der Partnerschaft befassen, ein weiteres mit eurem ersten gemeinsame Kind dem ….., ein anderes vielleicht mit eurer Firma, und wie ich euch einschätze, werden euch bestimmt noch viele, viele weitere Kapitel einfallen.

Und bevor Ihr nun ab jetzt Seite um Seite füllen werdet, werdet ihr euch zuerst fragen, welche Pläne und Ziele ihr für euer Leben habt, und wie sich eure Vorhaben verwirklichen lassen.

Es kann vielleicht auch einmal sein, dass ihr eine andere Richtung einschlagen müsst, sodass eure Geschichte einen neuen bzw. einen anderen „Drive“ (wie man so schön sagt) bekommt.

Ein Roman hat ja oft überraschende Wendungen, er geht auch nicht stur von A nach B!
So wird es auch in einer EHE sein, eine Ehe folgt auch nicht immer einen einmal eingeschlagenen Muster, sondern ist auch offen für Veränderungen.

Im Unterschied zu den meisten Romanen wird eure Geschichte von zwei Autoren geschrieben. Das heißt, zwei Menschen müssen sich verständigen, ihr sollt euch einig sein, wie der gemeinsame Roman aussehen sollte – dass einfach die Geschichte, die jeder von euch im Kopf hat, zusammen passt.

Damit sich eure gemeinsame Geschichte entwickelt, werden bestimmt auch einmal ein paar Kompromisse notwendig sein! Es soll ja schließlich drum gehen, sich aufeinander ein zu stellen und aufeinander abzustimmen.

Und wenn zwei Menschen ihre gemeinsame Geschichte schreiben, wird die Gemeinsamkeit auch immer stärker werden. Sie werden zusammen wachsen und sich das Zusammenleben zurechtzimmern, was bei euch schon sehr gut funktioniert.

Schon in der Schule haben wir ja bekanntlich gelernt, dass eine Geschichte aus einer Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss besteht.

Heute gibt es sozusagen die „Einleitung“ zur eurer Geschichte.
Die verbindliche Zusage zu euren Partner, dass ihr den Weg wagen wollt.
Und es ist auch ein Wagnis.
Aber wie heißt es oft so treffend: „Die besten Geschichten schreibt das Leben!“

Einen Teil eurer Einleitung habt ihr ja eigentlich schon geschrieben. Ihr habt ja schon eine gewisse Zeit miteinander verbracht, ihr habt schon viel miteinander erlebt und auch schon gemeinsam etwas aufgebaut.

Und nun habt ihr euch entschlossen, nicht mehr als Partnerin und Partner durchs Leben zu gehen, sondern in Zukunft als Ehefrau und Ehemann.

Es ist sicher eine besondere Herausforderung, ab jetzt, nicht mehr alleine den Lebensweg zu beschreiten, sondern ihn ganz bewusst, mit dem öffentlichen Bekenntnis der Ehe zu zeigen, dass ihr den gemeinsamen Weg gehen wollt.

Und somit kommen wir auch schon zum Hauptteil von eurer „Geschichte“. Im Hauptteil von einem Roman ist meist die größte Spannung im positiven Sinn.
Und es wird sicher auch zwischen euch so manche Spannungen geben, alleine durch die Unterschiedlichkeit, die Mann und Frau in die Ehe mitbringen.

Mitentscheidend für euer gelingendes Miteinander wird sicher sein, dass Ihr auch in schwierigen Zeiten gemeinsam eure Geschichte weiter schreibt –
in den Zeiten eurer gemeinsamen Freude und des geteilten Glücks, sowie auch in den Zeiten, wo nicht immer alles so harmonisch verläuft.

Das ist natürlich eine Herausforderung, aber auf der einen Seite eine große Chance, voneinander zu lernen.

Ihr werdet dem anderen seine Persönlichkeit vielleicht nicht immer verstehen, aber ihn trotzdem so annehmen, mit all seinen Stärken und Ermutigungen, aber auch mit all seinen Schwächen und „Macken“ – die ja schließlich jeder von uns hat…

Am Schluss von einem guten Buch, besonders von einem Krimi, gibt’s meist die Auflösung der Handlung. Und gute Bücher fesseln die Leser bis zum Schluss.
Ich wünsche euch, dass auch euer gemeinsamer Lebensweg – im besten Sinne des Wortes – eine fesselnde Geschichte wird.

Damit ihr wie am Ende von einem gelesenen guten Buches sagen könnt: Ja, es war großartig, dass wir damit angefangen haben!
All die Mühe, all die Zeiten, das ganze Lachen, all die Freude und all die Tränen waren nicht vergeblich.

Niemand von uns weiß, wie eure Geschichte verlaufen wird, der Inhalt und der Schluss sind noch offen. Die Geschichte ist noch von euch selber zu schreiben.

Aber ich denke, dass ihr viele Freunde und Familienmitglieder habt, die euch auf diesem Weg begleiten werden.

Menschen, die euch dabei unterstützen werden, dass eure Lebensgeschichte eine ganz besondere wird.

Mit eurem heutigen Ja Wort vertraut ihr aneinander euer Lebensglück an, Ihr gebt euch damit das Versprechen, in allem was die ungewisse Zukunft bringen mag, zusammen zu stehen und zusammen zu halten.

Und daher möchte ich nun gerne zum wichtigsten Teil des heutigen Tages übertreten…
Ich bitte nun euch beide, liebes Brautpaar, euch von euren Plätzen zu erheben, damit Ihr euer Versprechen vor mir und eurem beiden Trauzeugen abgeben könnt.

Konsensgespräch
 
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