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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (702)

Geschätzte Trauzeugen, geschätzte Hochzeitsgäste!
Ich darf Euch alle hier im Standesamt der Marktgemeinde ……………., recht herzlich begrüßen.

Ganz besonders begrüßen möchte ich aber die beiden Personen, die heute im Mittelpunkt stehen, nämlich das Brautpaar ……….. und …………….

Am Beginn Eurer Trauung möchte ich Euch eine kurze Geschichte vorlesen.

Ein junger Mann hatte einen Traum.
Hinter der Ladentheke sah er einen Engel.
Hastig fragte er ihn: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ Der Engel gab ihm freundlich zur Antwort: „Alles, was Sie wollen.“ Der junge Mann sagte: „Dann hätte ich gerne:
Eine Frau, die mich versteht und auf die ich mich verlassen kann, eine glückliche Ehe, die bis zu unserem Lebensende glücklich bleibt; gute Freunde, die uns auf unserem Lebensweg begleiten; Kinder, die sich gut entwickeln und an denen wir unsere Freude haben; und, und, und.......“ Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte:
„Entschuldigen Sie, junger Mann,
Sie haben mich verkehrt verstanden.
Wir verkaufen keine Früchte hier,
wir verkaufen nur den Samen.“

In dieser Geschichte hat ein junger Mann große Wünsche: ein perfektes Leben, eine glückliche Ehe, Kinder, die sich gut entwickeln und viele Freunde, die ihm beistehen. Der Engel gibt ihm aber zu verstehen, dass man ein perfektes Leben nicht kaufen kann, sondern dass jeder Mensch selbst verantwortlich für das, was er aus seinem Leben macht. Auch ihr beide …………. und ………….. seid selbst verantwortlich, für euer Leben und für das Gelingen Eurer Ehe.
Ihr habt schon einen großen Grundstein für euer Zusammenleben gelegt:
Ihr habt euch bereits ein gemütliches Heim geschaffen, Ihr habt eurem Sohn, ………….. das Leben geschenkt.

Heute macht ihr beide wieder einen großen Schritt. Ihr wollt ja zu einander sagen und in der Gesellschaft aufzeigen: Wir gehören zusammen – wir wollen unseren Lebensweg gemeinsam gehen.

Dieses Ja ist ein großer Schritt in eurem Leben, erlaubt mir deshalb auch, euch ein paar Gedanken mit auf den Weg zu geben.

Ihr denkt sicherlich gerne an euer Kennen lernen zurück, an den Moment in dem ihr zum ersten Mal ganz deutlich gespürt habt, das ist die Richtige bzw. das ist der Richtige für mich: ich habe den Menschen gefunden, mit dem ich mein Leben verbringen möchte.

Gerne denkt man auch an den ersten Kuss, an das erste mal wenn der Partner sagt „Ich liebe dich“ zurück. Zu diesem Zeitpunkt schweben alle Verliebten im 7. Himmel, hoffen dass dieses Gefühl nie enden möge.

Aber das Gefühl der „Schmetterlinge im Bauch“ ändert sich im Laufe der Ehejahre. Aber keine Angst: Aus dem verliebt sein entwickelt sich ein anderes schönes Gefühl von Vertrautheit, von Geborgenheit von Partnerschaft.

Für das tägliche Zusammenleben und den freundlichen Umgang miteinander ist gerade eine Partnerschaft sehr wichtig.
Vom Partner erwarte ich mir, dass er für mich da ist, dass er sich für mich einsetzt, dass er mich unterstützt und hilfsbereit ist.

Aber Partnerschaft alleine ist zu wenig für eine glückliche Ehe.
Der wichtigste Punkt in einer glücklichen Ehe ist die Liebe zum Partner. Die darf nicht verloren gehen, man muss täglich daran arbeiten, oftmals sehr hart arbeiten. Man muss die Liebe schützen und was wichtig ist, man darf die Liebe des Partners nicht als selbstverständlich hinnehmen.
Damit der Alltag in eurer Ehe nicht überhand nimmt und alles selbstverständlich wird, ist wichtig das ihr Euch die Zärtlichkeit zum Partner erhält.
Zärtlichkeiten sind aber mehr als nur liebevolle Berührungen. Unter den Begriff Zärtlichkeit fallen auch kleine Aufmerksamkeiten, ein nettes Kompliment, ein Blumenstrauß, den man ohne Anlass geschenkt bekommt, und vieles andere mehr. Zärtlichkeit bedeutet für jedes Paar etwas anderes.

Der zweite wichtige Eckpunkt, der zum Gelingen Eurer Ehe beiträgt, ist sicherlich die Treue zueinander.
Treue und Vertrauen sind sehr eng miteinander verbunden.

Treue in der Partnerschaft heißt doch:

Ich vertraue dir,
wir halten zueinander – und was besonders wichtig ist –
wir lassen uns auch genügend Freiraum für die persönliche Entfaltung.

Viele Paare, die gescheitert sind, haben aber die persönliche Freiheit über die Interessen der Familie gestellt und die Bedürfnisse des Partners übersehen. Damit Euch das nicht passiert ist es wichtig, dass ihr Euch Zeit füreinander nehmt und viele Gespräche führt.
Ich bitte euch, schenkt euch bewusst jeden Tag ein paar Minuten Zeit für einander:
Zeit für gemeinsame Interessen und Hobbys Zeit für Gespräche Zeit, um Probleme zu lösen und Zeit, um miteinander zu lachen.

Wie in jeder Beziehung wird es auch bei Euch einmal zu Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten kommen.

Diese könnt ihr nicht durch Schweigen oder euch aus dem Wege bereinigen, sondern nur durch ein offenes, ehrliches Gespräch.

Ich bitte Euch, stellt Euch Eurem Streit, werft nicht gleich das Handtuch und trennt Euch. Die meisten Probleme und Schwierigkeiten lassen sich durch das miteinander Reden oder auch einmal durch einen Streit lösen.
Ganz wichtig ist auch, dass man den Partner respektiert:
In Eurer Ehe sollt ihr euch bemühen, die Bedürfnisse des Partners zu erfahren und darauf einzugehen. Jeder von Euch soll an dem teilnehmen, was den anderen berührt, bekümmert, begeistert und Ihr sollt die Freuden aber auch Eure Probleme und Sorgen gemeinsam teilen.


Liebe ……….., lieber …………., die Verantwortung, die Ihr gleich übernehmt, ist keine einfache Aufgabe, aber eine sehr schöne Aufgabe.
Mit Eurem Ja –Wort geht Ihr die Verpflichtung ein, in der Gemeinschaft der Ehe leben zu wollen, einander zu fördern, füreinander zu sorgen und eure Kinder zu erziehen.

Bevor wir nun zum wichtigsten Schritt am heutigen Tage kommen, bitte ich euch, euch noch ein letztes mal als Verlobte zu küssen, denn in ein paar Minuten küsst ihr euch dann als Eheleute

Wenn ich dich küsse
ist es nicht nur dein Mund
nicht nur dein Nabel
nicht nur dein Schoß

ich küsse auch deine Fragen
deine Wünsche
ich küsse dein Nachdenken
deine Zweifel
deinen Mut
und deine Liebe zu mir

ich küsse
deinen Fuß
der heute hergekommen ist
und mit mir in die Zukunft gehen wird
ich küsse dich
wie du bist
wie du sein wirst
morgen und später
an allen Tagen unserer Ehe



Ich ersuche euch nun aufzustehen und meine Frage, die ich an euch zu richten habe, frei und ungezwungen zu beantworten.

Ich frage Dich, Frau …………….. ist es dein freier Wille mit deinem hier anwesenden Bräutigam Herrn ………………. den Bund der Ehe zu schließen, so antworte bitte mit „Ja“

Ich frage nun auch dich Herrn ……………….. ist es auch dein freier Wille mit deiner hier anwesenden Braut Frau ……………… den Bund der Ehe zu schließen, so antworte auch du bitte mit „JA“

Ihr habt Euer ja zueinander gesprochen, dieses Ja, das Ihr in Eurer Ehe immer wieder erneuern sollt.
Ich freue mich bekannt geben zu dürfen, dass ihr ab sofort rechtmäßig verbundene Eheleute seid.


Die Eheringe kennen wir als sichtbares Zeichen nach außen hin. Tragt Eure Ringe nicht nur als Schmuckstück sondern werdet Euch immer wieder aufs Neue bewusst, dass ihr beide zusammen gehört und verbunden seid.


Jedes Ehepaar hat eigene Wünsche und Vorstellungen, bzgl. ihrer Ehe. Ein Patentrezept für eine glückliche Ehe gibt es nicht.


Ich wünsche Euch für Euer Eheleben, dass alle eure Träume und Hoffnungen, die ihr am heutigen Tage habt, in Erfüllung gehen mögen.


Bevor nun alle gratulieren dürfen und wir mit einem Glas Sekt auf euer Eheglück anstoßen, möchte ich Euch noch ein Zitat von Marie von Ebner Eschenbach mit auf den Weg geben:


Die Erfahrung lehrt uns,
dass Liebe und Ehe nicht darin bestehen, dass man einander nur ansieht, sondern, dass man in die gleiche Richtung blickt.



 
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