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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (706)

Liebes Brautpaar,


man sieht es Ihnen beiden an, wie sehr Sie sich auf den heutigen Tag gefreut haben und wir hier

freuen uns natürlich mit Ihnen.


Sie beide Frau und Herr haben den wichtigen und bedeutenden privaten Teil zu

unserem heutigen Zusammentreffen beigtragen. Sie haben sich kennen- und schätzen gelernt.

Zuneiung zueinander gefunden und sich dann entschlossen eine Ehe miteinander einzugehen, Sie

haben sich entschlossen, Sie beide wollen zusammen bleiben.


Sie werden jetzt vielleicht mit Erwartungen und Hoffnungen hier sitzen. Sie werden vielleicht neugierig

und interessiert sein oder nervös und aufgeregt, weil Sie nicht recht wissen, was eigentlich auf Sie

beide zukommt. In Gedanken vielleicht mit Dingen beschäftigt, die Sie sich für Ihre Ehe erträumen

oder mit Vorstellungen, wie Ihre Ehe aussehen soll. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn sich nicht alles

erfüllt. Denn Sie beide sind jetzt gefragt. Es kommt nun auf Sie beide an, was Sie aus Ihrer Ehe

machen wollen, wie Sie Ihre Ehe gestalten wollen.


Etwas möchte ich aber auch zu Ihrer Eheschließung beisteuern, außer meiner Beurkundung.

Etwas das Ihnen in Erinnerung bleibt, an das Sie gerne zurückdenken können. Denken Sie daran,

wenn es einmal nicht so gut läuft, wenn Sie an einem Tiefpunkt angekommen sind. Denken Sie daran,

was Sie bewogen hat diesen Schritt, diesen Neuanfang miteinander zu wagen.


\"Es gibt Pflanzen, die haben unangenehme Eigenschaften, die so bestimmend sind,

dass man ungeachtet Ihrer sonstigen Qualitäten die ganze Pflanze nach Ihnen benennt:


Dornen – zum Beispiel!


Es gibt andere Pflanzen, die haben dieselben Fehler, aber Sie haben so bestimmende

angenehme Eigenschaften, dass man Sie nicht nur trotz der Fehler, sondern wirklich

mit den Fehlern liebt.

Man freut sich, die Fehler berücksichtigen zu können – Sie gehören einfach dazu –

diese Pflanzen bekommen dann einen schönen, wohlklingenden Namen:

Rosen – zum Beispiel.

Diesen Spruch von Hans-Joachim Eckstein möchte ich Ihnen für Ihre Ehe mitgeben. Es kommt nun

auf Sie beide an, ob Ihre Ehe Dornen oder Rosen gleicht, ob in Ihrer Ehe unangenehme oder ange-

nehme Eigenschaften von Ihnen beiden bestimmend sind oder ob die sonstigen Qualitäten unbeachtet bleiben.

Sie beide kennen bestimmt die Fehler und Macken Ihres Partners, es ist nun an Ihnen, Ihren Partner

trotz den Fehlern oder mit den Fehlern zu lieben. Diese nicht ganz einfache Aufgabe müssen Sie ab

heute gemeinsam lösen. Seien Sie offen und ehrlich zueinander. Versuchen Sie sich zu ergänzen und

auszugleichen. Bringen Sie Gleichgewicht in Ihre Ehe, bei dem keiner von Ihnen beiden zu kurz kom-men sollte.


Jeder Mensch braucht seinen Freiraum – auch in der Ehe. Jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. Ver-

suchen Sie Ihre Waage genannt Ehe auszubalancieren. Sie beide bestimmen nun Ihren Weg, geben

die Richtung an, setzten Prioritäten. Eine interessante, schöne gelegentlich sicher auch mühevolle

Aufgabe, aber es lohnt sich.


Ich wünsche Ihnen, dass in Ihrer Ehe angenehme Eigenschaften bestimmend sind, und dass Sie

merken, dass unangenehme Eigenschaften, das können Kleinigkeiten sein, die Ihnen erst jetzt

auffallen, einfach dazu gehören. Es ist nur die Frage mit diesen Eigenschaften richtig umzugehen.

Gehen Sie gelassen damit um und versuchen Sie großzügig zu sein. Machen Sie unwichtige Dinge

nicht zu Schicksalsfragen und nehmen Sie sich Zeit füreinander und für wichtige Dinge.


Und lernen Sie vor allem das eine vom andern zu unterscheiden. Reden Sie miteinander und räumen

Sie dadurch Unklarheiten aus oder Dinge die Sie stören. Denn Probleme, die sich zwangsläufig

ergeben, können nur durch das Miteinanderreden aufgedeckt und ausgeräumt werden. Hier zeigt sich

dann auch wieviel Verständnis und Rücksicht Sie für Ihren Partner haben. Aber zum Miteinanderreden

gehört auch das Zuhören können. Hören Sie also auch hin, wenn Ihr Partner Ihnen etwas sagen möchte.


Was Sie jedoch mit der heutigen Eheschließung auf jeden Fall deutlich machen, ist Ihr Wille zu einer

Gemeinschaft auf Dauer und nach außen. Vor dem Gesetz, vor den Mitmenschen und vor allem vor

sich selbst zu zeigen, wir gehören zusammen. Wir beide wollen unser weiteres gemeinsames Leben

miteinander teilen und auch Verantwortung für den anderen übernehmen.



Tragen Sie beide Ihren Teil zum Gelingen Ihrer Ehe bei. Nehmen Sie nicht alles selbstverständlich und hüten Sie Ihre Ehe wie eine kleine Kostbarkeit.


\"Die Ehe ist und bleibt die wichtigste Entdeckungsreise die der Mensch unternehmen kann.\"


Für Ihre Ehe wünsche ich Ihnen nun alles Gute. Außerdem wünsche ich Ihnen, dass Ihre Hoffnungen

und Erwartungen in dieser Ehe in Erfüllung gehen. Weiterhin wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihre Ehe so

gestalten können wie Sie sich das beide vorstellen.


Nach meinen guten Wünschen komme ich nun zum gesetzlichen Teil der Trauung. Ich möchte nun

das Brautpaar und die Trauzeugen bitten, zum wichtigsten Teil des Tages mit mir aufzustehen.


 
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