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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (712)

Liebes Brautpaar!

Meine heutige Traurede möchte ich mit einem Zitat von Hermann Hesse beginnen, das besagt:

„Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauer in neue andre Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Unter anderem war es bestimmt der Zauber des Anfangs, der Sie heute bis hier ins Trauzimmer geführt hat.
Aber auch der Wunsch nach einem Neubeginn, einem anderen Lebensabschnitt, den Sie gemeinsam gestalten möchten, hat sicherlich eine große Rolle gespielt.

Sie haben beide schon erfahren, dass es in jedem Leben Höhen und Tiefen gibt und bringen dementsprechend eine große Lebenserfahrung mit in diese Verbindung.
Anders gesagt: Sie sind keine unbeschriebenen Seiten, sondern das Buch des Lebens hat schon einige Seiten beschrieben.

Diese beschriebenen Seiten, Ihre Erlebnisse, stellen einen unschätzbaren Wert dar. Sie sind die Basis, aus der heraus Sie Ihre Zukunft gestalten.
Damit bauen Sie auf einem soliden Fundament Ihr zukünftiges, gemeinsames Leben auf.

Dazu kommt, vom Partner verstanden zu werden und sich von ihm verstanden zu wissen. Als Mensch bei sich selbst angekommen zu sein und zu wissen: mein Mann bzw. meine Frau mag mich genau so, wie ich bin und möchte mich nicht verändern.

Diese Art von Verständnis erzeugt eine tiefe Verbindung und zuverlässiges Vertrauen zwischen Ihnen. Und gegenseitiges Vertrauen macht stark, zuversichtlich und mutig.

Es gibt den Mut, zu sagen: wir möchten Verantwortung füreinander übernehmen, Kummer miteinander tragen, Sorgen oder Probleme miteinander durchstehen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, heißt es deswegen treffend in einem deutschen Sprichwort.

Im Gegenzug dazu sind die glücklichen Tage und Stunden natürlich doppelt so schön. Denn dass sich das Glück steigert, wenn wir den anderen daran teilhaben lassen, sagt uns der erste Teil des oben erwähnten Sprichworts: Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Um dies alles, die schönen und die schwierigen Zeiten, auch weiterhin zusammen zu erleben und zu meistern, sind Sie heute zum Standesamt gekommen. Um sich das „Jawort“ zu geben und gemeinsam einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Und damit komme ich zum Schlusssatz meiner Rede. Dieser Spruch gehört nicht zu meinem Anfangszitat von Hermann Hesse, passt aber trotzdem perfekt:

Und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit,
etwas Neues zu beginnen
und dem Zauber des Anfangs
zu vertrauen.

Für Ihre gemeinsame Zukunft wünsche ich Ihnen viel Glück und Gesundheit und vor allem, dass Sie sich den Zauber des Anfangs in Ihrer Beziehung zueinander bewahren können.


 
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