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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (721)

O wie lieblich, o wie schicklich,
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Leute, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Aber von Geschlecht verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre,
Dazu nötigen Papiere,
Sowie auch die Haushaltssachen,
Endlich mal in Ordnung machen,
Und in Ehren und beizeiten,
Hin zum Standesamte schreiten,
Wie es denen, welchen lieben,
vom Gesetze vorgeschrieben;
Dann ruft jeder freudiglich:
\"Gott sei Dank! Sie haben sich!\"
Im Sinne von Wilhelm Busch begrüße ich Sie hier, verehrte Frau ..... und Sie, sehr geehrter Herr ....., heute im Trauzimmer des Standesamts ..... im schönen Schloß zu ........ Der Willkommensgruß gilt sowohl dem Brautpaar als auch dem künftigen Ehepaar als einem wichtigen bürgerschaftlichen Teil unserer Gemeinde. Mit einschließen darf ich die Trauzeugen und sie auf ihre im Gesetz vorgesehene Rolle der Mitwirkung hinweisen und zugleich im Voraus hierfür danken. Eltern.

Als Sie Beide, Frau ... und Herr ....., am ....... die Anmeldung der Eheschließung beantragten, haben wir gemeinsam geprüft, ob alle rechtlichen Voraussetzungen für Ihre heutige Eheschließung erfüllt sind. Sie waren und sind erfüllt, jedoch zu einem guten Start in die Ehe gehört noch mehr.

Sie beide, Frau ..... und Herr ......, hatten nämlich längst schon den ebenso wichtigen, ja vielleicht bedeutenderen privaten Teil beigetragen. Sie haben sich .......... kennen gelernt, schätzen gelernt und Zuneigung zueinander gefunden. Das letzte Kapitel einer längeren Geschichte, Ihrer Geschichte, wird heute geschrieben. Da gab es manche Wegstrecken zurückzulegen, vielleicht auch Hindernisse beiseite zu räumen, bis der Entschluss zustande kam, gemeinsam zum Standesamt zu gehen. Bewahren Sie sich diese Zeit des Aufeinandertreffens als ein wichtiges Bindeglied Ihrer Gemeinsamkeit.

Hat der Standesbeamte heute für Sie eine Garantieurkunde vorbereitet oder empfiehlt er die Anwendung einer Zauberformel, die Sie zum glücklichsten Ehepaar macht? Nein, und sollten sie eine solche Erwartung mitgebracht haben, müsste ich Sie nun enttäuschen. Patentrezepte für eine Ehe gibt es nicht.

Zwei junge, erwachsene Menschen legen heute den Grundstein für einen langen, gemeinsamen Lebensweg und gestalten ihre Ehe gemeinsam so, wie es beide für richtig halten.

Jedoch an guten Ratschlägen wollen wir nicht sparen für Sie. Wenn Sie behutsam und pfleglich miteinander umgehen, werden Sie auch in wichtigen Fragen zusammenfinden. Nehmen Sie wirklich ernste Fragen nicht leicht, aber vermeiden Sie, nebensächliche Ereignisse zu Schicksalsfragen zu machen. Bewahren Sie sich also Abstand zu unwichtigen Dingen, seien Sie großzügig bei Kleinigkeiten und lernen Sie, mit manchen Problemen gelassen umzugehen. Fürs erste, so meine ich, könnte dies reichen mit dem Zusatz, verlieren Sie in der Ehe nicht Ihren Humor.

Verehrte Frau ......, sehr geehrter Herr ......., der Vertragscharakter dieser unmittelbar bevorstehenden Handlung kann nicht überdecken, dass der Inhalt dieses Vertrages maßgeblich den Rahmen für die Gestaltung des Lebens zweier Menschen bildet und der Schritt, den zu vollziehen Sie jetzt bereit sind, führt zu neuen Zielen und ein weiterer Abschnitt Ihres Lebens findet mit dem heutigen Tage seinen Abschluss. Mit der Gründung einer eigenen Familie wächst die Verantwortung und es wachsen auch die Sorgen. Aber für den Verlust so mancher Annehmlichkeit des Unverheiratetseins werden Sie reichlich entschädigt durch das Glück in Ihrer eigenen Familie.

Eine richtige Entscheidung, ein wie ich meine erster Schritt in die richtige Richtung ist es, eine Ehe einzugehen. Dem könnten, ja sollten weitere Schritte folgen. Denn eine runde Sache wird die Ehe erst durch die Familie. Zu erleben, wie werdendes Leben beginnt, sich entwickelt, über die Geburt bis zum ersten gesprochenen Wort des eigenen Kindes gehört zu den glücklichsten Erfahrungen im Leben eines Ehepaares. Dass dabei mehr Arbeit entsteht, die mit gemeinsamem Einsatz mühelos bewältigt wird, versteht sich am Rande.

Verehrte Frau ......, sehr geehrter Herr ....., der großen Bedeutung im Leben des Menschen entsprechend wurde die Gründung einer eigenen Familie von alters her, mit dem größten und wohl auch schönstem Fest gefeiert, dem Hochzeitsfest. Das Gesetz verpflichtet die Ehegatten zur Lebensgemeinschaft. Aber weder Gesetz noch Feste bilden eine bleibende Grundlage für eine gute Ehe. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit muss vielmehr aus dem Innersten des Menschen heraus kommen. Liebe und Treue, Achtung und Vertrauen, das sind wohl die wichtigsten Träger einer guten Ehe. Wenn all diese Eigenschaften in einer Ehe vorhanden sind, so wird sich trotz aller Unzulänglichkeiten das Glück einstellen und der Ehestand das werden, was er sein sollte: ein Segensstand.

Möge der Segen dieses Glückes Sie auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg begleiten.

 
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