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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (725)

Sehr geehrte Frau,
sehr geehrter Herr,
sehr geehrte Gäste.

Sie sind alle hier hergekommen, um in den Räumen des Standesamtes von ein Fest einzuleiten, nämlich die Eheschließung von Ihnen, Frau, mit Ihnen, Herrn.

Ich möchte Ihnen heute nun
ein paar heitere Gedanken mit auf den Weg geben, an die Sie sich hoffentlich gerne zurückerinnern.
Die Gedanken sind mir so nach und nach gekommen, als ich mir überlegte:
„Warum und für was mag man sich eigentlich?“

Haben Sie schon einmal bewusst
darüber nachgedacht,
warum gerade Sie ein Paar geworden sind?

Sie, Herr stellten fest,
das ist eine Frau,
die hat das Herz auf dem rechten Fleck, auch Sie, Frau stellten dies in Bezug auf Herrn fest.
Sie haben ein Herz füreinander, das Ihnen hilft, manche kleine Schwäche zu verzeihen.
Ihr Herz ist weit
und nicht kleinlich gegenüber dem anderen.
Es pocht besonders bei einem Wiedersehen nach einer längeren Trennung.
Es ist verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages.

Sie haben schon vor gewisser Zeit
ein Auge aufeinander geworfen.
Vielleicht sind Sie ihm schon
bei Ihrem ersten Treffen ins Auge gestochen oder umgekehrt.
Wie hart dieser Ausdruck
„ins Auge gestochen“ doch ist,
und doch ist etwas Wahres daran.
Der eine war für den anderen etwas Besonderes und Sie wollten sich nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern sich möglichst oft treffen.
Die Augen sind für das Kennenlernen
besonders wichtig,
aber auch im späteren Leben.
Es gilt auch Kleinigkeiten
im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen und manches bewundernd anzuerkennen.
Vergessen Sie in Ihrer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen und auch zu sehen, was macht der andere mir zuliebe.

Kennen Sie das Sprichwort:
Der hat ja Bohnen in den Ohren?
Nichts für die Partnerschaft!
Sie sind ein Paar und ab heute dann ein Ehepaar, weil Sie ein offenes Ohr haben für den anderen, für seine Sorgen, Ängste und Nöte, aber auch für die vielen Freuden im Leben, die der Partner ebenfalls nicht für sich behalten will.
Zuhören bedeutet aber auch,
sich Zeit nehmen für den anderen.

Sie sind nicht auf den Mund gefallen,
sondern sagten irgendwann einmal zueinander, dass Sie sich lieben, dass der Partner einzig ist.
Nicht zuletzt dient der Mund auch zum Küssen.
Vergessen Sie daneben aber nicht,
so manch kleines Kompliment
über die Lippen zu bringen.

Mit Ihren Händen können Sie durch kleine Gesten ebenfalls Ihre Zuneigung ausdrücken.
Hände zum Zuwinken, zum Streicheln
und gar manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen.
Hand in Hand werden Sie heut
als Ehepaar diese Räume verlassen
und dabei außerdem feststellen:

Auch die Beine haben eine Bedeutung!
Nicht immer ist es ganz leicht,
den gleichen Schritt zu halten.
Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter.
Deshalb ist es wichtig,
den anderen mitkommen zu lassen
und auch auf sein Schritttempo
Rücksicht zu nehmen.

Ich möchte nun zum Abschluss
meiner kleinen Rede kommen
und wünsche mir,
dass Sie zwischendurch gerne einmal
an Ihr Herz denken, das füreinander schlägt, an Ihre Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern, an Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten, an Ihre Hände, die stets gerne den anderen spüren, an Ihre Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben.

Zum wichtigsten Teil dieser Stunde kommend, möchte ich nun die Eheschließung vornehmen und darf Sie, liebes Brautpaar bitten, sich dazu von Ihren Plätzen zu erheben.

Trauformel

Ich sagte gerade eben,
der Mund ist auch zum Küssen da,
darum möchte ich Sie nicht
vom Hochzeitskuss abhalten,
bevor Sie wieder Platz nehmen.
 
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