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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (729)

Liebes Brautpaar, Ein großes Hallo auch an Eure Trauzeugen und Gäste des Brautpaares! Ich begrüße Euch und alle Anwesenden ganz herzlich hier in der schönen Stallscheune in Schwelentrup. Heute ist es mir als Standesbeamtin eine ganz besondere Freude, dieses Amt ausüben zu dürfen, denn heute stehe ich Euch nicht als Bekannte und ehemalige Arbeitskollegin gegenüber, sondern als Amtsperson. Oder andersherum: Heute stehe ich als Standesbeamtin Freunden gegenüber! Daher kann ich meine Aufregung nur schwer im Zaum halten und ich möchte mich schon jetzt entschuldigen, wenn ich mich dann mal verspreche sollte. Aber ich hoffe und vermute, dass es euch auch ähnlich geht, oder? Lange habe ich überlegt, was ich Euch für Euer gemeinsames Leben mit auf den Weg geben kann. Habe Bücher gewälzt, im Internet gesurft, fast alle Liebesfilme gesehen aber so richtig kam mir kein Gedanke. Bis es auf einmal funkte und mir die zündende Idee kam! Löschen Bergen Retten Helfen Dieses sind die Schlagwörter der Feuerwehr, der ihr ja, wie uns allen bekannt ist, beide angehört. Und so wie ein Feuer entfachte auch Eure Liebe zueinander. Im Laufe Eurer Beziehung war es sicherlich mal auf kleiner Flamme und drohte zu Ersticken, da Eure Gefühle für einander auf die Probe gestellt wurden und eigentliche Kleinigkeiten einen großen Streit herbeiführten. Dann war und ist es wichtig, dass ihr das Gespräch miteinander sucht, den anderen zuhört und so Eure Zwistigkeiten aus den Weg räumen konntet und das Feuer in Eurem Herzen wieder neu entfachen konntet und könnt. Ihr habt in Eurem gemeinsamen Leben viele Gespräche geführt, verschiedenartige Gespräche erlebt. Einige schwingen ein Leben lang nach, bleiben im Gedächtnis und in der Erinnerung, das Erfrischende und Belebende bleibt wach. Diese Gespräche sind ein bleibendes und prägendes Ereignis. Im Sprechen offenbart sich jeder Mensch dem anderen; er lässt einen Blick in sein Inneres zu; er öffnet sich im Vertrauen auf den anderen. Zuhören ist Zuwenden, Annehmen und Anteilnehmen. Im interessierten Zuhören weiß sich der Partner im anderen vertrauensvoll geborgen, aufgehoben und angenommen. Im Zuhören wird nicht nur die Äußerung, die Meinung und die Ansicht des Ehepartners aufgenommen, sondern gleichzeitig die dahinterstehende Person in ihrer Eigenart respektiert und beachtet. Erlebtes – sei es alleine oder zusammen blüht durch das Erzählen im Gespräch neu auf und läßt den Ehepartner Anteil nehmen an dem, was den anderen beschäftigt, bedrängt, belastet oder erfreut. Das Gespräch wirkt entlastend, klärend und befreiend. Die Achtung voreinander und die immerwährenden Gespräche miteinander bringen Freude, Glück und Erfüllung in Eure Ehe und lässt Eure Herzen stets für einander brennen. Aber es ist auch wichtig, das man sich in der Partnerschaft geboren fühlt, das man weiß, da ist jemand der ist immer für mich da. Und durch Eure heutige Eheschließung, durch die Ehe miteinander, wenden sich zwei einmalige Menschen einander zu, sie verbinden sich eng miteinander, sie gehen eine Schicksalsgemeinschaft miteinander ein. Was den einen trifft, betrifft auch den anderen. Gemeinsam einander bergend und schützend seid ihr Beiden gerüstet für Euer zukünftiges Eheleben und stark für alles, was Euch trifft und auf Euch zukommt. Eine Ehe schafft aber auch ein bergendes Zuhause; im Angenommensein durch den Partner kommt ihr zu euch selbst, Ihr werdet durch das gegenseitige Einander-Annehmen selbstbewußt und schenkt Euch dadurch innere Zufriedenheit und Geborgenheit. Daraus resultiert, das Partner die sich schützend und bergend annehmen, auch für ihre Familie, Bekannte und Freunde Halt bieten können. Jeder Mensch sucht ein Zuhause, hat Sehnsucht nach einer Heimat, verlangt nach einem Ort, an dem er Zuhause ist und sein kann. Das Heim bietet Schutz und Geborgenheit. Als Ehepartner werdet ihr Euch ein Zuhause einrichten und schaffen. Nicht nur die Einrichtung Eurer Wohnung gehört zum Heimisch-Fühlen, sondern viel mehr die Menschen, von denen man angenommen und geliebt wird. Deshalb werdet Ihr durch Eure gegenseitige Liebe füreinander das Zuhause schaffen, in dem sich jeder von Euch von dem anderen sicher, geboren und geliebt fühlt. Ihr freut Euch nach Hause zu kommen, weil Ihr Euren Partner; Euer Zuhause trefft. Ihr freut Euch aufeinander, weil ihr Euch in der Liebe des Anderen geborgen fühlt. Natürlich kann es in einer Ehe vorkommen, dass der Partner Hilfe braucht, dass er aus einer für ihn ausweglosen Situation gerettet werden muß. Dann ist der andere umso mehr gefordert, mit doppelt soviel Kraft, Energie und Liebe für den anderen da zu sein um ihn so aus der gefährlichen Lage zu retten. Manche Ziele die ihr Euch ins Auge fasst, erfordert Euer ganzes Reaktionsvermögen, da ihr auch kurzfristig gegen den Strom ankämpfen müsst um den anderen aus einer drohenden Gefahr zu retten und zu befreien. Aber seit sicher, wenn ihr dann das gemeinsame Ziel erreicht habt, dann genießt ihr die Ruhe und den Frieden und das wundervolle Gefühl, gemeinsam eine schwierige Situation gemeistert zu haben. So, nun möchte ich aber die Schlagwörter der Feuerwehr nicht weiter zerreden und daher zum Schluss meiner Ansprache kommen. Für den jetzt folgenden großen Moment in Eurem gemeinsamen Leben möchte ich Euch und Eure Trauzeugen bitten, sich von den Plätzen zu erheben. So frage ich Dich, lieber …. ist es Dein freier Wille und fester Entschluß mit der hier anwesenden ………………… die Ehe zu schließen, so antworte bitte mit JA Liebe …… ist es auch Dein fester Wille und fester Entschluß mit dem hier anwesenden ……………………. die Ehe zu schließen, so antworte auch Du bitte mit JA Da ihr nun Beide meine Frage übereinstimmend mit JA erklärt habt, stelle ich fest, dass ihr damit kraft Gesetz rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Denn die Ehe gilt mit dem gesprochenen Ja als geschlossen, mit Eurer gleich folgenden Unterschrift bestätigt ihr lediglich nochmals Eure persönlichen Angaben. Und als äußeres Zeichen Eurer inneren Verbundenheit möchte ich Euch nun bitten, sich gegenseitig die Eheringe anzustecken. Die Ringe sind schon in alten Zeiten das Symbol für die Ehe gewesen. Der Ring ist eine Zirkel, die vollendete Form an der weder Anfang noch Ende zu erkennen ist. So wie Eure gegenseitige Liebe auch niemals ein Ende nehmen soll. Jetzt kann ich Euch nur noch alles Liebe, Gute, Schöne und das alle Eure gemeinsamen Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Apropos Träume! Da habe ich letztlich ein wunderschönes Gedicht gefunden, was ich Euch nun noch vortragen möchte. Gebt gut auf Eure Träume acht, ohne sie seid ihr verraten und verkauft. Gebt Ihnen nur das Beste, lest ihnen jeden Wunsch von den Augen ab und lasst sie niemals warten. Haltet stets warme Kleidung für sie bereit, wenn sie in der Weltgeschichte spazieren gehen wollen, in der es für sie – selbst im Hochsommer- oftmals schneit. Gebt gut auf Eure Träume acht, sonst fliegen sie Euch davon. Und mit Ihnen Eure Flügel.
 
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