logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (755)

Liebe Sabine und lieber Norbert In dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse kommt der Satz vor: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Dieser Satz hat viel Wahres in sich. Wenn eine Hochzeitsgesellschaft, so wie heute, hier hereinkommt, alle festlich gekleidet, der Saal feierlich ausgeschmückt ..und die Braut in einem wunderbaren weißen Brautkleid anwesend ist, habe ich immer den Eindruck, es liegt ein gewisser Zauber, ein gewisser Flair in der Luft ...... und auch ein bisschen Aufregung. ........und so soll es auch sein! Schon als Kind (zwar meist die Mädchen) hat man oft Träume von einer wundervollen Hochzeit. Heute ist es schließlich soweit! Der bzw. die Richtige ist ins eigene Leben getreten, den bzw. die man so gerne mag, sodass ihr heute vor versammelter Hochzeitsgesellschaft euch das „Ja-Wort“ geben wollt. Nun, manchmal stellt sich mir die Frage, was erwartet ein Brautpaar von der Ehe! Ist es Sicherheit und Geborgenheit, oder ist es die große, die unendliche Liebe, die die beiden zusammengeführt hat. Nun, am Anfang einer Beziehung spielt meist die Faszination eine wichtige Rolle. Vielleicht waren es ihre Augen, die so ein ganz bestimmtes Lächeln ausstrahlten oder seine Stimme, die gleich zu Anfang Sympathie erweckte. Jedenfalls entdeckten sie schließlich einander: ihr Wesen, ihre Eigenschaften, ihre Vorlieben und ihre Hobbys. Daraufhin konnten sie feststellen, ja wir passen zueinander, wir wollen zusammenbleiben und zusammen unser Leben gemeinsam meistern. Aus der anfänglichen Faszination ist Zuneigung, ja Liebe gewachsen. Liebe Sabine und lieber Norbert Ihr wisst, dass Ihr euch aufeinander verlassen könnt und jeder für den anderen da ist. Der Grundstock zu einer harmonischen, dauerhaften Beziehung ist sicher, neben Liebe, Vertrauen und dem Gefühl der Geborgenheit, das Rücksichtnehmen auf den anderen und manchmal auch das Aufgeben einiger kleiner Gewohnheiten. Das bedeutet natürlich nicht, dass einer seine Persönlichkeit aufgibt und sich dem anderen gänzlich unterordnet, sondern, dass man versucht miteinander zu leben und seine Beziehung gemeinsam aufzubauen und zu erhalten. Genau dieses Miteinander, dieses blind auf den anderen verlassen zu können ist unabdingbar, denn im Laufe eurer Ehe werdet ihr sicher viele glückliche Momente und Stunden erleben und diese .....genießt man ja bekanntlich zu zweit Aber, es werden auch Zeiten der Bewährung auf euch zukommen, in denen ihr Probleme, welcher Art auch immer, meistern müßt. Und gerade dieses Bewältigen von Schwierigkeiten ist nur möglich, wenn einem der andere eine Stütze ist, für den Partner einen Halt darstellt und einem auch in stürmischen Zeiten zur Seite steht. Bedenkt vor allem, dass jeder Mensch, auch euer zukünftiger Partner, neben vielen Vorzügen und liebenswerten Eigenschaften, sonst hätte ihr euch nicht für ihn entschieden - eben auch Fehler und Schwächen haben kann. Aber gerade diese kleinen Schwächen und Unebenheiten sind es auch, die einen Menschen erst liebenswert machen. Was wäre ein Mensch wohl ohne Fehl und Tadel? Doch nur langweilig und erdrückend! Denn gerade unterschiedliche Meinungen und verschiedene Charaktere machen eine Ehe auf Dauer erst interessant und lebendig. Ein humorvolles Zitat dazu von Woody Allen, einem bekannten amerikanischen Schauspieler, das natürlich für beide Geschlechter anwendbar ist, lautet: Zuerst versuchen die Frauen ihren Mann zu verändern, und dann jammern sie, dass er nicht mehr der Alte ist. Nun, Spaß beiseite: Wir wollen nun euren Familienstand verändern und schreiten deshalb zum wichtigsten Teil dieser Amtshandlung, bei der ich euch und die beiden Trauzeugen bitten darf, sich von den Plätzen zu erheben. Konsensgespräch: Liebes Brautpaar! Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. Ich hoffe, dass dieser Zauber, der heute zu spüren war, und das Gefühl, dass ihr füreinander habt, bewahrt bleibt und euch hilft, das Leben gemeinsam zu meistern. Die Eltern, die freuen sich sicher, dass ihre Tochter und ihr Sohn die bzw. den Richtigen gefunden haben. Sie fassen die Hochzeit nicht als Verlust ihrer Tochter oder Sohnes auf, sondern hoffentlich als Erweiterung der Familie. Sie gewinnen nämlich eine Schwiegertochter und einen Schwiegersohn dazu. Ein Sprichwort besagt zwar: Wer heiratet, verdoppelt seine Verwandtschaft! Kein Grund deshalb in Panik zu geraten, .....denn ich bin sicher, ihr werdet alle gemeinsam anschließend noch eine wunderschöne kirchliche Hochzeit in ……….. feiern und einen fröhlichen Abend im Kreis eurer Verwandten verbringen und noch lange an diesen zauberhaften Tag denken, an dem Ihr beide Norbert und Sabine euch das Ja-Wort gegeben habt.

 
zurück zur Übersicht