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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (67)

Liebe Frau S. lieber Herr L.,

Heute ist für Sie beide ein besonderer Tag: Ihr Hochzeitstag!
(Anmerkung: Diefolgenden Zeilen können jahreszeitlich bedingt benutzt, weglassen oder auch angepaßt werden:)
Es sind nur ein paar Tage bis Weihnachten, überall ist es schon längst sehr adventlich. Die Adventszeit haben Sie beide mit dem Hochzeitstag heute für sich zu einer ganz besonderen Zeit gemacht. Sie soll Sie beide auch zukünftig immer daran erinnern, dass Sie beide zusammen gehören und immer wieder aufeinander zugehen.

(Anmerkung: Hier wäre Platz für Persönliches des Paares. In diesem Fall z.B.:)
Gut, dass Sie beide vor 13 ½ Jahren auf dem Evangelischen Kirchentag waren. Sonst könnte ich Sie heute sicher nicht verheiraten. Nicht, dass der Besuch des Kirchentages eine Voraussetzung für eine Eheschließung wäre, aber ohne den hätten Sie beide sich nunmal nicht kennen gelernt. 124.338 Teil-nehmer gab es dort nach meiner Recherche insgesamt. Also trotzdem noch ein kleines Wunder, dass ausgerechnet Sie beide sich begegnet sind. Nun, das Motto des Kirchentages war "Nehmet einander an". Das haben Sie beide dann für sich jedenfalls ganz wörtlich umgesetzt.
Sie haben danach einige gemeinsame Urlaube verbracht, vorzugsweise in Kanada. Dort waren Sie nun mittlerweile schon dreimal, haben einige Wildnisdurchquerungen und Bärenbegegnungen hinter sich gebracht und irgendwann fühlten Sie sich dann gewappnet für das eigentliche, größte Abenteuer in Ihrem Leben: Ihr Sohn Benno wurde Ende Oktober des letzten Jahres geboren.

(AnmerkungAb hier wird es dann wieder etwas allgemeiner:)
Jetzt sind Sie beide schon seit so langer Zeit ein Paar und in dieser Zeit Ihres Zusammenseins, da ha-ben Sie beide bestimmt schon ganz viele schöne gemeinsame Erlebnisse gehabt. Bestimmt auch au-ßerhalb Ihrer Urlaube. Ein besonders schöner Augenblick war sicherlich Bennos Geburt. Vielleicht gab es aber zwischen Ihnen auch schon den ein oder anderen etwas schwierigeren Tag oder eine schwierigere Phase zu meistern. Aber auch das hat sicher nur dazu geführt, dass Sie sich näher kennen gelernt haben, sonst würden Sie beide wohl heute nicht hier vor mir im Trauzimmer sitzen.

Haben Sie beide eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, warum Sie sich eigentlich so sehr mö-gen.Ist es, weil Moni so gut Bärenspuren erkennen kann, oder Marcus so schnell Elchlosungen er-kennt? Wir wissen es nicht. Bestimmt gibt es dafür 1000 Gründe.Vielleicht benötigen wir jetzt den gesamten Körpereinsatz um herauszufinden, welche Gründe es gibt. Keine Angst, Sie dürfen aber sitzen bleiben.

Nehmen wir zuerst Ihre Herzen.
Als Sie, Herr L., damals 1993 Ihre Moni kennen lernten, da haben Sie bestimmt schnell gemerkt, dass sie aus Ihrer Sicht das Herz auf dem rechten Fleck hat. Und als Sie beide dann ein Paar wurden, da haben Sie sich ganz schnell gegenseitig in Ihre Herzen geschlossen
Vielleicht mußten Sie beide in der Vergangenheit schon einmal aus beruflichen oder privaten Gründen ein paar Tage voneinander entfernt sein. Da haben Sie dann bestimmt ein besonderes Herzklopfen kennen gelernt, nämlich das, was als Vorfreude einsetzt, wenn man sich dann endlich wieder sehen darf. Das soll in Zukunft auf jeden Fall so bleiben: dass Sie beide sich auch in ganz vielen Jahren noch so sehr aufeinander freuen können und Ihre Herzen höher schlagen.

Und nun zu Ihren Augen:
Ob Sie beide sich noch an diesen Tag zurückerinnern können, als Sie sich da in München zum ersten Mal begegnet sind? Damals haben Sie beide bestimmt schon ein Auge aufeinander geworfen.
Vielleicht ist Ihnen, Frau S., damals schon Marcus ganz besondere Art ins Auge gestochen, die für Sie heute noch eine ganz besondere Art ist.
Ihre Augen sind auch in der Ehe wichtig. Da geht es dann darum auch die Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen.

Dann möchte ich noch Ihre Ohren zum Thema machen.
Kennen Sie den Spruch: "Der hat ja Bohnen in den Ohren!"?. Das ist sicher nichts für die Ehe und die Partnerschaft. Sie sind ein Paar und ab heute dann ein Ehepaar, weil Sie ein offenes Ohr füreinander haben, und sich gegenseitig zuhören. Mit diesem Zuhören geben und nehmen Sie beide sich Zeit füreinander und so fühlen Sie beide sich dann beieinander besonders wohl.

Und dann wollen wir nicht den Mund vergessen, auch der ist in Ihrer Ehe wichtig: Sie haben schließlich einen Mund und eine Stimme. Sie sind nicht auf den Mund gefallen, sondern sagen sich ab und zu gegenseitig, dass Sie sich lieben. Und Sie, Herr L., können Ihrer Moni ab und zu sagen, dass sie für Sie ein ganz besonderer Mensch ist, weil Sie mit ihr einfach die Richtige gefunden haben. Und, Frau S., auch Männer hören etwas nettes schon einmal ganz gerne. Auch Sie können Ihrem Marcus ab und zu mal sagen, dass er für Sie ein ganz besonderer Mensch ist.

Nicht zuletzt dient der Mund übrigens auch zum küssen.

Und wenn dann noch ab und zu ein kleines Kompliment füreinander über Ihre Lippen kommt, dann fühlen Sie sich beieinander bestimmt besonders wohl.
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Manchmal neigt ein Mund auch zum streiten. Ich hoffe, das haben Sie in der Vergangenheit schon einmal geübt. Dann wissen Sie nämlich auch, wie Sie sich wieder vertragen können. Am besten mit dem selben Mund und ganz schnell wieder.

Mit Ihren Händen können Sie sich durch kleine Gesten, durch Zuwinken, Streicheln, sich gegenseitig umarmen und drücken auch zeigen, dass Die sich mögen. Ihre Hände werden auch gleich schon eine Rolle spielen.
Ich gehe jedenfalls davon aus, dass Sie dieses Zimmer gleich Hand in Hand verlassen werden.

Damit Sie dieses Zimmer überhaupt verlassen können, benötigen Sie aber auch Ihre Beine, sonst klappt das nicht.
Die werden auch in Ihrer Ehe eine Rolle spielen.
Da gilt es dann, gemeinsam Schritt zu halten, auf das Schritttempo und die Schrittgröße des anderen Rücksicht zu nehmen. Damit Sie weiter aufeinander vertrauen können. Und das meine ich jetzt nicht nur bezogen auf das eigentliche Laufen, sondern ich meine es auch bezogen auf Ihre Gedanken, wenn Sie den jeweils anderen bei gemeinsamen Gesprächen an Ihren Gedanken teilhaben lassen können, werden Sie immer ein wenig neues voneinander erfahren und sich immer besser verstehen.
Ich wünsche Ihnen dass Sie beide zukünftig

- an Ihr Herz denken, das füreinander schlägt,

- an Ihre Augen, die sich gegenseitig liebevoll zuzwinkern

- an Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten

- an Ihren Mund, damit Sie sich noch ganz oft küssen

- an Ihre Hände, die den anderen gerne spüren

und an Ihre Beine, die spätestens ab heute ihren Lebensweg gemeinsam gehen.


Damit Sie dann irgendwann, wenn Sie miteinander ganz alt geworden sind, noch einmal so nebeneinander auf einer Bank sitzen können wie heute und sich einfach daran erfreuen, dass Sie beide sich damals gefunden haben.

Nun möchte ich Ihnen beiden gerne Ihr Ja-Wort zueinander abnehmen.

 
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