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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (792)

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Gäste, ich begrüße euch ganz herzlich hier in unserem Trauungsraum. Wenn sich zwei Menschen, wie Ihr, sich das Jawort geben, dann haben sie sicher die Absicht, gemeinsam etwas aufzubauen, sich zusammen das Leben zurecht zu zimmern. Denn die Heirat ist zwar einerseits ein Happy End, aber andererseits noch kein Endpunkt. Sie ist vielmehr ein Beginn, der Anfang gemeinsamer Aktivitäten, die sich durch die gesamte Ehe ziehen werden. Denn, wie der französische Schriftsteller André Maurois einmal sagte: Die Ehe ist ein Bauwerk, das jeden Tag neu errichtet werden muss. Die Ehe als Bauwerk zu betrachten - vielleicht kommt euch das seltsam vor. Doch ich werde euch diesen Vergleich noch etwas näher erklären, und vielleicht teilt ihr am Ende meine Anschauung: Wenn sich zwei Menschen miteinander verbinden, besteht auf beiden Seiten große Zuneigung und viel Vertrauen. Und damit haben sie ein festes Fundament. Darauf setzen sie nun Stein auf Stein oder Träger auf Träger, indem sie gemeinsame Pläne entwerfen und verwirklichen. Vielleicht sogar ein richtiges Haus bauen oder eine Familie gründen. Und das Verständnis, das sie füreinander zeigen, sowie die Geborgenheit, die sie sich gegenseitig geben, sind dann wie der Mörtel, der alles zusammenhält. Doch die Ehe ist auch ein Bauwerk, das große Aufmerksamkeit verlangt, an dem ein Paar immer weiter herumbastelt. Wir alle kennen es ja von bedeutenden Bauwerken wie Kirchen oder Schlössern, dass sie eigentlich nie fertig werden. Kaum hat man ein Türmchen restauriert, muss schon der nächste Balken abgestützt werden. Und auch bei ganz normalen Bauwerken wie Häusern oder Brücken ist es nicht viel anders. Und so ein Bauwerk ist auch die Ehe. Ihr bekommt sie nicht fertig mit der Heiratsurkunde mitgeliefert, sondern müsst sie selbst für euch planen und entwickeln. So wie man sich entscheiden muss, ob man einen modernen Glasbungalow oder ein traditionelles Holzhaus baut, so müsst ihr euch auch entscheiden, wie ihr euer Zusammenleben gestalten möchtet. Und wenn sich die Lebensbedingungen ändern, wie beispielsweise mit der Geburt eurer Tochter SELINA, werdet ihr beide auch neue Entscheidungen treffen und somit am Bauwerk Ehe wieder etwas anbauen. Und damit das Bauwerk nicht rostet oder bröckelt, sollt ihr euch beide immer darum kümmern. Ihr sollt die Ehe wichtig nehmen und dem Partner beziehungsweise der Partnerin Aufmerksamkeit schenken. Jeder soll für den anderen da sein, wenn er einen braucht, und jeder soll mit dem anderen feiern, wenn er erfolgreich war oder etwas Schönes erreicht hat. So wie man beim normalen Hausbau ja auch die Gleichenfeier und den Einzug und nachher noch viele weitere Feste feiert. Wenn ihr euch über alles austauschen könnt, was euch wichtig ist, und wenn ihr euch gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite steht, wird der Mörtel, der euch zusammenhält, immer fester werden. Und die Erlebnisse und die Erfahrungen, die ihr teilt, werden dann sozusagen die neuen Etagen bilden, auf denen ihr immer weiter in die Höhe bauen könnt. Mit der Heirat wird also der Grundstein für das Bauwerk Ehe gelegt. Und als Baumaterialien habt ihr Liebe und Vertrauen, Unterstützung und Verständnis. Mit ihnen lässt sich das Zusammenleben gut gestalten und ein gemeinsames Leben aufbauen, das beiden viel Glück verspricht. Ich jedenfalls wünsche euch, dass euer Bauwerk Ehe immer weiter in die Höhe wächst. EHEKONSENZ Liebe …, lieber …. mit eurem Ja und eurer Unterschrift habt ihr nun die Ehe geschlossen und besiegelt. Lebt euer gemeinsames Leben in echtem, wechselseitigem Vertrauen, lebt euer Leben in Zuneigung und Dankbarkeit. Dankbarkeit euch selbst gegenüber, aber auch euren Freunden, Bekannten und Verwandten. Mag dieser heutige Tag nicht allzu viel verändern, aber doch eine entscheidende Wende in eurem Leben sein! Mit meinen Wünschen für euch möchte ich eure Trauung nun abschließen: DAS WÜNSCH ICH EUCH Ich wünsche euch Augen, die die kleinen Dinge des Alltags wahrnehmen und ins rechte Licht rücken; ich wünsche euch Ohren, die die feinen Schwingungen und Untertöne im Gespräch mit dem anderen aufnehmen; ich wünsche euch Hände, die nicht lange überlegen ob sie helfen und gut sein sollen; ich wünsche euch zur rechten Zeit das richtige Wort, ich wünsche euch ein liebendes Herz, von dem ihr euch leiten lässt. Ein ERFÜLLTES Leben wünsch ich euch. NICHT, dass all eure Wünsche in Erfüllung gehen. NICHT, dass ihr nur auf gerader Strecke unterwegs seid. NICHT, dass ihr Sorgen nicht kennt, denn ein erfülltes Leben leben die Menschen, die die Sehnsucht kennen, die die Mühen der Höhen nicht scheuen und die das Hoffen gelernt haben. Ich wünsche euch kurz gesagt, für eure gemeinsame Zukunft alles, alles Gute!

 
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