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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (796)

Liebe xxx! Lieber xxx! Bevor wir zum rechtlichen Teil der standesamtlichen Trauung schreiten, möchte ich euch ein paar ganz persönliche Worte mit auf euren gemeinsamen Weg geben. Ihr seht hier eine Sonnenblume. Ich habe sie mir im Garten zuhause unter vielen ausgesucht. Ich habe diese genommen, weil sie mir persönlich unter allen am besten gefallen hat. Nun ich meine, so ist es auch unter uns Menschen. Jeder trifft in seinem Leben auf viele Menschen. Und sie sind nicht alle gleich. Der oder die eine gefällt mir mehr, liegt mehr auf meiner Wellenlänge. Beim anderen stimmt die „Chemie“ eben nicht so ganz. Und wir treffen unsere ganz persönliche Wahl. So entstehen Beziehungen zwischen den Menschen. Manche Beziehungen schaffen es gerade bis zu einer oberflächlichen Freundschaft. Und aus manchen, ganz wenigen, wird mehr. Tiefe Freundschaft, Liebe und Zuneigung. Ich denke, dass das auch bei euch so war und ist. Dass ihr beide diese ganz besondere Wahl getroffen habt. Und das ist auch der Grund, dass wir uns hier versammelt haben. Momentan ist alles schöne und gut wichtig und im Vordergrund. Nun wird dieser Zustand erfahrungsgemäß nicht immer anhalten. Aber jeder kann, ja sollte selbst dazu beitragen, dass auch Probleme, Schwierigkeiten und Krisen überwindbar sind und überwunden werden können. Auch das ist ein Erfahrungsprozess, der im menschlichen Zusammenleben gemacht werden muss. Woddy Allen sagte über die Ehe einmal ironisch: „Sie ist der Versuch, zu zweit mit DEN Problemen fertig zu werden, die man alleine niemals gehabt hätte.“ Aber weg von dieser negativen Seite ist es, so meine ich, wichtig, wenn in einer Partnerschaft gemeinsame Interessen bestehen; gleiche Hobbys, dieselbe Vorliebe für bestimmte Musik, Theater, Freizeitgestaltung allgemein. Noch viel wichtiger ist es, wenn zwei Menschen gemeinsame Ziele haben. Wenn sie wissen, dass sie gemeinsam etwa ein Haus bauen wollen, von Kindern träumen, ... Für all diese Gemeinsamkeiten und zukünftigen Ziele gibt es eine Grundvoraussctzung: die Bereitschaft dem anderen zuzuhören, für ihn Zeit zu haben und über alles reden zu können. Nicht nur das Leben selbst, sondern auch die Partnerschaft erfordert immer wieder Kompromisse einzugehen, selbst ein bißchen nachzugeben und zurückzustecken. Dazu ist Vertrauen in den anderen und der Respekt vor der Persönlichkeit des Partners und der gegenseitige Umgang miteinander notwendig. Das kann eine freundliche Geste, ein liebes Wort, die Anerkennung einer Leistung oder auch die körperliche Zuneigung sein. Ich glaube, dass jeder, auch in einer Partnerschaft seine Freiheiten braucht und diese vom anderen zugestanden werden sollten. Eine 100%ige Anleitung zum Glücklichsein gibt es nicht. Aber zwei Menschen können gegenseitig viel dazu beitragen, dass das Glück in einer Partnerschaft nicht ein leeres Wort ist. Eigentlich sollte es heissen: „Es ist ein Glück, dass ich dich habe!“ Albert Schweitzer sagte dazu: „Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ Ich wünsche euch die Verdopplung eurer Beziehung, des Glücks und der Freude in den anderen und ein Zukunft mit Offenheit, wo ihr eure Freude und euren Humor fürs Leben nicht verliert.

 
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