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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (800)

Liebe (…), lieber (…), liebe Trauzeugen, verehrte Hochzeitsgäste, ich darf Euch und alle Gäste sehr herzlich hier im Standesamt in (…) begrüßen. Eine Eheschließung ist neben den sonstigen Aufgaben, die ich zu erfüllen habe, immer etwas Besonderes, auf das ich mich immer freue. Da man sich ja nicht jeden Tag „traut“, erläutere ich Euch kurz das Vorgehen. Es gibt einen feierlichen Teil (Traurede) und einen offiziellen Teil. Ihr braucht aber gar nicht nervös zu sein, denn man kann gar nichts falsch machen… Am Besten entspannt Ihr Euch jetzt und lauscht meiner Rede. Als Standesbeamter kann ich Euch kein Patentrezept mit auf den Weg geben, das steht mir in meiner Funktion aber auch gar nicht zu. Ich habe mir lediglich darüber Gedanken gemacht, warum und wofür mag man sich eigentlich…? Habt Ihr schon einmal bewusst darüber nachgedacht, warum gerade Ihr ein Paar geworden seid? Ich glaube es liegt unter anderem an gewissen Körperteilen…was jetzt allerdings nicht zweideutig zu verstehen ist. Fangen wir an mit dem Auge: Ihr hab schon vor gewisser Zeit, nämlich vor etwas mehr als 2 ½ Jahren, ein Auge aufeinander geworfen. Vielleicht bist Du, (…), Ihm schon bei Eurem ersten Treffen ins Auge gestochen…oder umgekehrt. Damals, im Februar 2007 auf einer Skifreizeit in der Schweiz. Der eine war für den anderen womöglich von Anfang an etwas Besonderes und Ihr wolltet Euch nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern möglichst oft sehen. Und das habt Ihr dann auch gemacht, Euch verabredet. Die Augen sind ja für das Kennenlernen besonders wichtig. Vergesst in Eurer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen…und auch mal zu erkennen: Was macht der andere eigentlich mir zuliebe? Ihr habt auch bald festgestellt, dass der Partner das Herz auf dem rechten Fleck hat. Ihr habt ein Herz füreinander, das Euch hilft manch kleine Schwäche zu verzeihen… Es pocht besonders bei einem Wiedersehen nach längerer Trennung und es ist verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages. Das gilt besonders für Euch, da Du (…), ja berufsbedingt an einem anderen Ort arbeitest, oder auch für Dich (…), wenn Du des Öfteren mal beruflich unterwegs bist. Achtet gut auf Eure Herzen und fügt dem anderen kein Leid zu, denn bei so manchem Herzschmerz sind selbst die Mediziner hilflos. Die Ohren möchte ich nun zum Thema machen. Kennt ihr das Sprichwort…der oder die hat ja Bohnen auf den Ohren? Das ist nichts für eine Partnerschaft. Ihr seid ein Paar und ab heute ein Ehepaar, weil ihr immer ein offenes Ohr für den anderen habt…für seine Sorgen und Ängste, aber auch für viel Freude im Leben. Zum Beispiel beim gemeinsamen Reisen…oder beim Skifahren…oder bei Eurer gemeinsamen, für die (…) jedoch recht neue Leidenschaft, das Motorradfahren. Zuhören bedeutet aber auch, sich Zeit nehmen für den anderen. Und dazu werdet ihr in den nächsten 20, 30 oder noch mehr Jahren Eurer Ehe hoffentlich genug Gelegenheit haben. Ihr habt schließlich auch einen Mund und eine Stimme. Ihr seid beide nicht auf den Mund gefallen, sondern sagtet irgendwann einmal zueinander, dass Ihr Euch liebt. Nicht zuletzt dient der Mund natürlich auch zum Küssen…(das werden wir sicher gleich noch sehen!). Vergesst daneben aber nicht, hin und wieder mal ein kleines Kompliment über die Lippen zu bringen. Das wirkt immer wieder Wunder. Mit Euren Händen könnt Ihr durch kleine Gesten ebenfalls Eure Zuneigung ausdrücken. Hände zum zuwinken…zum Streicheln…zum Festhalten. Und gar manchmal kann eine Umarmung im richtigen Moment jedes Wort ersetzen. Hand in Hand werdet Ihr heute als Ehepaar diesen Raum verlassen und dabei außerdem feststellen… Auch Beine haben Ihre Bedeutung. Es ist nicht immer ganz einfach, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter. Deshalb ist es wichtig, den anderen mitkommen zu lassen und hin und wieder auf sein Schritttempo Rücksicht zu nehmen. Die Ehe ist auch heute noch eines der letzten großen Abenteuer, auf die sich ein Mensch einlassen kann. Für das Gelingen einer solchen lebenslangen Bindung gibt es nun mal keine Garantien oder Patentrezepte. Ich denke, wenn Ihr Euren gemeinsamen Lebensweg und Eure Ehe so gestaltet wie Ihr es für richtig haltet und stets auf den Partner vertrauen könnt, dürfte eigentlich nichts schief gehen. Ich möchte nun zum Abschluss meiner kleinen Rede kommen und wünsche mir, dass Ihr zwischendurch immer mal wieder denkt • An Euer Herz, das füreinander schlägt. • An Eure Augen, die dem Partner liebevoll zuzwinkern • An Eure Ohren, die Ihr füreinander offen haltet • An Eure Hände, die stets gern den anderen spüren • An Eure Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben… _______________________________________________ Liebe (…), lieber (…), um nun Eure Eheschließung in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise zu vollziehen, bitte ich Euch, Euch von den Plätzen zu erheben und mir die gestellten Fragen zu beantworten.
 
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