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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (816)

Als Standesbeamtin der Stadt ...... heiße ich Sie im Trauzimmer des Rathauses herzlich willkommen. Sie wollen die Ehe schließen, weil Sie Ihren zukünftigen Lebensweg gemeinsam zurücklegen wollen. Mit dem Unterschied, dass Sie dies ab heute mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten tun wollen. Ich möchte Ihnen nun ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, an die Sie sich hoffentlich gerne zurückerinnern. Die Gedanken sind mir so nach und nach gekommen, als ich mir überlegte: „Warum und für was mag man sich eigentlich““ Haben Sie schon einmal bewusst darüber nachgedacht, warum gerade Sie ein Paar geworden sind? Sie Herr Mayer stellten fest, das ist eine Frau, die hat das Herz auf dem rechten Fleck, auch Sie, Frau Enns stellten dies fest. Sie haben ein Herz füreinander, das Ihnen hilft, manche kleine Schwäche zu verzeihen. Ihr Herz ist weit und nicht kleinlich gegenüber dem anderen. Es pocht besonders bei einem Wiedersehen nach längerer Trennung. Es ist verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages. Gemeinsam alles tragen; die Freude und den Schmerz Gemeinsam alles wagen; Das bindet Herz an Herz So sollen Sie vorwärts schauen, und so schauen Sie zurück: Aus bleibenden Vertrauen erwächst beständiges Glück! Nun zum Auge: Sie haben schon vor gewisser Zeit ein Auge aufeinander geworfen. Vielleicht sind Sie ihm schon bei ihrem ersten Treffen ins Auge gestochen oder umgekehrt. Wie hart dieser Ausdruck „ins Auge gestochen“ doch ist, und doch ist etwas Wahres daran. Der eine war für den anderen etwas Besonderes und Sie wollten sich nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern sich möglichst oft treffen. Die Augen sind für das Kennenlernen besonders wichtig, aber auch im späteren Leben. Es gilt auch Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen und manches bewundernd anzuerkennen. Vergessen Sie in Ihrer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen und auch zu sehen, was macht der andere mir zuliebe. Die Ohren möchte ich nun zum Thema machen. Kennen Sie das Sprichwort: Der hat ja Bohnen in den Ohren? – Nichts für die Partnerschaft! Sie sind ein Paar und ab heute dann ein Ehepaar, weil Sie ein offenes Ohr für den anderen haben, für seine Sorgen Ängste und Nöte, aber auch für die vielen Freuden im Leben, die der Partner ebenfalls nicht für sich behalten will. Zuhören bedeutet aber auch, sich Zeit für den anderen zu nehmen. Sie haben auch einen Mund und eine Stimme. Sie sind nicht auf den Mund gefallen, sondern sagten irgendwann einmal zueinander, dass Sie sich lieben, dass der Partner einzig ist. Nicht zuletzt dient der Mund auch zum Küssen. Vergessen Sie daneben aber nicht, so manch kleines Kompliment über die Lippen zu bringen. Ich möchte Dich lieben, ohne Dich einzuengen, Dich schützen, ohne Dich zu bewerten, Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen, Dir meine Gefühle mitteilen, ohne Dich für sie verantwortlich zu machen, Dich informieren, ohne Dich zu belehren, Dir helfen, ohne Dich zu erniedrigen, an Deinem Leben Anteil nehmen, ohne Dich zu bevormunden, mich daran freuen, wie Du bist, ohne Dich ständig verändern zu wollen, dankbar sein für das, was Du mir geben kannst, ohne zu hohe Erwartungen zu stellen und Vergleiche zu führen. Dann können wir uns wirklich begegnen, uns gegenseitig bereichern und miteinander glücklich sein. Mit Ihren Händen können Sie durch kleine Gesten ebenfalls Ihre Zuneigung ausdrücken. Hände – zum Zuwinken, zum Streicheln und gar manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen. Hand in Hand werden Sie heute als Ehepaar diese Räume verlassen und dabei außerdem feststellen: Auch die Beine haben eine Bedeutung! Gehen Sie gemeinsam froh durchs Leben, um dem Dasein Sinn zu geben. Haben Sie Geduld und viel Verständnis, denn dann kommt Ihnen die Erkenntnis, dass die ganze schöne Welt Liebe nur zusammenhält. Alles wird Ihnen dann gelingen Und Ihnen so viel Freude bringen, dass kein Unglück Sie erreicht, denn die Liebe macht´s Ihnen leicht, Schweres leicht zu überwinden und das große Glück zu finden. Aber nicht immer ist es ganz leicht, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter. Deshalb ist es wichtig, den anderen mitkommen zu lassen und auch auf sein Schritttempo Rücksicht zu nehmen. Ich wünsche mir, dass Sie zwischendurch gerne einmal - an Ihr Herz denken, das füreinander schlägt, - an Ihre Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern, - an Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten, - an Ihre Hände, die stets gerne den anderen spüren, - an Ihre Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben.

 
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