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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (836)

Liebe Frau ……….., lieber Herr …………………..,

In diesem Trausaal sind schon sehr viele wichtige Ent-schlüsse und Be-schlüsse gefasst worden. Man darf nur daran erinnern, dass es diesen Raum schon seit dem Jahre 1521 gibt. Und heute kommen Sie beide hierher um einen ganz wichtigen Ent-schluss für Ihr zukünftiges Leben zu fassen.
Sie wollen heiraten.
Heiraten, was heißt eigentlich heiraten? Den Bund fürs Leben schließen. Sich das Ja-Wort geben?
Immer wieder hört man diese Umschreibungen.
Der Sinn der Eheschließung tritt aber öfters im Eifer der Vorbereitungen fürs Fest in den Hintergrund.
Man hat ja an so viele Sachen zu denken, gerade wenn man eine kirchliche Feier mit vielen Freunden, Verwandten und Bekannten vorhat.

Der Hochzeitstermin muss gefunden werden. Man muss die erforderlichen Papiere fürs Standesamt besorgen. Einladungskarten schreiben, Trauzeugen fragen, Hochzeitskleider aussuchen, Friseur, Einladungskarten, Fotograf, Ringe, Blumen, Sektempfang organisieren, Lokal, Musik für die Feier usw.
Da braucht man heute eine Checkliste (To Do Liste), was ist abgehakt, was gibt es noch zu tun
Rundherum man muss halt das ganze Fest organisieren.

Da kommen die Hauptbeteiligten manchmal ins Schwitzen – manche sollen danach sogar urlaubsreif sein.
Aber kommen wir zur Frage zurück: Was heißt einander heiraten?
Würde man das Gesetz zu Rate ziehen stößt man auf eine Menge von Rechtsvorschriften.
Im BGB, im Personenstandsgesetz, in den Steuergesetzen und selbst im GG ist was über die Ehe geregelt.
Wollte man diese Vorschriften alle aufzählen, würde es diesen Rahmen hier sprengen.
Man kann vielleicht nur soviel sagen: Die Ehe ist ein ganz wichtiger Vertrag mit einer Fülle von Rechtsfolgen.

Besonderheit: Diesen Vertrag gibt es schon seit Jahrhunderten und zwar weltweit.
Wo gibt’s in unserer schnelllebigen Gesellschaft heute noch Verträge, die das ganze Leben lang gelten?
Er scheint ein Relikt der Vergangenheit zu sein.
Bei vielen Verträgen kommt es heutzutage auf die Cleverness der einzelnen Vertragspartner an, wer die besten Geschäfte macht.

Dies ist beim Vertrag der Ehe gottseidank nicht so. Es handelt sich hier um einen sehr strengen, konservativen, dafür aber sehr klaren Vertrag. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie nichts Kleingedrucktes unterschreiben.

Allerdings müssen beide Partner wissen, dass sie volles Risiko gehen. Und wenn man so einen weitreichenden Vertrag miteinander eingeht, kann dies eigentlich nur gut gehen, wenn irgendwas vorhanden ist, das weit über die Verstandsebenen hinaus geht – es lässt sich mit dem einfachen Wort „Liebe“ erklären.
Aber zum Glück denkt heute am Tag der Eheschließung niemand ernsthaft daran, dass er eigentlich einen wichtigen Vertrag abschließt, sonst würden manche tatsächlich noch mit dem Rechtsanwalt anrücken.
Durch die gewachsene Struktur der Ehe weiß jeder was auf ihn zukommen kann
Was dann tatsächlich auf den Einzelnen zukommt, diese Erfahrungen muss jeder selbst sammeln
Heute noch gute Ratschläge geben zu wollen wäre ohnehin vermessen.
Vielleicht ein Tipp zum Schluss: Lassen Sie Ihre Ehe nicht etwas Alltägliches werden. Meiner Meinung nach ein bedenklicher Zustand einer Ehe. Bringen Sie Ihre Ideen und Ihre Kreativität in die Partnerschaft ein, dann bleibt Ihre Ehe jung und attraktiv.
Ich glaube wenn Sie das ernst nehmen, werden Sie sehen, dass Sie heute den richtigen Entschluss gefasst haben.

Zur Eheschließung möchte ich das Brautpaar bitten aufzustehen: ………………………………


 
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