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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (838)

Sehr geehrtes Brautpaar, mit der heutigen Eheschließung beginnt ihr ein gemeinsames Buch zu schreiben. Es ist euer ureigenes Buch. Noch sind die Seiten des Buches leer und unbeschrieben; sie füllen sich Tag für Tag; es wird eine unendliche Geschichte. Der Titel des Buches wird von euch gewählt. Zur Auswahl stehen die Überschriften: Unsere tagtägliche Liebe, unser gemeinsames Leben, unsere tägliche Zuwendung oder unser täglich wachsendes Vertrauen. Ganz gleich welchen Titel ihr wählt, das Buch handelt von eurem ehelichen Zusammenleben. Die Einleitung zu dem Buch ist in der Stoffsammlung bereits vorhanden. Die Einleitung beschreibt die Ereignisse – beginnend bei der ersten Begegnung – über das gegenseitige Näherkommen und der zunehmenden Zuneigung bis zum Entschluss, die Ehe miteinander einzugehen. Mit dem heutigen Tag beginnt der Hauptteil des Buches. Das erste Kapitel beinhaltet eure Hochzeit, die Vorbereitung und Planung sowie die eigentliche Hochzeitsfeier. Viele Episoden, Erfahrungen und Erlebnisse wisst ihr von den Vorbereitungen zu erzählen. Unzählige Glückwünsche werden bei der Hochzeitsfeier ausgesprochen. Hoffnungen und Erwartungen werden wachgerufen und in dem Buch aufgezeichnet. Das erste Kapitel ist wie ein Vorentwurf für die folgenden Kapitel. Seite für Seite werdet ihr füllen, jede Seite wird anderes berichten, denn jeder Tag in eurem ehelichen Zusammenleben bringt neue, spannende und frohe Erlebnisse. Einige Seiten werden eng und dicht beschrieben sein, weil sich eure Erfahrungen miteinander verdichten. Andere Seiten werden nur halb gefüllt sein, weil euer eheliches Zusammenleben in ruhigem Beisammensein verläuft. Erlebnisdichte und erlebnisreiche Phasen wechseln sich ab mit beschaulichem Zusammensein. Dies spiegelt sich in den Seiten des Buches eurer Ehe. Die meisten Seiten werdet ihr gemeinsam schreiben. Im Stil und Ausdruck werdet ihr euch gegenseitig korrigieren und verbessern. Bezüglich der Gliederung werdet ihr euch gegenseitig verständigen, denn manchmal wird der eine Ehepartner das eine für wichtiger als der andere ansehen und bewerten. Wegen der Bedeutung stellt ein Ehepartner ein Erlebnis und Ereignis an den Anfang der Seite, der andere hält es nicht für wichtig und verbannt es in die Anmerkungen. Immer werdet ihr euch im Gespräch über die Gewichtung und Gliederung eures Buches einigen, denn es ist und bleibt euer gemeinsames Buch, euer gemeinsames Werk. Ab und zu, meist zu Beginn eines neuen Abschnittes eures gemeinsamen Buches, blättert ihr einige Seiten zurück, lest, was ihr früher geschrieben habt und ruft euch ins Gedächtnis, was ihr erlebt habt. Ihr haltet inne und besinnt euch rückblickend auf die gemeinsam gestalteten Seiten eures Buches. Das neue Kapitel wird dadurch nahtlos an das vorhergehende angebunden. Es führt weiter und verändert zugleich. Es eröffnet neue Seiten , Chancen und Möglichkeiten. Der Charakter und Stil des Buches bleibt aber erhalten und derselbe. Wie in jedem Buch und Roman bilden sich im Verlauf der Erzählungen und Abhandlungen die Charaktere der handelnden Personen immer schärfer heraus. Die jeweilige Eigenart der Personen wird greifbar und spürbar. So auch in dem von euch geschriebenen Buch. Das Buch, das ihr heute zu schreiben beginnt, wird aufregend und spannend. Es wird euch verbinden durch das gemeinsame Tun und Erleben. Ihr findet euch und euren Partner in dem Buch wieder und ihr erkennt euch gegenseitig Das gemeinsame Buch eurer Ehe beschreibt in den verschiedenen Kapiteln eure Liebe zueinander, eure Liebe im Alltag und die Entwicklung eurer Liebe im Verlauf eures Ehelebens. Liebe öffnet die Augen füreinander. Sie ist auf den anderen gerichtet, von sich selbst wegschauend, nimmt sie den anderen in den Blick. Durch eure Liebe wird eure Einsamkeit zur Zweisamkeit: Liebende Augen entdecken den anderen und an dem anderen jeden Tag etwas Neues, etwas Liebenswürdiges, etwas Bewundernswertes. Die Liebe öffnet dem anderen auch den individuellen Freiraum. Durch die Liebe ist und bleibt er er selbst in seiner Eigenart und seinem charakteristischen Anderssein. Die Liebe engt nicht ein, sondern befreit zu sich selbst. Liebe schenkt Geborgenheit und nimmt den anderen in seinem Anderssein an. Liebe ist verlässlich und zuverlässig, verbindend und verbindlich. In gegenseitiger Liebe entsteht und entwickelt sich zwischen den liebenden Menschen ein unzertrennliches Band. Im liebenden Zusammenleben wächst die Liebe, wird sie stabil und widerstandsfähig. Wie eure Liebe zueinander so ist euer gemeinsames Buch einmalig. Ich wünsche euch viele frohe und erlebnisreiche Seiten, erfüllende Kapitel, zufriedenstellende Abschnitte, so dass ihr schließlich den Titel ändert in: Unser glückliches Eheleben als unendliche Geschichte unserer gegenseitigen Liebe. Was auf Eurem gemeinsamen Lebensweg vor Euch liegt, weiß niemand, und das ist gut so! Ich wünsche Ihnen, dass es eine gute Mischung aus allem sein wird. Seid versichert, egal, was kommen mag, gemeinsam wird man leichter mit Schwierigkeiten und Schlägen des Schicksals fertig und gemeinsam kann man sich an den guten Seiten des Lebens mehr erfreuen und diese besser auskosten. Ich freue mich, dass Ihr Euch zu diesem Schritt entschlossen habt, und wünsche Euch in Eurer Ehe alles Gute, auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg viel Kraft aber auch Freude aneinander und allzeit ein offenes Ohr für einander!

 
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