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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (839)

Sie haben mir erzählt, dass Sie jetzt schon xxx Jahre zusammenleben, Sie haben sich also schon vor einiger Zeit dafür entscheiden, Ihren Lebensweg an der Seite Ihrer Partnerin / Ihres Partners zu gehen. Ich denke, Sie wollten irgendwann einfach nicht mehr ohne den anderen sein -- Sie vertragen sich gut -- Sie passen zusammen -- Sie unterstützen sich gegenseitig -- Sie sind füreinander da und wollen nun auch miteinander alt werden. Und jetzt möchten Sie Ihr Zusammenleben auch amtlich festgestellt wissen, Sie möchten die Sicherheit, die Sie schon lange miteinander spüren, nun auch nach außen dokumentieren.

Durch Ihre Lebenserfahrung sind Sie den ganz jungen Paaren schon ein weites Stück voraus. Sie sind sich bewusst, wie wichtig es ist, die Wahl des Partners richtig getroffen zu haben und wissen über die Höhen und Tiefen im Leben besser Be-scheid als mancher ganz junge Mensch.

Wohl nur den wenigsten Menschen ist es vergönnt, mit der ersten großen Zuneigung zu einem Partner auch das ganz große Glück zu finden, das ein Leben lang hält. Das Leben geht, wie wir alle wissen, oft recht seltsame Wege. Da stellt sich die große Liebe vielleicht nach einiger Zeit als gar nicht mehr so groß heraus oder zwei Menschen, die eigentlich gut zusammen gepasst haben, entwickeln sich im Lauf der Jahre in völlige verschiedene Richtungen und passen eines Tages eben nicht mehr zusammen.

Auf der anderen Seite kann so manche Beziehung eben erst in späteren Jahren gelingen, weil sich gerade diese beiden Menschen in jungen Jahren vielleicht gar nicht verstanden hätten.

Eigentlich könnte man sagen: „Mit der Liebe ist es wie mit dem Wetter – man weiß nie wie es am nächsten Tag aussieht.“

Das Wetter hat ja immer eine große Bedeutung für uns Menschen. Das Jahr wird schon mal eingeteilt in die Jahreszeiten und zu jeder Jahreszeit erwarten wir im Grunde ein ganz bestimmtes Wetter. Der Frühling soll mild sein, der Sommer warm, der Herbst möglichst golden und im Winter sollte es Schnee geben – und wenn’s geht vor allem an Weihnachten!

Auch für andere besondere Feste erwarten wir natürlich das passende Wetter. Heute wurden Ihre Erwartungen leider/Gott sei Dank nicht erfüllt/erfüllt..........

Aber im Grunde ist es eigentlich völlig egal, wie das Wetter ist. .. Sie kennen sicher die Worte „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“.

Dieser Satz sagt nichts anderes, als dass es lediglich auf unsere Einstellung ankommt, ob wir das Wetter als gut oder als schlecht empfinden. Wenn wir zu sehr an unseren Erwartungen hängen, werden wir auch schnell enttäuscht.
Mit den Erwartungen an das Wetter ist es im Grunde ähnlich, wie mit den Erwartun-gen an das Eheleben. Niemand kann im Detail sagen, was auf Sie zukommen wird. Ihre Beziehung kann im Laufe des Lebens alle möglichen Schattierungen anneh-men-- genauso wie das Wetter. Vielleicht wird es in Ihrer Ehe auch mal stürmisch und kühl, wenn Sie sich eigentlich Sonne erhofft hatten. Auf der anderen Seite sind aber sicher auch Zeiten dabei, die so schön sind wie ein goldener Herbsttag.

Keiner von uns weiß, was ihn im Leben erwartet. Erst in der konkreten Situation kön-nen wir sagen, wie es uns damit geht.

Aber eines haben wir immer im Griff: Unsere Einstellung – wir können immer selbst entscheiden, wie wir mit einer Situation umgehen wollen. Und hoffentlich lautet der Entschluß dann : „Sich nicht unterkriegen lassen und immer das Beste draus ma-chen !“.

Aber heute geht es ja weniger um’s Wetter, sondern um Ihren gemeinsamen Neugebegin in der Ehe. Ich möchte Ihnen daher von Herzen wünschen, dass Sie sich Ihr ganzes Leben lang Ihre heutige Zuneigung bewahren können – egal bei welchem Ehewetter !

Zur Erinnerung an den heutigen Tag möchte ich Ihnen jetzt noch einen hoffnungs-frohen Satz von dem bekannten Philosoph und Religionsstifter Buddha mit auf den Weg geben, der Ihre heutige Lebenssituation sehr schön beschreibt:
„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst Du im Heute von Neuem beginnen.“ (Auf besonderem Papier ausgedruckt oder schön gestaltet für’s Stammbuch mitgeben)

Tja und ein wirklich guter Neuanfang ist – sich nun vor dem Gesetz und allen Ihren Gästen hier im Raum das JA-Wort zu geben.

Ich darf Sie daher bitten, sich jetzt von Ihren Plätzen zu erheben.

Ich frage Sie nun, Herr xxxxxxxxx,
Ist es Ihr freier Wille, mit der hier anwesenden
Frau xxxxxxxxxxx
die Ehe einzugehen, so antworten Sie mir bitte mit „JA“.

Dann frage ich auch Sie, Frau xxxxxxxxxxx,
Wollen auch Sie aus eigenem Wunsch und freier Entscheidung, mit dem hier anwe-senden
Herrn xxxxxxx
die Ehe eingehen, so antworten auch Sie mir bitte mit „JA“

Nachdem Sie beide meine Frage mit „JA“ beantwortet haben, haben Sie die Ehe geschlossen und ich stelle fest, dass Sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Ringtausch, Niederschrift und evtl. Namenserklärung unterschreiben, Gratulation, Urkunden aushändigen.
 
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