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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (842)

Traurede Verehrtes Brautpaar, werte Trauzeugen, liebe Verwandte und Angehörige unseres Brautpaares ich begrüße Sie hier im Trauraum der Gemeinde sowohl als Standesbeamter wie auch als Vertreter der Gemeinde . Mein Gruß gilt auch Ihnen, den Trauzeugen. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung bei der Eheschließung. Vor wenigen Wochen wurde geprüft, ob die rechtlichen Voraussetzungen für Ihre heutige Eheschließung gegeben sind. Sie waren und sind erfüllt. Jedoch: zu einem guten Start gehört mehr. Zwei Menschen finden zueinander, lernen sich kennen, schätzen und lieben. Nun haben Sie sich entschlossen, dies vor dem Standesbeamten zu besiegeln. An so einem Tag will man dem Brautpaar gerne ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Ich will es heute nicht anders halten! Also: Ratschlag Nr. 1 Was ist Liebe? Gewiß nicht das, was in den Schlagern immer so besungen wird! Sich lieben heißt: in dieselbe Richtung sehen, das sehen, was der andere sieht, dasselbe Ziel verfolgen, miteinander an einem Strang ziehen, in die gleiche Richtung marschieren. Das ist Liebe und diese Liebe wünsche ich Ihnen für den zukünftigen gemeinsamen Lebensweg! In einem Buch habe ich folgende Aussage gelesen: Kein Streit würde lange dauern, wenn das Recht und das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre! Wie wahr ist dies! Im Leben und gerade auch in der Ehe ist zu lernen, daß man bei einem Streit immer zum Teil wenigstens auch im Unrecht ist, dies macht die Versöhnung und das Einlenken wieder leichter! Eine kluge Frage habe ich in diesem Zusammenhang irgendwo gelesen, die sehr bedenkenswert ist gerade bei Meinungsverschiedenheiten, die Frage, die wir uns eigentlich regelmäßig bei auseinander gehenden Ansichten stellen müssten. Wollen wir Recht behalten oder glücklich sein? Nun folgt Ratschlag Nr. 2: Es ist wichtig, daß Sie sich annehmen. Annehmen heißt, den Partner so akzeptieren, wie er ist, mit allen Stärken, aber auch mit seinen Schwächen. Den perfekten Partner gibt es nämlich nicht. ! Der Schwabe sagt es wieder mal treffend: „Fehler brengt ma, ond Fehler fendet ma!\" Deshalb: kein ständiges Herum - mäkeln. Dies belastet jede Partnerschaft! Das ist jetzt aber kein Freibrief, an sich nicht mehr arbeiten zu müssen. Selbstverständlich sollte jeder von Ihnen, liebes Brautpaar, an seinen Schwächen und „Mödela\" arbeiten! Ein weiterer guter Rat: Geben Sie sich gegenseitig Freiraum, aber nehmen Sie sich auch viel Zeit füreinander. Nehmen Sie sich regelmäßig diese Zeitinseln, um sich nahe zu bleiben Im Auf und Ab des Alltags soll auch Ihre Ehe ein ruhender Pol sein, eine Ehe sein, aus der Sie, liebes Brautpaar, für den Alltag Kraft schöpfen, in der Sie sich gegenseitig aufmuntern und trösten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrer zukünftigen Ehe das große Glück erleben, das aus der Geborgenheit einer verlässlichen Beziehung entsteht! Dies ist doch gerade heute die große Menschen – Sehnsucht, wenigstens im ganz privaten Bereich ein Glück zu spüren, das über das Verliebtsein und Begehren hinaus Bestand hat. Beeindruckt hat mich auch der Satz: Wenn man begriffen hat, daß lieben wichtiger ist als Geliebt - werden, ergibt sich das Geliebtwerden ganz von selbst! Wie viel Weisheit steckt darin: Eine Aussage, die gerade auch für die Ehe ihre besondere Gültigkeit hat Es geht um die alte und ewige Wahrheit: nur wer gibt, wird empfangen! Diesen Satz auf die Ehe angewandt heißt doch , je egoistischer und selbstverliebter eine Partnerschaft gelebt wird, umso einsamer und unglücklicher ist sie! . Ich möchte Ihnen eine Fabel erzählen, die mir im Zusammenhang mit der Eheschließung sehr gut gefällt: In einem Wohnzimmer standen ein bequemer Polstersessel und ein Holzschemel. Die ganze Familie benützte mit Vorliebe den Polstersessel. Der Holzschemel, der unmittelbar daneben stand, ging immer leer aus. Eines Tages fragte der Holzschemel den Polstersessel: „Warum setzen sich alle nur bei dir nieder? Bei mir sitzt nie jemand!\" Daraufhin antwortete der Polstersessel: „Ich gebe nach!\" Als Standesbeamter schaffe ich heute mit Ihrer Eheschließung nur die Grundlage für Ihren künftigen gemeinsamen Lebensweg. Diesen Weg so zu gestalten, daß er von gegenseitigem Vertrauen getragen und durch Achtung und Liebe zu einem gemeinsamen glücklichen Miteinander führt, das ist die Aufgabe, die Sie mit dem heutigen Tag übernehmen. Soviel und noch unendlich mehr steckt in einer Ehe. Mit der Eheschließung gehen Sie nun Ihren eigenen Weg. Sie sollten dabei Ihre Eltern nicht ganz vergessen, insbesondere dann, wenn sie älter sind und Ihrer Hilfe bedürfen. Vielleicht können Sie einen kleinen Teil der Liebe zurückgeben, die Sie einst als Kinder erhalten haben. Ich weiß, viele gute Wünsche begleiten Sie am heutigen Tag. Ich schließe mich diesen Wünschen an und wünsche Ihnen von Herzen dass Ihre Ehe reich wird und voller Leben ist. Und das Rezept hierfür ist; Engagieren Sie sich beide für die Welt und seine Menschen im Auftrag des Höchsten Denn unsere Welt und die Mitmenschen brauchen Sie – und all Ihren Einsatz erhalten Sie doppelt und 3-fach zurück! Und diese, Ihre Ehe, wollen wir nun schließen, und ich bitte das Brautpaar und die Trauzeugen, sich von den Plätzen zu erheben. Ich richte nun an Sie beide nacheinander die Frage, ob Sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Ist es Ihr eigener unabänderlicher Entschluß, Herr mit der hier anwesenden Frau die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit JA. Wollen auch Sie, Frau aus freiem eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn die Ehe schließen, so antworten auch Sie mit JA. Sie beide haben soeben vor mir, dem zuständigen Standesbeamten und Ihren Zeugen erklärt, die Ehe miteinander einzugehen. Kraft Gesetzes sind Sie damit rechtmäßig verbundene Eheleute. Die Ringe sind ein Symbol dafür, dass Sie fest zusammengehören. Sie dürfen sie sich nun gegenseitig anstecken.

 
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