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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (843)

Liebe ….., lieber ….. Ich darf Euch heute ganz recht herzlich im historischen Rathaussaal der Stadt XY zu Eurer standesamtlichen Eheschließung begrüßen. Besonders für Euch, liebes Brautpaar, ist dies heute ein ganz besonderer Tag, dem ihr sicherlich mit Aufregung entgegengefiebert habt. Aber auch für mich ist Eure Trauung etwas ganz besonderes, da dies meine erste standesamtliche Eheschließung in meiner Tätigkeit als Standesbeamter bei der Stadt XY ist. Zuerst möchte ich Euch nochmals fragen, ob sich seit der Anmeldung der Eheschließung irgendwelche Änderungen ergeben haben, die Eure tatsächlichen Verhältnisse der Ehevoraussetzungen betreffen, z.B. Adressänderung, Familienstand oder ähnliches. Die Namensführung in der Ehe soll Falkner lauten ? Liebe ….., lieber ….., vermutlich habt Ihr den heutigen Tag vor Freude kaum erwarten können. Denn heute steht wohl eine der weitreichensten Entscheidungen in Eurem Leben an, deren Bedeutung Ihr Euch mit Sicherheit bewusst seid. Euer Entschluß, gleich vor mir den Bund fürs Leben zu schließen, basiert sicherlich auf gegenseitiger Zuneigung und Liebe, aber auch der Gewissheit, Höhe und Tiefen gemeinsam bewältigen zu wollen. Ein Standesbeamter hat keine Zauberflaschen mit der Aufschrift: „Glück, Zufriedenheit, Lust, Liebe, Weisheit oder Treue“. Ansonsten wäre dies heute mein Geschenk für Euch beide. An einer guten Beziehung muß man arbeiten. Eine passende Geschichte hierzu, möchte ich Euch zum Nachdenken mit auf den Weg geben: Es war einmal ein Bildhauer, der einen riesigen Granitblock bearbeitete. Jeden Tag hieb und hackte er an dem formlosen Stein herum. Ein kleiner Junge, der zusah, fragte ihn: Was suchst du denn ? „Abwarten“, sagte der Bildhauer. Eine Woche später kam der Junge wieder. Inzwischen hatte der Bildhauer ein schönes Pferd aus dem Granitblock herausgemeiselt. Der Junge starrte sprachlos das Pferd an und fragte den Bildhauer: „Woher hast du denn gewusst, was da drinsteckt“? Am Start Eurer Ehe steht Ihr vor einem unbehauenen Fels der Liebe. Die gemeinsame Arbeit kann beginnen, um Eure Träume von Ehe und Glück in die Realität umzusetzen. Ab heute seid Ihr der Bildhauer Eures gemeinsamen Lebens und Eurer Ehe. Das Ziel von Liebe und Ehe ist, einander zu erkennen und im anderen das zu sehen und zu achten, was er ist, nämlich des anderen Gegenstück und Ergänzung. Sammelt in Eurer Ehe nicht Jahre mit Gewohnheiten und Langeweile, sondern sammelt Verständnis füreinander. Versucht nicht nur durch die eigenen Augen zu sehen, durch die eigenen Ohren zu hören, durch die eigene Seele zu fühlen, sondern versucht durch die Augen des Anderen zu sehen, durch die Ohren des Anderen zu hören, und durch die Seele des Anderen zu fühlen. Dann werdet Ihr immer Verständnis füreinander haben. Heute gebt Ihr Euch das Eheversprechen. Die Schriftstellerin Christa Alden formulierte Ihr Versprechen zu Ihrem Partner folgendermaßen: Ich will wachen, wenn Du müde bist. Ich will erinnern, wenn Du vergisst. Ich will schweigen, wenn Du recht hast. Ich will sprechen, wenn Du irrst. Ich will vorangehen, wenn Du zögerst. Ich will stark sein, wenn Du versagts. Ich will gehen, wenn Du allein sein musst. Ich werde aber immer da sein, wenn Du mich brauchst. Ich wünsche Euch beiden von Herzen, dass Euer heutiger Entschluß die Erfüllung bringt, die Ihr Euch von ihm erhofft, damit Ihr auch noch im hohen Alter zueinander sagen könnt: Die Ehe ist die wichtigste Entdeckungsreise die wir miteinander unternommen haben, aber mir Dir würde ich jeder Zeit wieder auf Reise gehen. Wenn Ihr jetzt für Euren besonderen Glücksmoment am heutigen Tag, das Eheversprechen bereit seid, möchte ich Euch bitten, Euch von den Plätzen zu erheben. Ich frage nun Sie, Herr …., ist es Ihr eigener und fester Entschluß, mit der hier anwesenden Frau…… die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit Ja. Ist es auch Ihr unbeirrter Wille, Frau …….. mit dem hier anwesenden Herrn …. die Ehe zu schließen, so antworten auch Sie mit Ja. Nachdem Sie beide meine Frage bejaht haben, spreche ich aus, dass Sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Die Ringe sind schon in alten Zeiten das Symbol für die Ehe gewesen, weil ein Ring kein Anfang und kein Ende hat, so wie auch Eure gegenseitige Zuneigung kein Ende haben soll. Als äußeres Zeichen Eurer Verbundenheit, steckt Euch einander nun bitte die Ringe an. Niederschrift vorlesen und unterschreiben lassen. Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. Das Glück kann man nur multiplizieren, in dem man es teilt. In diesem Sinne wünsche ich Euch beiden im Namen der Stadt XY, im Namen unseres Bürgermeisters Herrn Max Mustermann und natürlich in meinem eigenen Namen alles erdenklich Gute für Eurer gemeinsamen Lebensweg. Vergesst dabei nie: So weit die Erde Himmel sein kann, ist sie es in einer glücklichen Ehe.

 
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