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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (844)

Liebes Brautpaar, liebe Hochzeitsgäste, zuerst möchte ich Sie alle recht herzlich zu diesem feierlichen Anlass hier im Trausaal des Marktes begrüßen. Für Sie liebes Brautpaar ist das heute ein ganz besonderer Tag. Die standesamtliche Trauung, so kurz und nüchtern sie auch sein mag, ist für Sie eine wichtige Station auf Ihrem Weg ins gemeinsame Eheglück. Sie werden jetzt gleich einen Bund schließen, der Ihr weiteres Leben ganz wesentlich bestimmen wird. Vielleicht werden Sie jetzt sagen, wir sind ja schon länger zusammen, bei uns ändert sich nichts. Wir haben miteinander ein Haus gebaut und schon einiges erlebt. Das stimmt natürlich – aber auch nur zum Teil. An ihrer Liebe und Zuneigung zueinander soll sich selbstverständlich nichts ändern. Die gemeinsame Ehe wird Ihnen aber noch mehr bieten. Sie ist auch ein fester Rahmen, eine Art Gefäß, ein Schutz, damit Ihr gemeinsames Leben eine Zukunft hat. Und gerade deshalb haben Sie die richtige Entscheidung getroffen, hier vor dem Gesetz und nachher auch vor Gott zu heiraten. Bevor wir mit der eigentlichen Trauung beginnen, müssen wir noch einmal die Namensführung in der Ehe besprechen. Bei der Anmeldung zur Eheschließung wurden Ihnen die vielen verschiedenen Möglichkeiten der Namensführung erläutert. Sie haben sich für einen Ehenamen entschieden. Ich werde Ihnen die Erklärung zur Namensführung vorlesen. Und im Anschluss an die Eheschließung werden wir die Erklärung dann mit unseren Unterschriften bestätigen. [Lesen der Erklärung zur Namensführung] Ja liebes Brautpaar, Vor der eigentlichen Trauung ist es üblich, dem Brautpaar etwas Persönliches mit auf den Weg zu geben. An dieser Stelle überlegt man sich immer, was denn wohl passend sei, weil man ja keine Einheitsrede halten will. Nachdem Sie sich ja beide ein schönes Heim in geschaffen haben, will ich heute die Ehe mit dem Bau und dem Bestand eines Hauses vergleichen. Und Ihr Haus ist kein gewöhnliches Haus, da Sie es wohl doch zum großen Teil selbst mit eigenen Händen und mit vereinten Kräften von Freunden, Verwandten und Bekannten gebaut haben. Ich kann mir gut vorstellen, wie nach und nach der Rohbau erstellt wurde bis Sie letztlich mit dem Innenausbau fertig wurden und Sie einziehen konnten. Wenn man bedenkt, auf wie viele Schwierigkeiten man beim Hausbau stoßen kann und wie viele Entscheidungen und Kompromisse zu treffen sind, so glaube ich, dass diese gemeinsame Erfahrung Sie für Ihr zukünftiges Leben fest zusammengeschweißt hat. Ein Haus besteht aus verschiedenen Bauteilen und Elementen. Das erste und sicherlich das wichtigste ist ein festes Fundament. Und das gilt genauso für die Ehe. Die wichtigsten Bestandteile für das Fundament Ihrer Ehe sind vor allem gegenseitige Liebe und Zuneigung. Solange Sie diese Gefühle füreinander haben, wird das Fundament Ihrer Ehe nichts erschüttern können. Aber auch die übrigen Materialien für den Rohbau sind für die Festigkeit eines Hauses von großer Bedeutung. Und wenn ich mir Ihr Haus so anschaue, so haben Sie nur die besten Baustoffe verwendet. Und auch hier gibt es Parallelen zu Ihrer Ehe. Wie beim Hausbau kommt es auf die richtige Mischung der Zutaten an. Die wichtigen Bauteile einer Ehe sind Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu achten und auch in schwierigen Situationen zueinander zu halten. Ihr Haus ist von festen Wänden und einem dichten Dach umgeben, die nicht nur Regen, Wind und Kälte abhalten sollen, sondern Sie auch vor größeren Unwettern schützen wird. Dieser Schutz ist auch in Ihrer Ehe wichtig. In jeder Ehe gibt es schlechte und gute Tage. Und sollten Sie sich einmal streiten – so laut es auch zugegangen sein mag – machen Sie schnell einen großen Hausputz und nützen Sie die vielen Türen in Ihrem Heim, um ohne falschen Stolz wieder aufeinander zuzugehen. Hilfe finden Sie dabei, in dem Sie viel miteinander reden und zu gegenseitigen Kompromissen bereit sind. So wie die eben beschriebenen Witterungseinflüsse auf ein Haus tagtäglich einwirken, so werden auch auf Ihre Ehe ständig Einwirkungen von außen zukommen, sei es aus dem Berufsalltag oder aus den sonstigen Unwägbarkeiten des Lebens. Denn auch ein Haus muss einmal einen Sturm überstehen, vielleicht muss dann das Dach ausgebessert werden, vielleicht schlägt sogar einmal ein Blitz in das Haus ein oder es nagt einfach nur der tägliche Zahn der Zeit daran. So wie es bei einem Haus dann wichtig ist, dass man die schadhaften Stellen ausbessert, ist es auch in der Ehe wichtig, das Fundament der gegenseitigen Zuneigung zu erhalten. Denken Sie daran, dass Sie Ihr Haus der Ehe z. B. mit einem neuen Anstrich wieder in Ordnung bringen, denn auch die Liebe braucht von Zeit zu Zeit Pflege, um auf Dauer bestehen zu können. Vielleicht noch ein Wort zu Ihren sozialen Kontakten. Ich möchte Sie herzlich bitten, sich jetzt nicht in Ihr neues Ehehaus zurück zu ziehen, sondern ergreifen Sie die Chance und erweitern Sie Ihren Freundeskreis um die Bekannten Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners. Denn durch die rege Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird Ihre Ehe durch Abwechslung, Erfahrungsaustausch sowie neue Reize und Ideen bereichert, so dass Sie immer wieder aus Ihrem „Alltagstrott“ ausbrechen können und Ihre Liebe frisch und spannend bleibt, wie am ersten Tag. Ich wünsche Ihnen, dass unter Ihrem Dach das Glück, Ihre gemeinsamen Freuden, Ihre Ideale, Ihre Ziele und nicht zuletzt Ihre Wunschträume immer einen Platz finden werden. Welche Form das Haus Ihrer Ehe letztlich bekommt, ob es z. B. einen Erker, einen Balkon oder einen Wintergarten hat, ist nicht so entscheidend. Hauptsache, das Haus steht auf einem festen Fundament und ist solide gebaut, so dass es eine Ewigkeit hält. Für die Baugenehmigung Ihres Ehehauses haben Sie sich beide schon selber erfolgreich bemüht. Jetzt werden Sie mit Ihrem Jawort den Grundstein für Ihre gemeinsame Ehe legen. Ich darf nun alle Anwesenden bitten, sich von den Plätzen zu erheben. Ich frage nun Sie, Herr , ist es Ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau die Ehe zu schließen, dann antworten Sie mit „Ja“. Wollen auch Sie, Frau , aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn die Ehe schließen, dann antworte auch Sie mit „Ja“. Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie damit kraft Gesetzes rechtlich verbundene Ehegatten sind. Meinen herzlichen Glückwunsch an Sie beide! Der Ehering ist heute ein wichtiger Bestandteil dieser Trauung. Sie drücken damit aus, dass Sie von nun an fest zusammengehören. Sie dürfen sich die Ringe jetzt gegenseitig anstecken. Bevor Sie nun den Heiratseintrag unterschreiben, werde ich Ihnen diesen vorlesen.

 
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