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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (848)

Liebes Brautpaar, ich begrüße Sie, Ihre Trauzeugen, Verwandte und Freunde heute hier im Trauzimmer der Stadt ....... Für heute haben Sie sich entschlossen „Ja“ zu sagen. „Ja“ ein so kleines Wort mit einer so großen Bedeutung. „Ja“ damit erklären Sie sich vor dem Gesetz und vor allen anderen Menschen bereit für immer miteinander zu denken, zu planen, zu sorgen, zu entscheiden oder ganz einfach zu leben. Ihr „Ja“ gilt dem Menschen, für den Sie sich entschieden haben. Den Menschen gefunden zu haben, mit dem man sein Leben teilen möchte, gehört sicher zu den schönsten Erfahrungen, die wir im Leben machen können. Genauso gehört die Entscheidung, gerade mit diesem Menschen ein gemeinsames Leben aufzubauen, auch zu den wichtigsten Entscheidungen, die wir im Leben treffen. Denn es ist eine Entscheidung, die die Weichen für das weitere Leben stellt. Sie beide bekräftigen heute öffentlich, dass sie sich trauen oder sich zutrauen, ihr Leben miteinander zu teilen. Sie bekräftigen, dass Sie einander vertrauen und sich dem anderen anvertrauen. Sie haben jeweils den Menschen gefunden, mit dem sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen wollen, eine christliche Gemeinschaft vorstellen können. Sie wollen nun ihren weiteren Lebensweg Hand in Hand gehen, sie wollen sich gemeinsam weiterentwickeln, sie wollen zusammen das Beste aus ihrem Leben machen. Und das bedeutet, dass sie bereit sind, in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzuhalten. Denn das Leben kennt ja nicht nur glückliche Momente, wie die Stunden tiefer Verbundenheit, der Freude und des Glücks. Das Leben bringt manchmal auch traurige oder schwer zu bewältigende Augenblicke mit sich. Und gerade dann brauchen wir jemanden, der zu uns hält, der die schwierige Phase mit uns durchsteht, der uns aufmuntert und uns hilft. Sein Leben miteinander zu teilen heißt, füreinander da zu sein, einander Halt zu geben, sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es bedeutet Glück und Schmerz zu teilen. Die Voraussetzungen dafür sind gegenseitige Zuneigung, Achtung dem anderen gegenüber und Vertrauen. Achtung und Vertrauen sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe, ohne welche sie nicht bestehen kann. Denn ohne Achtung dem anderen gegenüber hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude. Dieses Fundament wird gebraucht, um die Wechselfälle des Lebens zu bestehen. Denn es ist weder immer einfach, traurige Erlebnisse zu verkraften oder Konflikte zu bewältigen, noch ist es immer leicht, sich die Liebe zu bewahren oder der Ehe neue Impulse zu geben. Kein Paar weiß vorher, was das Leben an Höhen und Tiefen für es bereithält und wie sie mit den Entwicklungen und Veränderungen klarkommen wird, die sich im Zusammenleben im Laufe der Jahre ergeben. Jedes Paar weiß bei der Trauung nur, dass beide sich gut verstehen, dass sie zusammenbleiben wollen, sich lieben und vertrauen. Sie sehen den Weg, der vor Ihnen liegt, der sie auf manche Gipfel führen wird und der sie hin und wieder auch an Klippen vorbeiführt. Sie halten aneinander fest, weil sie überzeugt sind, miteinander auf dem richtigen Weg zu sein. Sie werden nun zukünftig den Alltag miteinander teilen. Im Alltag lernt ein Paar sich richtig kennen. Im Alltag erweist es sich, wie gut beide miteinander klarkommen. Gehen sie aufeinander ein und nehmen sie sich Zeit füreinander und ihre Beziehung? Können sie miteinander sprechen und einander zuhören, können Sie Konflikte gemeinsam regeln? Uns allen ist ja klar, dass das Leben für uns nicht nur glückliche Stunden bereithält. Jeder einzelne und auch jedes Paar erlebt schöne wie traurige Momente; jeder erfährt Erfolge und Misserfolge. Diesem Auf und Ab wollen sich zwei Menschen, die sich füreinander entschieden haben, gemeinsam stellen. Sie sind sicher, zusammen das Beste daraus machen zu können. Denn wie heißt es so treffend in einem alten Sprichwort; Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. Dunkle Stunden lassen sich besser zu zweit bewältigen und dunkle Wolken verschwinden schneller, wenn man sie zu zweit verjagt. Umgekehrt macht es natürlich einfach mehr Spaß, sich gemeinsam über die schönen Seiten des Lebens zu freuen. Und jedes Paar vertraut darauf, zu zweit mehr helle Stunden zu erleben. Im Laufe der Zeit wird sich dann ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickeln. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit gibt beiden Eheleuten Rückhalt, Sicherheit und Geborgenheit. Es beruht auf der Gewissheit, zusammen am besten durchs Leben zu kommen. Die Ehe ist dann wie ein sicherer Hafen, in den beide immer einlaufen können, um zur Ruhe zu kommen oder um neue Kraft zu tanken. Und dadurch setzt das Gefühl der Zusammengehörigkeit auch neue Energien frei. Es ist die Basis, von der aus sich Schwierigkeiten gut bewältigen lassen. Denn wenn zwei Menschen zusammenhalten, werden Sie gemeinsam den Problemen schon zu Leibe rücken können. Sie werden sich gegenseitig unterstützen und aufmuntern oder gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist das, was eine Beziehung trägt, es ist das, was immer bleibt. Die Liebe, die beide füreinander empfinden, wird sich im Lauf der Jahre wandeln; ebenso werden die Ziele, die beide miteinander verfolgen, mit der Zeit in eine andere Richtung gehen. Und auch sie selbst werden sich verändern, im Aussehen, in den Meinungen und Interessen, so wie auch ihr Lebensumfeld Veränderungen erfährt. Das bleibende jedoch liegt darin, dass beide sich diesem Leben gemeinsam stellen und immer wieder die gegenseitige Nähe suchen. Jeder Konflikt, den beide gemeinsam bewältigt haben, und jeder Erfolg, den beide gemeinsam errungen haben, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie auch jedes andere schöne Erlebnis, das beide zusammen erfahren, oder die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Gestärkt wird es schließlich auch durch die gemeinsamen Erinnerungen. Wie die Erinnerung an die erste Begegnung oder das erste Rendezvous und an das, was einen von Anfang an am anderen fasziniert hat. Patentrezepte für eine glückliche Ehe gibt es natürlich nicht. Die Ehe bedeutet ein ständiges Geben und Nehmen. Sie ist etwas, woran man ständig arbeiten muss, denn sie wird nie fertig. Zu einer glücklichen und harmonischen Ehe gehört sicherlich eine ganze Reihe von Voraussetzungen. Aber insbesondere Geborgenheit und Glück durch die Liebe zueinander werden in Ihrer Ehe für Sie die Erfüllung bringen, die Sie sich von ihr erwarten. Der Schriftsteller Clemens Brentano hat dies sehr viel schöner formuliert als ich: Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden. Aber der Reichtum einer Partnerschaft ist nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in den Gefühlen: Sich loslassen zu können und doch getragen zu sein Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen, Halt zu geben und Halt zu finden Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren aber besonders: Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren. Ich möchte meine Rede nun heute mal mit einem Bibelvers aus dem 1. Korinther Kapitel 13 über die Liebe beenden, so wie Sie beide sich das gewünscht haben. Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe ist immer bereit zu verzeihen, stets vertraut sie, sie verliert nie die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. Ich möchte Ihnen eine lange Zukunft wünschen, die getragen ist von gegenseitiger Zuneigung, Achtung und Vertrauen, Verständnis und Toleranz und ganz besonders durch die Liebe, denn wo die Liebe ist, ist auch das Glück

 
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