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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (849)

Sehr geehrtes Brautpaar, Sie beide werden als zwei eigenständige Menschen gleich ja zueinander sagen, dabei kommt das Ja-Wort des einen wie ein Echo von dem anderen bewusst zurück. Das enge, eheliche Zusammenleben führt zu einem wechselseitigen Echo, der eine Partner wirkt auf den anderen ein. Sie lösen gegenseitig in Ihrem Ehepartner einen harmonischen Klang, einen Widerklang, eine Resonanz aus, die auf Sie zurückwirkt. Was den einen beschäftigt, sagt er seinem Partner, in dem es nachklingt und zurückklingt. Wenn Sie sich sehen, schwingen freudige Gefühle mit; die Stimme des Ehepartners ist ein angenehmer Ton in Ihren Ohren. Es freut Sie, wenn Ihr Ehepartner auf Sie reagiert, mit Ihnen mitempfindet und mitfühlt. Sie wissen sich durch ihn angenommen und aufgenommen. Im Miteinander in der Ehe entsprechen Sie einander, gehen Sie aufeinander ein und nehmen Anteil aneinander. Ihre gegenseitige Sympathie hat Sie letztlich zusammen-geführt. Diese Sympathie verbindet Sie; geheimnisvoll sind die Wege, die Sie zusammengeführt haben. Auch Sie beide haben sicherlich auch feststellen müssen, dass das Leben nicht immer ein strahlender und glücklicher Traum ist und man sich manchmal vor kommt, wie in einem Fahrstuhl. Es gibt auf und abs. Hieraus hat man gelernt und ist klüger geworden. Wichtig ist, die unendlich vielen schönen, glücklichen und sympatischen Augenblicke, in unserer Erinnerung aufzubewahren. In schweren Momenten geben sie uns Kraft und Hoffnung auch diese Zeiten durchzustehen, in der Gewissheit auf das Licht, das jeder Dunkelheit folgt. Entscheidend ist Ihre Sympathie füreinander, für andere möglicherweise unbegreiflich, sie ist Ihr Geheimnis. Sie ist nicht in Worte zu fassen, in Worten nicht darstellbar und nicht auszudrücken. Sie braucht nicht in Worte gefasst zu werden, ihre Wirkung durchzieht sie beide und ihr gemeinsames Leben. Sympathie ist ebenso stark und geheimnisvoll wie Sie beide in Ihrer Persönlichkeit einzigartig und einmalig sind. Aus Ihr entsteht das Mitgefühl mit und das Einfühlen in den Ehepartner, Sie fühlen sich durch die Anwesenheit des Partners wohl und geborgen. Sie strahlen aufeinander eine sympathische Wärme aus. Von nun an werden Sie sich in vielfältiger Form Ihre gegenseitige Sympathie zeigen, Sie werden sie immer wieder neu ausdrücken und voreinander bekunden. Die Sympathie füreinander entdeckt immer neues am anderen Ehepartner. Sie beglückt und erfreut, schenkt dem anderen Zufriedenheit, Freude und Glück. Die Rosen der Sympathie verwelken nicht, sie bleiben frisch, wohlriechend, bezaubernd und anziehend. Darin besteht auch mein persönlicher Wunsch an Sie, Frau ... und Sie, Herr ... zu Ihrer heutigen Eheschließung. Von nun an werden sie gemeinsam ihren Lebensweg gehen und zwar an schönen, wie auch an wechselhaften Tagen. Möge das Band der Sympathie sie dabei fest umschließen. Sie haben sich entschieden, am heutigen Freitag, vor mir, dem zuständigen Standesbeamten in ... und Ihren Trauzeugen Frau ... aus ... und Herrn ... aus ... das Ja-Wort zu geben und damit die Ehe einzugehen. Dieses müssen Sie nicht, Sie brauchen es nicht, es ist Ihr gemeinsamer Wunsch. Einwendungen und Hindernisse sind nicht bekannt geworden. Somit kann ihre Ehe nach den gesetzlichen Bestimmungen jetzt geschlossen werden. Ich darf sie alle bitten, sich nun von ihren Plätzen zu erheben, damit ich die entscheidende Traufrage an das Brautpaar richten kann. Liebes Brautpaar: Ich werde jetzt die Fragen an Sie richten, mit deren Beantwortung sie nach dem Gesetz den Bund ihrer Ehe schließen: ... Ist es Ihr eigener und fester Entschluss mit der hier anwesenden ... die Ehe einzugehen, so antworten sie mit „Ja“. Und nun frage ich sie, ... ist es Ihr eigener und fester Entschluss mit dem hier anwesenden ... die Ehe einzugehen, dann antworten auch sie mit „Ja“. Nachdem sie beide vor mir, meine Frage mit Ja beantwortet haben, erkläre ich Sie kraft Gesetzes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. Und als Zeichen ihres Glücks haben sie mir im Vorfeld mitgeteilt, dass sie auch den Ringetausch vornehmen möchten. Dieses können sie jetzt tun. Den Bund für das Leben haben Sie nun geschlossen. Die Kunst Ihrer Ehe wird es sein, Ihren gemeinsamen Alltag glücklich und harmonisch zu gestalten und zu erhalten. Hierzu sind Vertrauen, Verständnis, ein Mit- und Füreinander sowie ständige, gegenseitige Unterstützung unerläßlich. Als Standesbeamter hab ich das Glück, dass ich Ihnen als Erster gratulieren kann und möchte Ihnen jetzt meine persönlichen Glückwünsche aussprechen. „Herzlichen Glückwunsch und alles Gute auf Ihrem weiteren Lebensweg.“ Nehmen Sie doch bitte wieder Platz. Einige kurze Verse beschreiben das gerade Geschehene in beeindruckender Weise: Ihr Ja ist ein Ja, kein Jaja, kein möglicherweise, kein unter Umständen, kein Probeweise. Ihr Ja ist kein Naja. Ihr Ja ist ein Ja zueinander, so wie Sie sind und wie Sie werden können. Ich denke, eine sehr gute Zusammenfassung für Ihre Eheschließung.

 
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