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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (857)

Liebe _______, lieber ______! Werte Zeugen, verehrte Hochzeitsgäste! Ich darf euch heute am 30. Juli 2011 zu Eurem ganz persönlichen Festtag sehr herzlich, hier im Trauungssaal der Marktgemeinde _________, willkommen heißen. Gleich vorweg hoffe ich, dass Ihr die Worte, die ich gleich an Euch richten werde, nicht als Vorschriften und Belehrungen auffasst, sondern einfach als gut gemeinte Ratschläge, als kleine Tipps und Hinweise zum gemeinsamen Leben. Liebes Brautpaar! Für die meisten Menschen ist der heutige Tag ein Tag wie jeder andere, für viele ein normaler Arbeitstag, für Euch beide wird dieser _______ aber unauslöschbar mit Eurem Leben verbunden sein, denn mit dem heutigen Tag beginnt ein neuer Lebensabschnitt, von dem Ihr Euch beide sehr viel versprecht. Die bisherige gemeinsame Zeit habt Ihr jedenfalls ausgenutzt um einander zu prüfen und auch die Stärken und Schwächen voneinander kennenzulernen. Einfach gesagt, Ihr seid draufgekommen, dass ihr gut miteinander auskommt und Ihr seid Euch Eurer Gefühle sicher, dass ihr zusammen bleiben wollt. Man sollte sich jedoch vor Augen halten, dass es in einer Ehe nicht nur Sonnen- sondern auch Schattenseiten geben wird. Denn ein Paar besteht eben einmal aus eigenständigen Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen, Erfahrungen und vielleicht auch unterschiedlichen Temperamenten. Deshalb ergibt es sich von selbst, dass man nicht immer einer Meinung ist und auch nicht immer dasselbe will – doch das wäre auf die Dauer ja auch langweilig und muss ja auch gar nicht sein. Das Leben miteinander zu teilen, bedeutet aber vor allem auch, alles Schöne gemeinsam zu erleben und sich gegenseitig glücklich zu machen. Wenn man verliebt ist, ist man ja besonders offen für das, was einen froh stimmt, und man erfährt, dass man zusammen viel mehr von heiteren Momenten hat als allein. Das Leben zu teilen heißt des Weiteren, dass jeder für den anderen da ist, dass er Zeit für ihn hat und auf ihn eingeht. Und wenn nötig, den anderen aufmuntert und ihm hilft, mit Problemen fertigzuwerden. Ebenso sollte man versuchen stets einen Freiraum für den Partner aufrecht zu erhalten und so die Eigenständigkeit des anderen zu bewahren. Dies bedeutet aber nicht Interessenlosigkeit am Ehepartner, denn unbedingte Voraussetzung für eine funktionierende Lebensgemeinschaft ist die Aufgeschlossenheit, mit der man am Leben des anderen teilnimmt. Teilnahme an dem, was den anderen berührt, bekümmert, begeistert, an seinen Hobbys ebenso, wie an seinen beruflichen Problemen, Sorgen und Erfolgen. Ich wünsche Euch daher ein unerschütterliches Vertrauen zueinander und gegenseitiges Verständnis, um nicht nur in allen großen Fragen, sondern auch in den tausend kleinen Dingen des täglichen Lebens immer wieder den Weg zum anderen zu finden. Natürlich wird es auch Meinungsverschiedenheiten geben, doch solltet Ihr stets versuchen einen gemeinsamen Nenner zu finden, dem Ihr beide zustimmen könnt. Denkt stets daran, dass die gemeinsame Zeit viel zu kurz ist, um Sie in Streit und Zorn zu verbringen. Geht dem Partner den entscheidenden ersten Schritt entgegen, sprecht das versöhnende Wort, denn keiner von Euch vergibt sich etwas dabei, wenn er dem Menschen, den er liebt, als erster die Hand zur Versöhnung reicht. Haltet Euch vor Augen, dass jeder von Euch seine Fehler hat, die der andere zu ertragen hat. Wenn der Partner oder die Partnerin Dich durch eine Handlung oder ein Wort kränkt oder ärgert, seht es nicht gleich als böse Absicht, sondern als Unzulänglichkeit, die menschlich ist und die sich auch bei Dir findet. Auch kommt es vor, dass bei Mitteilungen des Partners Gefühle mitspielen, wie zum Beispiel Freude, Kummer, Ärger, Wut oder Müdigkeit. Auch auf diese solltet Ihr achten, um die Botschaft des anderen richtig zu verstehen und richtig darauf zu reagieren. Vor allem aber ist es von Bedeutung, das wichtigste Element in einer guten Ehe, die Liebe, bewusst zu pflegen und zu schützen, denn diese Liebe ist nicht nur Leidenschaft, sie ist unendlich viel mehr: sie ist gegenseitiges Verstehen, gegenseitiges Verzeihen, gegenseitige Hilfe, Unterstützung und die Sorge um den anderen, aber auch die Freude über gemeinsam Erreichtes, gemeinsam Erlebtes. Abschließend möchte ich noch sagen, dass letztendlich keiner von uns weiß, was die Zukunft für Ihn bereithält und wohin sein Lebensweg ihn letztendlich auch führen wird. Gerade in solchen schwierigen Stunden und Lebenssituationen solltet ihr euch wieder an das heutige Versprechen erinnern, sich beizustehen und die Treue zu halten. Und mit diesen Worten, liebe ______, lieber ______, werde ich an euch beide gleich in Gegenwart eurer Zeugen die Frage richten, die Euer ganzes zukünftiges Leben einschließt, die Frage die Ihr mit den Lippen beantwortet aber mit dem Herzen und dem Willen zum gemeinsamen Leben wahrmachen müsst. Dazu darf ich Euch und auch die Trauzeugen bitten, sich von den Plätzen zu erheben und einen Schritt nach vorne zu kommen.

 
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