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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (865)

Passende Worte Liebe Frau …, lieber Herr … oder besser verehrtes Brautpaar. Ein ganz bedeutsamer Schritt führt Sie heute hierher zum Standesamt in … Sie möchten – wie man so schön sagt – „den Bund der Ehe schließen“. Die Entscheidung füreinander haben Sie eigentlich schon getroffen, bevor Sie hier zum Standesamt gekommen sind. Mit dem Gang heute hierher wollen Sie Ihrer ganz persönlichen Entscheidung füreinander eine rechtliche Grundlage geben. Wenn Sie nachher diesen Saal wieder verlassen werden, wird man äußerlich kaum eine Veränderung erkennen können. In Ihrem Fall ändert sich „nur“ der Familienname der Frau und beide Ehepartner werden –so denke ich – nach der kirchlichen Trauung ihre Zusammengehörigkeit durch das Tragen der Eheringe verdeutlichen. Weit wichtiger sind dagegen die rechtlichen Folgen. Diese sind im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert und regeln insbesondere die Namensführung, das Güterrecht, das Erbrecht und das Sorgerecht. Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend. Ich habe mich auch gefragt, was bedeutet eigentlich Ehe? Aus eigenen Erfahrungen kann ich noch nichts zu dem Thema Ehe beitragen, da ich selbst noch nicht verheiratet bin, aber wenn man von der Ehe liest, so stößt man unweigerlich auf Schlagworte wie Liebe, Treue, Glück usw. Diese Dinge gehören sicher dazu, sie allein reichen allerdings nicht aus. Entscheidend ist der Umgang, der miteinander gepflegt wird. Patentrezepte für eine gute Ehe, habe ich mir sagen lassen, gibt es keine. Von großer Bedeutung ist dabei die Achtung vor der Persönlichkeit und Würde des anderen. Man muss - so meine ich – in der Ehe einander annehmen mit allen guten und weniger guten Eigenschaften und sollte in dieser engen Verbindung einen Freiraum für den einzelnen aufrecht erhalten und seine Eigenständigkeit bewahren. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein kurzes Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry vortragen, der einmal sagte: Liebe besteht nicht darin, dass wir einander anschauen, sondern, dass wir in die gleiche Richtung schauen. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne für Ihren gemeinsamen Lebensweg als Ehepaar und auch schon als Familie alles Gute, Glück und Gesundheit und dass auch Ihre eigenen wünsche und Erwartungen in Erfüllung gehen werden Ich möchte nun zur eigentlichen Trauung mit Verlesen der Trauformel kommen. Ich bitte hierzu das Brautpaar sich zu erheben. Kleines Zitat von Pythagoras (griechischer Gelehrter) Die kürzesten Wörter, nämlich „ja“ und „nein“ erfordern auch das meiste Nachdenken.

 
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