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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (868)

Ich begrüße Sie liebe XXX, lieber XXX, Ihre Trauzeugen und Ihre Gäste ganz herzlich in den barocken Räumen des Standesamts XY. Ich möchte mich kurz vorstellen, mein Name ist XXX XXX und ich darf Sie heute ein kleines Stück auf Ihrem Lebensweg begleiten. Liebes Brautpaar, jeder Mensch ist auf der Suche nach dem passenden Gegenstück. Einem Partner, der einen als ganze Persönlichkeit annimmt, der viele Bilder von einem sieht und nicht nur eine Momentaufnahme. Der die Entwicklung des Partners nachvollzieht, der einen unterstützt und reifen lässt, Zuneigung, aber auch Achtung, entgegenbringt. Sie beide haben Ihr passendes Gegenstück bereits im März 2004 bei einem Stadl-Fest gefunden. Sie beide haben sich auf Anhieb sofort verstanden, stundenlang miteinander kommuniziert, sich verabredet und sich das ein oder andere Mal getroffen, einfach – um sich näher kennenzulernen und festzustellen, dass Sie so gut zusammenpassen, dass Sie zusammen bleiben wollen. Seit Oktober 2007 wohnen Sie beide in Ihrer eigenen „Bastelstube“, dem Fachwerkhaus in XXX, und genießen die gemeinsame Zeit. Auch beruflich stehen Sie mit beiden Beinen Fest im Leben. Neben der Arbeit finden Sie jedoch immer noch Zeit für Ihre Hobbies, wie das Fußball spielen, die Jazz-Gruppe und natürlich Ihr Haus und Ihr Garten. Ich möchte an dieser Stelle auch noch kurz erwähnen, wie es dazu kam, dass Sie beide heute nun vor mir sitzen. Den schließlich ging dem Ganzen auch ein Heiratsantrag voraus, den Sie XXX, XXX gemacht haben. Bei einem Besuch bei Ihrem Bruder in Wien haben Sie ganz romantisch auf dem Donauturm um die Hand von Ihr angehalten. Der erste offizielle Schritt in Richtung Eheschließung erfolgte dann am 19. Januar 2012 mit der Anmeldung. Bei der Anmeldung zur Eheschließung haben Sie mir dann folgenden Leittext von Michel Quoist zukommen lassen. Wer den anderen liebt, lässt ihn gelten, so wie er ist, wie er gewesen ist und so wie er sein wird. Und genau darauf möchte ich nun die weitere Traurede aufbauen. Ich finde dieser Spruch passte sehr gut um eine Partnerschaft mit Ihrem gemeinsamen Hobby, einem blühenden Garten zu vergleichen. In einem Garten erlebt man immer wieder Überraschungen. Jedes Jahr sieht er etwas anders aus: Einige Pflanzen tauchen nicht mehr auf, dafür treten neue hinzu, alles wächst, in die Höhe, in die Breite oder in die Tiefe. Und so ähnlich läuft es auch in einer Beziehung: Auch sie verändert sich von Jahr zu Jahr; sie wächst und gedeiht, wenn wir uns um sie bemühen. Und was für eine Beziehung gilt, gilt natürlich auch für die Liebe. Liebe ist wie ein Garten… wir entscheiden, was darin wachsen und gedeihen soll. Die schönsten Blüten – vergleichbar mit vertrauten Gesprächen oder innigen Stunden zu zweit – sind verletzlich… Wir müssen immer wieder neuen Raum für sie schaffen. Genau wie ein Garten Pflege braucht, so brauchen auch Liebe und Ehe Pflege. Denn Liebe und Ehe sind das was wir daraus machen. Sie erhalten die notwendige Nahrung, indem Sie sich Zeit füreinander nehmen. Indem Sie Ihren Gefühlen Raum schaffen, damit diese im Alltag mit seiner Hektik und seinen vielen Verpflichtungen ihren Platz behalten. Wenn es Frust oder Missverständnisse gibt, können klärende Gespräche die Atmosphäre reinigen. Nach einem Gewitter kann die Luft wieder frisch und rein sein. Und gibt die Chance das wunderbare Blühen wieder mit anderen Augen zu sehen. Pflege im Garten bedeutet darüber hinaus, immer von neuem zu säen und zu pflanzen. Auch eine Beziehung braucht eine intensive Bemühung. Der gemeinsame Einsatz für etwas, das beiden wichtig ist erhält eine Partnerschaft lebendig. Sie werden staunen, was Sie im Laufe der Jahre alles zum Blühen bringen. William Shakespeare, hält eine entscheidende Erkenntnis in folgenden Zitat fest: Wo man Liebe aussät, da wächst Freude empor. In meinen Augen ist es eine bedeutende Aussage für eine Ehe. Ihre gegenseitige Liebe braucht auch einen guten Nährboden, Vertrauen zueinander, Geduld und Sensibilität und die richtige Distanz zu wahren. Ganz wichtig für eine Gute Beziehung sind auch feste Bräuche. Was meine ich wohl damit? – Ich lasse es Sie wissen. Es ist das was ein Tag vom anderen unterscheidet, eine Stunde von der anderen. Wie könnten wir uns auf einen freien Tag oder das Wochenende freuen, wenn ein Tag wie jeder andere wäre? Und gäbe es eine Wiedersehensfreude, wenn wir 24 Stunden zusammen wären? In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Zuverlässigkeit ansprechen, die in einer Ehe nicht fehlen sollte. Wie schön ist es sich zu verabreden und jeder weiß, er kann sich auf den anderen verlassen. Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei anfangen glücklich zu sein. – Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll. Manchmal muss man einen Garten auch mit neuen Pflanzen, mit neuen Wachstums- und Blütenformen anreichern, um ihn neu zu beleben. Man muss auf bisherige – vielleicht schon zur Gewohnheit gewordene Pflanzen verzichten und neu säen. Auch in einer Beziehung tut es gut, miteinander etwas ganz Neues zu erleben. Für jede Beziehung ist es wichtig, neue Akzente zu setzen, um das Zusammenleben interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Manchmal sollten beide von alten Gewohnheiten abweichen, um etwas anderes kennen zu lernen, womit Sie der Beziehung neue Impulse geben können. Ein Neuanfang erscheint einem manchmal riskant, doch bringt es stets viel, neue Wege zu gehen und sich immer wieder auf etwas Neues einzulassen. Einen solchen Schritt tun Sie nun heute. Denn heute erhält Ihre Partnerschaft einen neuen Rahmen: Sie haben sich entschieden heute das Jawort zu geben. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in Ihre Beziehung immer wieder neue Blüten und Farbtupfer entdecken. Damit möchte ich zum wesentlichen Teil der Trauung kommen und darf Sie bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben…

 
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