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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (872)

Verehrtes Brautpaar, sehr geehrte Trauzeugen und Gäste Ich begrüße Sie recht herzlich zu Ihrer Eheschließung im Standesamt Ich möchte Ihnen nun ein paar heitere Gedanken mit auf den Weg geben, an die Sie sich hoffentlich gerne zurückerinnern. Die Gedanken sind mir so nach und nach gekommen, als ich mir überlegte: “Warum und für was mag man sich eigentlich ?“ Haben Sie schon einmal bewusst darüber nachgedacht, warum gerade Sie ein Paar geworden sind ? Sie Herr ...stellten fest, das ist eine Frau, die hat das Herz auf dem rechten Fleck, auch Sie Frau ...stellten dies fest. Sie haben ein Herz füreinander, das Ihnen hilft, manch kleine Schwäche zu verzeihen. Ihr Herz ist weit und nicht kleinlich gegenüber dem anderen. Es pocht besonders bei einem Wiedersehen nach einer längeren Trennung. Es ist verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages. Nun zum Auge: Sie haben schon vor gewisser Zeit ein Auge aufeinander geworfen. Vielleicht sind Sie ihm schon bei ihrem ersten Treffen ins Auge gestochen oder umgekehrt. Wie hart dieser Ausdruck „ins Auge gestochen“ ist - und doch ist etwas Wahres dran. Der eine war für den anderen etwas Besonderes und Sie wollten sich nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern sich möglichst oft treffen. Die Augen sind für das Kennenlernen besonders wichtig, aber auch im späteren Leben. Es gilt auch Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen und manches bewundernd anzuerkennen. Vergessen Sie in Ihrer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen -- was macht der andere mir zuliebe. Die Ohren möchte ich nun zum Thema machen. Kennen Sie das Sprichwort: Der hat ja Bohnen in den Ohren ?“ Nichts für die Partnerschaft! Sie sind ein Paar und ab heute dann ein Ehepaar, weil Sie ein offenes Ohr haben für den anderen, für seine Sorgen, Ängste und Nöte, aber auch für die vielen Freuden im Leben, die der Partner ebenfalls nicht für sich behalten will. Zuhören bedeutet aber auch, sich Zeit nehmen für den anderen. Sie haben schließlich auch einen Mund und eine Stimme. Sie sind nicht auf den Mund gefallen, sondern sagten irgendwann einmal zueinander, dass Sie sich lieben, dass der Partner einzig ist. Nicht zuletzt dient der Mund auch zum Küssen. Vergessen Sie daneben aber nicht, so manch kleines Kompliment über die Lippen zu bringen. Soviel zum Mund! Mit Ihren Händen können Sie durch kleine Gesten ebenfalls die Zuneigung ausdrücken. Hände – zum Zuwinken, zum Streicheln, und gar manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen. Hand in Hand werden Sie heute als Ehepaar diese Räume verlassen und dabei außerdem feststellen: Auch die Beine haben eine Bedeutung! Nicht immer ist es ganz leicht, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter. Deshalb ist es wichtig, den anderen mitkommen zu lassen und auch auf sein Schritt-Tempo Rücksicht zu nehmen. Ich möchte nun zum Abschluss meiner kleinen Rede kommen und wünsche mir, dass Sie zwischendurch gerne einmal an ihr Herz denken, das füreinander schlägt an Ihre Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern an Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten an Ihre Hände, die stets gerne den anderen spüren an Ihre Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben An dieser Stelle möchte ich meine allerbesten Wünsche für Ihr gemeinsames Eheleben anbringen.

 
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