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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (890)

Sehr geehrte Frau ……! Sehr geehrter Herr ……, liebe Hochzeitsgäste! Ich darf Sie als Standesbeamter der Gemeinde……. recht herzlich im Trauungsraum der Gemeinde willkommen heißen. Die Gemeinde freut sich ganz besonders, dass Sie sich entschlossen haben hier in …… den Bund der Ehe zu schließen. Ich darf Ihnen auf diesem Wege auch die besten Wünsche des Hausherren, Bürgermeister ………. überbringen. In diesem Raum macht ein kurzes Wort, zweimal ausgesprochen, Liebespaare zu Eheleuten. Es geht also um das kleine Wort \"Ja\", das Sie schon vor einiger Zeit für sich als das richtige Wort angenommen haben. Und dieses entscheidende Wort möchte ich auch zum Mittelpunkt meiner kleinen Rede an Sie machen. Denn dieses Wörtchen wird Sie heute miteinander verbinden vor der Gesellschaft, in der wir leben, vor dem Recht, das uns gegeben ist, und vor dem Staat, für den verheiratete Paare in vielem etwas anderes sind als die, die das Wörtchen \"Ja\" noch nicht für sich entdecken konnten. So kurz das Wort, so groß sind die Veränderungen, die es herbeiführen kann, und so groß ist das Versprechen auf Glück, das es in sich trägt. Warum kann dieses kleine Wort so viel bewirken und bedeuten? Es unterscheidet sich beispielsweise vom Wort \"vielleicht\". Etwas ist immer dann \"vielleicht\", wenn man eine Entscheidung nicht treffen will, und nicht selten steckt Bequemlichkeit dahinter. Eine nicht getroffene Entscheidung lässt Wege offen, vermeidet die Festlegung und ermöglicht es einem, seiner Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Ohne ein klares \"Ja\" bleibt eine Beziehung im Stadium der Beliebigkeit. Beliebigkeit in Ihrer Ehe soll nur für all die Dinge gelten, die in Ihrem Leben zu zweit auf Sie zukommen werden; sie soll aber nie für das Leben gelten, das Sie miteinander führen. Hier darf nichts beliebig sein von dem, das den Kern Ihrer Ehe ausmacht: Aufmerksamkeit für den Partner, Unterstützung in allen Lagen, gegenseitiger Respekt, Zuspruch und Vertrauen. Wenn zwei Menschen sich aber dafür entscheiden, ihr weiteres Leben als Ehepaar zu führen, dann haben sie es sich ganz gewiss nicht leicht gemacht. Sie sorgen künftig nicht mehr nur für sich selbst, sondern der Partner braucht ihre Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Unterstützung. Eine Ehe zu gestalten ist nicht immer ganz leicht, so sehr sie auch die Möglichkeit großer Erfüllung im Zusammenleben bereithält. Sie beide sagen nicht \"vielleicht\", sondern haben sich für ein vernehmliches \"Ja\" entschieden. Ihr \"Ja\" zur Ehe, verehrtes Brautpaar, das Sie sich heute geben, ist eine feste Entscheidung für den Partner und dafür, die kommenden guten und manchmal auch schlechten Zeiten gemeinsam zu bewältigen. Es gehört zum Wesen der Entscheidung für die Ehe, dass man zusammenstehen will, komme, was da wolle. Und zu diesem Satz gibt es ein Zitat vom amerikanischen Schauspieler Woody Allen, der die Ehe in einer sehr humorvollen Betrachtungsweise chrarakterisiert. Er sagt: „Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine niemals gehabt hätte.“ Damit will er aufzeigen, dass die Eheschließung zwar in erster Linie den Schritt ins „große Glück“ bedeutet, dieser Schritt aber, bei ehrlicher Einschätzung, in weiterer Folge auch einmal mit dem einen oder anderen Problem verbunden sein kann. Trotz aller guten Vorsätze und Voraussetzungen, mit den Sie beide in diese Ehe geht, wird es auch in Ihrer Ehe Meinungsverschiedenheiten und unangenehme Ereignisse geben, die Ihre Verbindung auf eine harte Probe stellen können. Es liegt eben im Wesen der Ehe, dass man nicht nur problemlose Zeiten miteinander durchmachen muss, sondern auch Zeiten, in denen nicht alles nach Wunsch läuft. Wenn man jedoch weiß, dass man immer und jederzeit ein verlässlicher Partner zu sein hat und dies vom anderen auch erwarten kann, werden sich diese Probleme in Grenzen halten. Ich möchte dazu vielleicht ein bildhaftes Beispiel anführen: „Man kann zwei Eheleute und die Ehe mit einem Schiff auf hoher See vergleichen, in dem sich der Kapitän und der Steuermann befinden. Jeder der beiden Partner hat seinen bestimmten Aufgabenbereich, der Tag für Tag genau erfüllt werden muss. Für diese Zweiermannschaft wird es auf See ruhige und schöne Zeiten, aber auch stürmische Wogen geben. Nimmt jeder der beiden seine Aufgaben ernst und haben die beiden auch den wirklichen Wunsch, das Schiff heil durch die Welt zu bringen, so wird ihnen dies auch gelingen. Verlässt aber einer aus fehlender Verantwortung seinen Posten, so wird dieses Schiff ins Schwanken kommen, eventuell sogar zum Kentern und im schlimmsten Fall sogar untergehen.“ In der Ehe ist es ganz genau gleich, jeder Partner hat seine Aufgabe, kommt nur einer seiner Verantwortung nicht mehr nach, kommt die Ehe wie das Schiff ins Schwanken. Einem Partner allein ist es unmöglich, den Kurs zu halten, denn in der Ehe gibt es nur ein beiderseitiges System das funktioniert, nämlich „Geben und Nehmen“. Möge es in Ihrer Ehe nur ruhige und schöne Zeiten auf See geben. Von dem romantischen Dichter Joseph von Eichendorff ist uns ein Gedicht überliefert, das ich Ihnen gerne vortragen möchte, es lautet: Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort. Dieses Zauberwort, das in das Leben von uns Menschen ein Lied hineinträgt, das unser Leben schöner macht, ist für jeden, der danach sucht, ein anderes. Es kann eine Geschichte sein, die man erlebt; es kann ein Gespräch mit einem guten Freund sein; es kann ein Wort sein, das neue Perspektiven eröffnet. Sie, verehrtes Brautpaar, haben es gefunden, dieses kleine Wort, und es wird Ihr Leben ab heute verwandeln. Es bedeutet den Anfang Ihres gemeinsamen Lebens, es wird auf Ihre Zukunft wirken - Ihr entschiedenes \"Ja\" zueinander. Bevor ich nun zum Hauptteil Ihrer Trauung übergehen darf, möchte ich Sie auf die persönlichen Rechtswirkungen hinweisen, die sich aus dem Bestand der Ehe ergeben und die erfüllt werden sollen. Das Ehegesetz bestimmt grundsätzlich, dass die persönlichen Rechte und Pflichten der Ehegatten im Verhältnis zueinander gleich sind. (Während also früher die Entscheidung des Mannes in Belangen der Ehe und Familie ausschlaggebend war, stehen sich jetzt beide Ehepartner in allen Entscheidungen völlig gleichberechtigt gegenüber!) In einem Paragraphen heißt es wörtlich: Die Ehegatten sind einander zur umfassenden ehelichen Lebensgemeinschaft, besonders zum gemeinsamen Wohnen, sowie zur Treue, zur anständigen Begegnung und zum Beistand verpflichtet. Im Erwerb des anderen hat ein Ehegatte mitzuwirken, soweit ihm dies zumutbar und es nach den Lebensverhältnissen der Ehegatten üblich ist. Die Ehegatten sollen ihre eheliche Lebensgemeinschaft, besonders die Haushaltsführung und die Erwerbstätigkeit unter Rücksichtnahme aufeinander und auf das Wohl der Kinder einvernehmlich gestalten. Wie Sie also gehört haben, erlangen Sie einerseits Rechte, müssen aber andererseits auch Pflichten übernehmen. Sehr geehrtes Brautpaar! Nun möchte ich zum Hauptteil Ihrer standesamtlichen Trauung übergehen und dazu ersuche ich Sie bitte aufzustehen: Einzeln und nacheinander möchte ich nun folgende Frage an Sie richten: Sehr geehrter Herr …….., ist es Ihr freier Wille und fester Entschluss, mit Ihrer hier anwesenden Braut …… den Bund der Ehe zu schließen? Sehr geehrte Frau ……, ist es auch Ihr Wunsch, mit Ihrem hier anwesenden Bräutigam ……. den Bund der Ehe einzugehen? Sie haben die an Sie gerichteten Fragen im Beisein der beiden Trauzeugen mit „Ja“ beantwortet und es freut mich aussprechen zu dürfen, dass Sie nunmehr rechtsmäßig verbundene Eheleute sind. Zum äußeren Zeichen der Verbundenheit haben Sie Eheringe mitgebracht, die Sie sich nun bitte gegenseitig anstecken werden. So, und nun dürfen Sie sich, Herr und Frau ……, zum ersten Mal als frisch vermählte Ehepartner küssen. Ich darf nun den Eintrag in das Ehebuch vorlesen, wie er ab sofort im Ehebuch des Standesamtes ………. zu lesen sein wird: Liebes Brautpaar, es hat mich gefreut, dass ich in dieser Form einen kleinen Beitrag am gesetzlichen Zustandekommen Ihrer Verbindung leisten durfte, wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren gemeinsamen Lebensweg alles Liebe und Gute und möchte die standesamtliche Trauung mit einem Gedicht beenden, das ganz einfach lautet: LIEBE Liebe ist das Schönste auf der Welt Liebe kostet auch kein Geld Liebe ist, wenn man miteinander teilt Liebe ist, wenn man Hand in Hand geht Liebe ist wie Frühling, der durchs Haar weht Liebe ist, als wenn man zusammen weint Wo Liebe ist, ist Vertrauen da Liebe ist einfach wunderbar Liebe ist, was uns zusammenhält Liebe ist, was mir nur mit dir gefällt
 
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