logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (881)

Liebes Brautpaar, verehrte Gäste, ich darf Sie sehr herzlich als Standesbeamter der Stadt recht herzlich begrüßen. Sie haben sich eingefunden, um dabei zu sein, wenn Herr und Frau miteinander den Bund der Ehe schließen. Dieser Tag stellt für das Brautpaar etwas ganz Besonderes dar. Sie sagen heute ganz bewusst JA zueinander. JA zu einer gemeinsamen Zukunft. JA zu einem Miteinander in allen Lebenslagen. Sie haben sich kennen und lieben gelernt und auch das glückliche Zusammenleben in wilder Ehe hat in Ihnen den Entschluß reifen lassen, sich in das Abenteuer Ehe zu wagen. Liebes Brautpaar, sie werden aber feststellen, dass es auch im Eheleben nicht immer nur geradeaus geht und dass nicht nur eitel Sonnenschein herrscht, sie leben nicht auf einer Insel der Glückseligen. Aber gerade wenn diese Fälle eintreten, kommt es darauf an, dass sie gemeinsam diese Lebensabschnitte miteinander meistern. Und es ist ein schönes und gutes Gefühl, wenn man weiß, dass da jemand ist, auf den man sich grenzenlos verlassen kann, dem man uneingeschränkt vertrauen kann. Bewahren Sie sich beide dieses gegenseitige Vertrauen und arbeiten Sie ständig daran, dass Sie im Leben nicht drohen auseinanderzudriften. Ein wichtiges Instrument hierfür ist auf jeden Fall das tägliche Gespräch miteinander. Und als Gespräch ist hier gemeint, dass man dem anderen erzählt und kundtut, was einen gerade bewegt, welche Ängste und Sorgen man vielleicht hat und auch, über was man sich freut. Denn gerade die positiven Erlebnisse gilt es zu teilen und schweißen zusammen. Und dies macht natürlich auch Freude und lässt die schlimmen Zeiten leichter zu ertragen. Dieses Miteinander in der Ehe, das ständig gepflegt und gehütet sein will, beschreibt wunderschön Gisela Steineckert in einem Gedicht, das ich Ihnen gerne vortragen möchte: Ich möcht mit jemand leben Ich möcht mit jemanden leben der ganz anders und mir ähnlich ist, der mich nicht in seinen Wichtigkeiten dreimal am Tag vergisst. Ich möcht mit jemanden leben, den man sich kaum zu belügen traut, dem man glaubt, trotz Erfahrung und Ängsten, mit dem man Leben baut. Ich möcht mit jemanden leben, der mal ausspricht, was mit uns geschieht, der unsere Sammlung von Eitelkeiten überschaut und übersieht. Ich möcht mit jemanden leben, wirklich leben, auf Gedeih und Tod, der kanns mal hart und böse zugehn ohne dass doch Abschied droht. Ich möcht mit jemanden leben, der mich annimmt und ich ihn auch- bis wir beide mal alt und schön sind noch Feuer, nicht nur Rauch. Ich will mir leben hoff das Glück gelingt- manches wird es geben, was uns Kummer bringt. Nach misslungenen Tagen mach den Abend gut, quäl mich nicht mit Fragen- gib statt Tadel Mut. Such, wenn wir uns streiten nicht lange nach der Schuld finde Zärtlichkeiten Liebe braucht Geduld. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch alles Gute und Glück auf Ihrem weiteren gemeinsamen Lebensweg wünschen, und dass sich alle oder zumindest viele Träume und Wünsche erfüllen mögen. Um die Eheschließung vornehmen zu können. bitte ich Sie aufzustehn. Sie haben sich für einen Ringtausch entschieden. Sie wissen, dass Sie zusammen gehören, es ist aber schön, wenn es andere sehn. Der Ring steht für etwas immerwährendes, man ihn keinen Anfang und kein Ende ansehn, und soll es auch im Euerer Liebe zueinander sein, man soll ihr auch kein Ende ansehn können. Ihr Ehering soll Sie immer an diesen heutigen Tag erinnern. Liebes Brautpaar, ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und viel Glück für Ihren gemeinsamen Ehe- und Lebensweg. Bewahren Sie Ihre Gefühle füreinander, auch wenn nach den Feierlichkeiten der Alltag wieder einkehrt. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Feier im Kreis Ihrer Familie und Freunde und jetzt stoßen wir noch mit einem Glas Sekt auf eine pricklende Ehe an.

 
zurück zur Übersicht