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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (890)

Wertes Brautpaar, liebe , lieber , liebe Zeugen, Eltern, Bekannte, Verwandte Es freut mich außerordentlich, Sie zur Trauung der Brautleute --- und --- hier am Standesamt in --- bei herrlichem Wetter begrüßen zu dürfen. Ich möchte Euch beiden ein paar persönliche Worte mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg geben. *** Über die Ehe gibt es viele Sprüche die sich mit dem Zusammenleben der Ehepartner beschäftigen. Eine für mich wundervolle und schöne Betrachtungsweise von Liebe beschreibt Hannelore Schroth in einem Ihrer Bücher: Liebe ist die wundervolle Gabe, einen Menschen so zu sehen, wie er nicht ist. Ganz ehrlich - was wäre ein Mensch ohne Fehler ? Einen Menschen wie man ihn selber gerne hätte, wie man sich das in seinen Träumen so ausmalt!!! ??? Dann wäre er ja nicht mehr der, der er eigentlich ist - und vielleicht mögen wir diesen Menschen genau wegen dieser Ecken und der Kanten. Alles so ganz ohne Widerstand ohne Hohen und Tiefen das wäre doch langweilig, ich glaube sogar auf Dauer unerträglich. Um so mehr es Euch gelingt, die Fehler des anderen zu akzeptieren und vielleicht im Laufe der Zeit mit ein wenig Geschick auf den „richtigen Weg zu lenken, desto mehr werden gerade diese Ecken und Kanten des anderen Ihrer Partnerschaft beleben. *** Liebe ---- und lieber ----- Ihr habt Euch irgendwann und irgendwo getroffen. (Vielleicht könnt ihr kurz über eure erste Begegnung nachdenken) Ein Blick, eine unbewusste Geste hat Euch dann dazu bewogen, stehen zu bleiben und einem vielleicht noch unbekannte Gefühl nachzugehen. Wo der Ursprung einer Liebe zu finden ist, mag wohl kaum jemand genau feststellen können. Um doch war es jener Augenblick der Sie beide schlussendlich zueinander geführt hat. Die Redewendung „Sie gehen miteinander“ wird vor der Hochzeit ohne Hintergedanken und eher unüberlegt daher gesagt. Dabei verbirgt sich dahinter fast eine Lebensphilosophie. Es kommt doch zum Ausdruck: die Beziehung zweier Menschen ist nie etwas Fertiges Abgeschlossenes und Endgültiges. Es sollte kein Stillstand, wohl aber Bewegung mit sich bringen. Denn zwei Menschen sind unterwegs miteinander zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Also kein Ehestand sondern vielmehr Wachstumsmöglichkeiten bieten, denn eine Ehe ist eine wunderschöne und einmalige Herausforderung - vor allem in der heutigen Zeit wo sich die Wertvorstellungen scheinbar stark verändert haben. *** Aus aktuellen Anlaß möchte ich Euch ein Gedicht von Hermann Steiger das ich ganz persönlich für Euch beide ausgewählt habe, vorlesen. Die Geburt eines Kindes ist wie der Beginn der Blütezeit einer Blume etwas Einzigartiges beginnt zu leben und mit Freude und ein wenig Wehmut ist zu sehen wie das, was da beginnt jeden Tag in sich aufnimmt als wäre es der erste und gleichsam der letzte Der Dichter schreibt von dem Beginn der Blütezeit einer Blume. Diese Blumen beginnt bei der Geburt Eures Kindes aber auch mit Eurem gemeinsamen „Ja“ zueinander an zu blühen. Was ihr aus dieser Blütezeit macht liegt ganz bei Ihnen selbst. **** Friedrich Nietzsche ein bekannter Dichter hat einmal dem Sinne nach geschrieben: Man solle sich beim Eingehen einer Ehe die Frage vorlegen, ob man glaube, sich mit diesem Partner bis ins Alter hinein gut unterhalten zu können, denn die meiste Zeit in der Ehe gehöre dem Gespräch an. Ihr werdet, wie alle Eheleute, gute und weniger gute Tage erleben. Aber Ihr werdet immer die Chance haben, miteinander zu reden. Und dieses Miteinander-Reden ist an den weniger guten Tagen noch viel wichtiger als an den guten. Der einzelne und beide zusammen in der Ehe sind nicht nur, wie jeder Mensch, von Krankheit und Unglück, von Trauer und Schmerzen bedroht, viel häufiger haben wir Langeweile, Resignation, Aussichtslosigkeit, kurz gesagt: den berühmt-berüchtigten Alltagstrott zu befürchten. Zum Glück können wir aber gerade gegen diesen Feind des einzelnen und insbesondere diesen Ehefeind selbst etwas tun: miteinander im Gespräch bleiben. Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht. Denn die „Sprachlosigkeit in der Ehe“ kommt nicht über Nacht, auch nicht mit Anmeldung oder Vorwarnung; sie schleicht sich vielmehr ganz allmählich ein. Es ist z. B. statistisch erwiesen, dass Eheleute die mehr als 5 Jahre verheiratet sind, durchschnittlich 7 Minuten am Tag miteinander reden. Man hat die Arbeit im Kopf, oft noch schnell das eine oder andere zu erledigen oder zu einem dringenden Termin zu eilen. Nehmt Euch Zeit, jeden Tag auf´s Neue „Miteinander zu reden“ auch wenn es nur die alltäglichen Themen sind. Ich wünsche Euch beiden, dass Euch dieses „Miteinander -Reden“ in Eurer Ehe stets gelingen möge ----- ich frage Dich jetzt, ist es Dein freier Entschluß, ohne jeden Zwang, mit der hier anwesenden --- die Ehe einzugehen, dann anworte mit „JA“. --- ich frage nun auch Dich, ist es Dein freier Entschluß, ohne jeden Zwang, mit dem hier anwesenden --- die Ehe einzugehen, dann antworten Sie mit „JA“. Ich darf Euch nun bitten, zum äußeren Zeichen der Verbundenheit die Ringe zu tauschen. Gedanken beim Betrachten eines Eherings: „Manchmal ringen miteinander manchmal ge-ring-schätzen manchmal um den Finger wickeln niemals aber eineinander ein Ende finden Da Ihr nun im Beisein von zwei Zeugen den Willen zur Eheschließung gegeben habt, schließe ich im Namen der Republik Österreich diese Ehe. Anlässlich Eurer Hochzeit wurde im Ehebuch der Gemeinde --- ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde Euch diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und Euch anschließend bitten, diesen mit Eurer Unterschrift zu ergängen. Ein großer und bedeutender Augenblick Eures Lebens ist nun Wirklichkeit geworden. Getrennte Wege führten Euch zueinander, gemeinsam geht Ihr nun in die Zukunft hinein. Lasst Euch über eine gegenseitige Verstimmung, die es hin und wieder auch in der besten Ehe geben kann, nie die Sonne untergehen, denn bedenkt, dass es verlorene Stunden Eures Lebens sind, wenn Friede und Eintracht in Eurer Ehe fehlen und Ihr nicht gut miteinander sind. Möge der heutige Tag der Beginn einer gelungenen Beziehung zweier Menschen sein und Euch dieser Tag in lieber Erinnerung bleiben.

 
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