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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (895)

Liebes Brautpaar, liebe Eltern, sehr verehrte Gäste, nach diesem vom Brautpaar ausgesuchten musikalischen Auftakt begrüße ich Sie alle recht herzlich hier im Trauzimmer des Rathauses Musterort. Es ist für mich eine große Freude heute hier an diesem Sonnabendmittag eine Eheschließung vornehmen zu können, Ihre Eheschließung sehr geehrte Frau Musterfrau und sehr geehrter Herr Mustermann und ich freue mich ganz besonders, dass Sie den weiten Weg von Bayern nicht gescheut haben, um in Ihrer sächsischen Heimat in den Hafen der Ehe zu steuern und dafür haben Sie sich genau das altehrwürdige Gebäude ausgesucht in dem am 12.02.1977 Ihre Eltern sehr geehrte Frau Müller den Bund für’s Leben geschlossen haben. Es ist noch nicht lange her liebes Brautpaar, da wurde im zuständigen Standesamt geprüft, ob die rechtlichen Voraussetzungen für Ihre heute vorgesehene Eheschließung erfüllt sind. Wie Sie beide erklärt haben, wollen Sie die Ehe miteinander eingehen, diesem Antrag wurde statt gegeben, rechtliche Ehehindernisse bestehen nicht. Sie beide wissen aber selbst, dass neben den rechtlichen Voraussetzungen für Ihre heutige Eheschließung, die sicher unabdingbar sind, noch mehr gehört, was zu einem guten Start in die Ehe notwendig ist. Sie beide, liebes Brautpaar, haben nämlich längst den ebenso wichtigen, ja vielleicht bedeutenderen privaten Teil selbst dazu beigetragen. Sie haben sich kennen gelernt, schätzen gelernt und Zuneigung und Liebe zueinander gefunden. Aus einem Gespräch mit Ihnen beiden habe ich erfahren, dass bei Ihrer ersten Begegnung im Dezember 2006 in einem Cafe’ in München beinahe eine Katastrophe geschehen wäre, denn nicht nur Ihre Herzen brannten lichterloh, sondern auch der Adventkranz im Cafe’ fing Feuer und das im 5. Stockwerk und die Braut war dazu noch mit Gehhilfen unterwegs. Nun wie man sieht, ist damals alles gut gegangen, der Bräutigam hat seine Braut gerettet und hat trotz ausgebrochener Panik, sogar noch brav seine Zeche bezahlt. Bis aber dann der Entschluss zustande kam, zum Standesamt zu gehen, gab es sicher noch manche Wegstrecke, auch Hindernisse zu bezwingen. Bewahren Sie sich diese Zeit des Aufeinandertreffens, diese Zeit gemeinsamer Bewährung, als ein wichtiges Bindeglied Ihrer Gemeinsamkeit. Liebes Brautpaar sie können mit Recht stolz und froh sein, dass mit den Eltern am heutigen Tage diejenigen zugegen sind, die Ihnen vieles, was Sie sind, was Sie bisher tun konnten und erlebt haben, jeder für sich, aber auch schon gemeinsam, vieles, was Sie sich noch vorgenommen haben, überhaupt ermöglichten. Für diese elterliche Geborgenheit und Liebe, für dieses stetige Dabeisein auf dem Lebensweg und bei der Entwicklung der Kinder zu Erwachsenen, für diese schönen Jahre, die aber auch von Mühe und Arbeit geprägt waren – dafür soll Ihnen, liebe Eltern heute ein ganz besonderer und ganz herzlicher Dank gewidmet sein. Dies baten mich die Brautleute am heutigen Tage unbedingt zu sagen und ich habe gern diese Aufgabe übernommen. Liebes Brautpaar heute wird der Grundstein für Ihre Ehe gelegt. Das Wort „EHE“ setzt sich nur aus drei Buchstaben zusammen, hinter denen sich jedoch für das Leben der Ehepartner entscheidende Wertvorstellungen verbergen, auf die sie sich im gemeinsamen Leben stützen sollen. „E“ wie Ernsthaftigkeit, das ist der Anfang. - Ich gratuliere Ihnen zu diesem Entschluss, mit freiem und ernsten Willen die Ehe einzugehen. Sie haben dazu Mut bewiesen. Gerade in der heutigen Zeit wird häufig propagiert, dass heiraten nicht zeitgemäß ist. Viele Menschen halten die Ehe für ein überholtes Relikt, und halten es für altmodisch, sich öffentlich zu binden. Trotz aller sich rasch wandelnder menschlicher Lebensformen ist und bleibt die Ehe und Familie dennoch die kleinste und bedeutendste Zelle der Gemeinschaft. Sie beruht auf der für das ganze Leben geschlossenen Gemeinschaft und auf den besonders engen Bindungen, auf den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau, der gegenseitigen Liebe , auf Achtung und Vertrauen. Den zweiten Buchstaben der Ehe - die Mitte, das „H“ - kann man gleichsetzen mit dem Begriff Heimat. Obwohl immer mehr Menschen auf dieser Erde leben, besteht eine Tendenz, dass die einzelnen Menschen immer einsamer werden. Selbst dort, wo Menschen aufeinandertreffen, im Familienverbund, wie im Berufsleben, werden die zwischenmenschlichen Kontakte immer weniger - immer kälter. Jeder steht für sich und keiner hat Zeit für den anderen. Jeder hat genug mit sich selbst zu tun, mit den eigenen Sorgen und den eigenen Wünschen. Aber gerade in Ihrer jungen Ehe sollten Sie sich bemühen, dass Ihre Ehe eine Heimat der Geborgenheit, Sicherheit und menschlichen Wärme ist und bleibt. Auch Ihr Kind, liebes Brautpaar, welches in wenigen Monaten das Licht der Welt erblicken wird, soll in diesem Klima von Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen. Es wird diese Geborgenheit zu gegebner Zeit zu schätzen wissen und genießen. Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden! Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen. Das lässt sich vor allen Dingen in der Familie mit Kindern erfahren. Der Weg von Mann und Frau zu Vater und Mutter, von der Ehegemeinschaft zur Familie, mit all seinen Freuden und Beschwerden, mit Glück und Leid, mit Ängsten und Sorgen vor dem Morgen und den folgenden Jahren bringt Sinnerfüllung und Bewährung im Leben. Zum Schluss unserer buchstäblichen Betrachtung des Wortes Ehe kommt das letzte „E“, die Endgültigkeit. Die Innigkeit und Einzigartigkeit der Beziehung zwischen Ihnen einerseits und die Bedeutung dieses Schrittes, die Ehe einzugehen, andererseits zielt ab auf eine Beziehung von Dauer, die von Treue geprägt ist. Das bedeutet auch, den anderen stets anzunehmen wie er ist, auch wenn es einmal schwer fällt. Man kann nicht für Ehe und Liebe seine ganze Zeit investieren, ja sein Leben einsetzen, ohne das Vertrauen zu haben, lebenslang verbunden zu sein und aufeinander bauen zu können, gerade in schwierigen Zeiten. Auf humorvolle und sinnige Weise sagt und der norddeutsche Dichter und Lyriker Theodor Storm: Die Liebe - welch lieblicher Dunst! Doch in der Ehe - da steckt die Kunst! Wenn Sie sich deshalb ab und zu bei gegebenen Anlässen der Ernsthaftigkeit, der Heimat, der Endgültigkeit Ihrer Ehe bewusst werden, wird Ihnen ein harmonisches Zusammenleben und viele gemeinsame glückliche Tage beschieden sein. Liebes Brautpaar, in wenigen Minuten werden Sie vor mir, Ihrer Standesbeamten “Ja” sagen, ja zu Ihrem gemeinsamen Lebensbund. Durch das kleine Wörtchen “Ja” binden Sie sich aneinander. Sie sagen heute “Ja” nicht nur zu den Vorzügen und den besonderen Eigenschaften Ihres Partners, sondern auch zu seinen Schwächen und Fehlern, die jeder Mensch nun einmal hat und die ihn schließlich auch liebenswert machen. Es ist nicht nur ein “Ja” dieses Augenblicks, sondern ein “Ja” zum Miteinander und Füreinander, zu einer gemeinsamen Zukunft, wie immer diese auch aussehen mag. Sie sind dann verbunden wie die Glieder einer Kette oder das Symbol der Ehe – zwei ineinander verschlungene Ringe – die Sie sich im Anschluss an Ihr Ja-Wort gegenseitig an den Finger stecken werden. Der Ring als Symbol der Ehe soll auch äußeres Zeichen sein, dass Sie den Bund für’s Leben geschlossen haben. Wie man einer Kette nachsagt, dass sie nur so stark ist wie das schwächste Glied, so ist es auch mit der Ehe. Ihre Standfestigkeit hängt ganz maßgeblich von der inneren Stärke der Partner ab, von der Bereitschaft nicht nur glückliche Stunden miteinander zu genießen, sondern vor allem zueinander zu stehen, wenn Sorgen einen belasten und vermeintlich ausweglose Situationen gemeistert werden müssen. Denn nicht im Glück zeigt sich das wahre Gesicht, sondern dann, wenn Probleme bewältigt werden müssen oder man auf die Hilfe, das Verständnis und die Liebe des anderen angewiesen ist.* Wenn Sie nun die Ringe wechseln, wünsche ich Ihnen, dass Ihr Symbolcharakter zum Zeichen Ihrer Lebensgemeinschaft wird, dass Ihnen das Glück nicht durch die Hände gleitet und vor allem, dass in Ihrer Ehe allzeit die schönen und freudigen Ereignisse überwiegen. Liebes Brautpaar, verehrte Gäste jede Ehe beginnt nach dem Gesetz mit der Erklärung beider Verlobten vor dem Standesbeamten, die Ehe miteinander einzugehen. Ich bin bereit diese Erklärung von Ihnen entgegenzunehmen und bitte Sie und alle Gäste dazu, sich von Ihren Plätzen zu erheben. Musik an Ich frage zuerst Sie Herr: Ist es Ihr freier und eigener Entschluss, mit der hier anwesenden Frau die Ehe einzugehen dann antworte mit „Ja“ Wollen auch Sie Frau aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn die Ehe eingehen, dann antworten auch Sie mit „Ja“ Nachdem Sie beide meine Frage mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie nun Kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind und den von Ihnen gewählten Ehenamen tragen. Als äußeres Zeichen Ihrer Verbundenheit stecken Sie sich jetzt bitte Ihre Ringe an. Mit einem Kuss kann nun der Bund der Ehe besiegelt werden. Ich bitte Sie wieder Platz zu nehmen. Ich möchte Ihnen nun die Niederschrift zur Eheschließung vorlesen. Im Anschluss daran bitte ich Sie um Ihre Unterschriften Liebes Brautpaar, der Bund für’s Leben ist nun geschlossen. Es ist immer ein Glück, wenn sich zwei Menschen finden und einander so gut verstehen, dass sie zusammenleben wollen, denn das Glück geliebt zu werden, ist das höchste Glück auf Erden. Heute an Ihrem Hochzeitstag wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihren Blickwinkel stets auf das Glück ausrichten, denn auf diese Weise werden Sie ein harmonisches Eheleben führen können. Ich wünsche Ihnen für den heutigen Tag viele schöne Stunden und weiterhin alles Gute. Sie liebe Eltern nebst allen Anwesenden bitte ich nun der jungen Familie ihre Glückwünsche auszusprechen und sie auch weiterhin mit Rat und Tat in diesem neuen Lebensabschnitt zu begleiten, wohlwissend aber, dass nun auch rechtlich eine eigene, eine neue Familie existiert, die aber so denke ich auch weiterhin gern für Ratschläge und Hilfe offen ist. Auch Euch wünsche ich für den heutigen Tag schöne Stunden und alles Gute. Ganz zum Schluss möchte ich Euch noch einen kleinen Spruch mit auf den Weg geben: Glück ist Liebe nichts anderes, wer lieben kann ist glücklich.

 
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