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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (897)

Sehr verehrtes Brautpaar, sehr verehrte Trauzeugen und sehr verehrte Gäste! Ich begrüße sie alle recht herzlich heute, am 22. Dezember 2010, hier im in Sie sind heute hier so zahlreich erschienen, um bei diesem wichtigen Ereignis, der standesamtlichen Eheschließung von Frau und Herrn mit dabei zu sein. Solch ein Anlass soll auch im Standesamt einen gewissen festlichen Rahmen haben. Darum möchte ich vor der eigentlichen Trauung noch ein paar persönliche Worte an euch richten. Anfangen möchte ich mit einem Satz, den ich dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse entnommen habe. Dieser lautet: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Dieser Satz hat viel Wahres. Wenn eine große Hochzeitsgesellschaft, so wie heute, hier hereinkommt, festlich gekleidet ist, dann habe ich immer den Eindruck, es liegt ein gewisser Zauber, ein besonderes Flair in der Luft und natürlich auch ein bisschen Aufregung. Aber so soll es ja auch sein. Vielleicht hattet ihr als Kinder schon Träume von einer wundervollen Hochzeit. Und heute ist es schließlich so weit: Der bzw. die Richtige ist ins eigene Leben getreten, den bzw. die man so gerne mag, dass ihr euch heute hier vor versammelter Hochzeitsgesellschaft das „Ja-Wort“ geben möchtet. Für euch ist es keine Angelegenheit, die ihr im stillen feiern wollt, sondern es sollen alle an eurem Glück teilhaben. Alle Anwesenden tragen mit dazu bei, dass heute so eine festliche Stimmung herrscht. Viele Vorbereitungen waren für dieses Fest zu treffen, um es zu einem herausragenden Tag in eurem Leben zu machen. Aus meiner Erfahrung heraus ist es auch immer ein besonderes Fest für die Eltern des Brautpaares. Sie freuen sich besonders mit, dass die Tochter oder der Sohn den bzw. die Richtige gefunden hat. Ich hoffe jedoch, Sie fassen die Hochzeit nicht als Verlust der Tochter oder des Sohnes auf, sondern als Erweiterung der Familie. Schließlich gewinnen Sie eine Schwiegertochter bzw. einen Schwiegersohn hinzu. Dies auch ob man möchte oder nicht. Das ganze bisherige Leben der beiden hat man als Eltern versucht Sie zu mündigen Personen zu erziehen. Und heute treffen beide eine weitere wichtige „und vor allem auch alleinige“ Entscheidung für ihr weiteres Leben. Aber nun noch einmal zurück zum Zauber, der heute in der Luft liegt. Dieser Zauber sollte nicht gleich verpuffen. Die Ehe hat für die meisten Menschen heute immer noch eine so große Bedeutung, dass sie hoffen und sich wünschen, aber auch danach streben, diesen Zauber, der heute herrscht, für ein ganzen Leben zu bewahren. Dies ist manchmal jedoch keine leichte Sache. Darum möchte ich euch beiden jetzt mal fragen, habt ihr schon mal darüber nachgedacht, warum gerade ihr beiden ein Paar geworden seid? Du, Name stelltest fest, das ist eine Frau, die hat das Herz auf dem rechten Fleck, auch du, Name stelltest dieses bei Name fest. Ihr beide habt ein Herz füreinander, das euch hilft, manche kleine Schwäche zu verzeihen. Euer Herz ist weit und nicht kleinlich gegenüber dem anderen. Es pocht besonders bei einem Wiedersehen nach einer längeren Trennung. Es ist z. B. aber auch verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages. Ihr habt schon vor gewisser Zeit ein Auge aufeinander geworfen. Vielleicht bist du ihm schon bei eurem ersten Treffen ins Auge gestochen oder umgekehrt. Wie hart dieser Ausdruck „ins Auge gestochen“ doch ist, und doch ist etwas Wahres daran. Der eine war für den anderen etwas besonderes und Ihr wolltet euch nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern euch möglichst oft treffen. Die Augen sind für das Kennenlernen besonders wichtig, aber auch im späteren Leben. Es gilt auch Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen und manches bewundernd anzuerkennen. Vergesst in Eurer Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen und auch zu sehen, was macht der andere mir zuliebe. Die Ohren möchte ich nun als nächstes zum Thema machen. Ihr beide kennt ja bestimmt das Sprichwort: Der hat ja Bohnen in den Ohren! Dies ist jedoch nichts für eine Partnerschaft. Ihr seid ein Paar und ab heute dann ein Ehepaar, weil Ihr ein offenes Ohr habt für den anderen, für seine Sorgen, Ängste und Nöte, aber auch für die vielen Freuden im Leben, die der Partner ebenfalls nicht für sich behalten will. Zuhören bedeutet aber auch, sich Zeit nehmen für den anderen. Ihr habt schließlich auch einen Mund und eine Stimme. Ihr seid nicht auf den Mund gefallen, sondern sagt irgendwann einmal zueinander, dass Ihr euch liebt, dass der Partner der einzige ist. Nicht zuletzt dient der Mund auch zum Küssen. Vergesst daneben aber nicht, so manch kleines Kompliment über die Lippen zu bringen. Soviel zum Mund. Mit Euren Händen könnt Ihr durch kleine Gesten ebenfalls Eure Zuneigung ausdrücken. Hände - zum Zuwinken, zum Streicheln, und gar manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen. Hand in Hand werdet ihr heute als Ehepaar diese Räume verlassen und dabei feststellen: Auch die Beine haben eine Bedeutung! Nicht immer ist es ganz leicht, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter. Deshalb ist es auch wichtig, den anderen mitkommen zu lassen und auch auf sein Schritttempo Rücksicht zu nehmen. Ich möchte nun zum Abschluss meiner kleinen Rede kommen und wünsche mir, dass Ihr zwischendurch gerne einmal • An euer Herz denkt, das füreinander schlägt, • An eure Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern, • An eure Ohren, die Ihr füreinander offen haltet, • An eure Hände, die stets gerne den anderen spüren und • An eure Beine, mit welchen ihr auf eurem gemeinsamen Lebensweg voranschreitet. Jetzt komme ich noch einmal kurz auf Eure Anmeldung zur Eheschließung zu sprechen. Hierbei wurde mit euch auch über die Möglichkeiten der Namensführung in der Ehe gesprochen. Ihr beide habt den Wunsch geäußert, dass Ihr zukünftig als gemeinsamen Ehenamen den Namen „ „ führen möchten. Dies ist auch immer noch so Euer Wunsch? (Ja?) Zusätzlich muss ich Euch an dieser Stelle auch fragen, ob sich seit der An-meldung Eurer Eheschließung noch Änderungen ergeben haben, die eure tatsächlichen Verhältnisse der Ehevoraussetzungen betreffen. Nein, das ist gut so, und somit haben wir eigentlich auch schon einmal das „Nein“ für die heutige Eheschließung abgearbeitet und ich freue mich jetzt darauf, euch euer gegenseitiges Eheversprechen abnehmen zu können. Ich möchte euch bitten, sich zu diesem feierlichen Anlass von euren Plätzen zu erheben. Frau , ist es ihr freier Wille und ihre freie Entscheidung, mit dem hier anwesenden Herrn die Ehe einzugehen, dann antworten Sie bitte mit JA. Herr , sind auch sie aus freien Stücken bereit, die hier anwesende Frau zu ihrer Ehefrau zu nehmen, dann antworten auch Sie bitte mit JA. Da Sie sich gegenseitig, vor den Trauzeugen sowie vor den anwesenden Gästen und mir das Eheversprechen gegeben haben, erkläre ich Sie nun Kraft Gesetzes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. Sie haben jetzt die Möglichkeit, die Eheringe, als äußerlich sichtbares Zeichen Ihrer gegenseitigen Liebe und Zusammengehörigkeit zu tauschen. Und darum möchte ich euch jetzt bitten, das ihr eure Eheringe tauscht Ich darf Euch jetzt bitten sich noch einmal zu setzen, damit ich gleich die Niederschrift zur Eheschließung verlesen kann, welche dann im Anschluss von euch beiden zu unterschreiben ist.

 
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