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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (899)

Liebe ……….., lieber …………, hallo Claudia und Anja, werte Eltern der Brautleute und Hochzeitsgäste ! Ich begrüße Sie alle recht herzlich im Trauzimmer des Standesamts von …………... Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist ……………. und ich bin seit über ….. Jahren Standesbeamtin bei der Gemeinde …………….. Heute ist für alle ein außergewöhnlicher Tag, auch für mich. Eine Eheschließung ist neben den sonstigen Aufgaben, die ich zu erfüllen habe, etwas Besonderes, auf das ich mich immer wieder freue. Ihr habt den Entschluss gefasst, gemeinsam durch das weitere Leben zu gehen. Mit diesem Entschluss zeigt Ihr Eurem Partner und Eurer Umwelt, dass Ihr Euch gegenseitig vertraut und bereit seid, ein Leben lang füreinander und miteinander zu denken, zu planen, zu sorgen und zu entscheiden. Viele Vorbereitungen waren für dieses Fest heute zu treffen, um es zu einem herausragenden Tag in Eurem Leben zu machen. So musste z.B. die …..Halle geschmückt werden. Wenn nun heute Eure Verwandte, Freunde und Bekannte diesen Festtag mit Euch in der …….Halle feiern, ist dies ein Zeichen, dass es stets wichtig ist, eine Familie und Freunde zu haben, die mit Euch das Glück und die Freude teilen, aber auch für Euch da sind, wenn es einmal Probleme zu beratschlagen gibt. Aus meiner Erfahrung ist es auch immer ein besonderes Fest für die Eltern des Brautpaares. Sie freuen sich besonders mit, dass die Tochter bzw. der Sohn einen Partner, eine Partnerin gefunden hat. Ich hoffe, Sie fassen die Hochzeit nicht als Verlust der Tochter oder des Sohnes auf, sondern als Erweiterung der Familie. Sie gewinnen eine Schwiegertochter beziehungsweise einen Schwiegersohn dazu. Sicher erwartet Ihr nicht von mir, dass ich vor Euch über Sinn und Zweck der Ehe referiere oder Euch gar Eheratschläge für Euer weiteres gemeinsames Leben mitgebe. Ich maße mir nicht an, Euch an dieser Stelle, -wenn vielleicht auch nur gut gemeinte Ratschläge- für ein möglichst glückliches und harmonisches Zusammenleben geben zu können. Vielmehr ist es, so meine ich, Eure eigene Aufgabe, einen gemeinsamen Weg, für eine gemeinsame Zukunft unter gegenseitiger Achtung zu bestimmen. Meine Aufgabe ist es, einen netten Rahmen für Eure standesamtliche Trauung zu schaffen, an den Ihr Euch gerne zurückerinnert. Bevor wir nun fortfahren, muss ich Euch noch fragen, ob sich seit der Anmeldung der Eheschließung (die wir Ende März gemacht haben) Änderungen ergeben haben, welche Eure tatsächlichen Verhältnisse der Ehevoraussetzungen betreffen. Bevor ich zum wesentlichen Teil der Eheschließung komme, der Frage, ob Ihr die Ehe miteinander eingehen wollt, möchte ich noch ein paar Worte an Euch richten. Liebes Brautpaar, liebe Trauzeugen, werte Gäste, irgendwann habt Ihr den Entschluss gefasst, gemeinsam ein Haus im ………Weg zu bauen. Damit habt Ihr eine wichtige weitere Entscheidung getroffen. Denn Ihr habt den Ort festgelegt, an dem Ihr Eure gemeinsame Zukunft verbringen wollt. In den letzten drei Jahren hat Euch dieses Thema „Hausbau“ mit Planungen, Überlegungen und viel Arbeit beschäftigt. Hier ergänzt Ihr Euch perfekt. S. ist mehr für das „Gröbere“ und B. für das „Feinere“ zuständig. Was liegt da näher, als Euer gemeinsames Projekt „Hausbau“ zum Thema zu machen? Nun könnt Ihr zusammen Euer Haus planen und bauen. Ihr meint, ein Haus haben wir schon? Nein, was ich meine, ist kein gewöhnliches Haus. Ich möchte Euch nun so eine ganz andere Art von Hausbau vorstellen, nämlich einem Ehehaus! Euer gemeinsames Haus „Ehe“ werdet Ihr ab heute miteinander gestalten. „Stein und Mörtel bauen ein Haus, Geist und Liebe schmücken es aus“. Da Ihr der gleiche Jahrgang seid, kennt Ihr Euch schon lange. Doch dann hat es irgendwann dann einmal gefunkt, und seit Silvester ……. seid Ihr ein Paar. Ihr habt Euch in den in den letzten Jahren Eurer Partnerschaft (in welchen Ihr gemeinsam in der …..Straße wohnt) vergewissern können, dass die Grundlage (der Baugrund) Eurer Ehe aus Eurer Liebe und gegenseitigem Vertrauen, Zuneigung, Treue und Achtung gegenüber dem anderen besteht. Heute werdet Ihr mit dem Ja-Wort ein Fundament legen, welches stark genug ist, um darauf Euer „Ehehaus“ bauen zu können. Ich bin zwar kein Fachmann, was die Statik angeht, doch auch als Laie weiß ich, dass ein solides Haus ein gutes Fundament braucht. Das Fundament Eurer Ehe besteht aus gegenseitiger Liebe und Treue, ohne diese steht das Haus auf einem wackeligen Grund. Auch die Seitenwände müssen solide gemauert sein. Es soll ja kein kalter Wind durchpfeifen. Für Euer Ehehaus verwendet Ihr nur die besten Materialien, z.B. Zärtlichkeit, natürlich auch Leidenschaft, gegenseitiges Verstehen, Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit. Euer Haus hat viele Zimmer und es gibt auch eine Zwischendecke. Auch diese muss den Grundsätzen der Statik entsprechen. Das Material könnte aus Geduld füreinander, Nachsicht und Rücksicht bestehen. Zuallerletzt kommt das Dach, das den Regen abhalten muss. Gute Dachziegel Eures Ehehauses sind aus dem besten Material, nämlich der Kompromissbereitschaft. Nun hätten wir den Rohbau abgeschlossen und können zur detaillierten Planung übergehen: Die Küche ist eines der wichtigsten Zimmer, denn die Güte wohnt darin. Das Wohnzimmer ist der größte Raum des Hauses. Da sieht man, wie wichtig die gemeinsame Freizeitgestaltung in der Ehe ist. Bei Euch Beiden ist dies z.B. sich mit Freunden treffen, oder gemeinsam Skifahren gehen. Bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung darf natürlich nicht vergessen werden, dass Euch die Musik ebenfalls miteinander verbindet. B. spielt in der „ …………………Trachtenkapelle “ und S. ist im Musikverein „ ………………..“ als Vorstand und aktiver Musiker unterwegs. Auch die Band ……….. wird von ihm schon jahrelang als Schlagzeuger unterstützt. Ein Raum der Kommunikation sollte geschaffen werden, in dem Ihr bei Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten das Gespräch miteinander aufnehmen und den häuslichen Frieden wieder herstellen könnt. Euer Haus wird eine Villa, wenn Ihr ein Zimmer einrichtet, in dem Ihr gemeinsam lachen und miteinander weinen könnt. Ein Palast kann Euer Ehehaus sein, wenn Ihr die Räume mit Gemütlichkeit, und gegenseitigem Respekt ausstattet. Freiräume sollten bei der Bauplanung ebenfalls einkalkuliert werden. Dann könnt Ihr unbesorgt in die Zukunft blicken, ohne Angst haben zu müssen, dass es in Eurer Ehe zu eng wird. Wenn Ihr Euch Kinder als Eure gemeinsamen Lebensbegleiter wünscht, solltet Ihr heute schon daran denken, dass Ihr warme Zimmer mit Fürsorge und umsorgender Liebe vorbereitet, um Eurer Familie genügend Raum zu geben, sich miteinander wohl zu fühlen. Im Vorratsraum sollte Platz sein, um liebevolle Erinnerungen und gute Gedanken aufzubewahren, die Wegbegleiter sein können, wenn der „Eheputz“ eine Renovierung benötigt. So könnt Ihr Euch an gemeinsame Urlaubsreisen, wie z.B. Eure Kreuzfahrt in der Karibik erinnern. Ein Ruhezimmer wird nötig sein, um darin Kraft schöpfen zu können, wenn schwere Zeiten das Ehehaus erschüttern. Auch ein Schlafzimmer, muss im Ehehaus vorhanden sein, denn der Alltag, oder der Beruf sind oft so anstrengend dass man unbedingt einen Raum zur Erholung und Entspannung braucht. Eine Werkstatt sollte auch unbedingt eingeplant werden, um Euer Haus perfekt zu machen. Ihr könnt darin kleine Reparaturen in Form von Entschuldigungen und Wiedergutmachungsgesten vornehmen, welche die Stimmung in Eurem Ehehaus wieder bessern können, wenn der Haussegen mal schief hängt. Legt Euch einen Garten voller Gefühle an, in welchem Ihr Eure Liebe und die Gründe für Euer heutiges Vertrauen, sich das Ja-Wort geben zu können, auf fruchtbarem Boden aussäen und so ein Leben lang davon zehren können. Ich möchte Euch jetzt bitten, Euren gemeinsamen Grundstein als Eheleute durch Euer gegenseitiges Eheversprechen zu legen. Da dies ein feierlicher Augenblick ist, darf Sie alle bitten, sich von den Plätzen zu erheben. Nun frage ich dich, S. , ist es Dein freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau B. die Ehe zu schließen, so antworte mit „Ja“. Ich richte nun meine Frage auch an dich, B. , Willst auch Du aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn S. die Ehe eingehen, dann antworten auch bitte mit „Ja“. Mit dem Bekenntnis, das Ihr soeben vor Euren Trauzeugen und mir als zuständiger Standesbeamtin abgegeben haben, ist Eure Ehe zustande gekommen. Ihr seid nunmehr Kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute. Bevor wir nun wieder Platz nehmen, um den Heiratseintrag zu unterschreiben, möchte ich Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Ringe zu wechseln, die ja heute wie schon seit alters her, immer noch ein Symbol dafür sind, dass Sie von nun an fest zusammen gehören. Nun fehlt eigentlich nur noch der Hochzeitskuss um die Zeremonie abzurunden. Bitte nehmen Sie alle wieder Platz. Ich werde nun den Heiratseintrag vorlesen, den Ihr Beide und auch die Trauzeugen unterschreiben sollten. Meinen herzlichsten Glückwunsch an Euch Beide. Ich hoffe, dass Euch der Bau Eures gemeinsamen Ehehauses gut gelingen wird, und das Fundament Eures Hauses solide steht, so dass Ihr im Alter auf ein erfülltes Leben zurückblicken könnt. Ich wünsche Euch auch, dass Ihr alles, was so kommt im Leben, gemeinsam bewältigt und dass es viele Stunden des Glücks in Eurem Haus gibt, die Ihr gemeinsam genießen könnt. Auch im Namen der Gemeinde B. darf ich Euch alles Gute für Euren gemeinsamen Lebensweg/Ehehausbau wünschen. Ich wünsche Euch noch eine wunderschöne Trauung in der ….Kirche in T. und ein schönes Fest in der ………..Halle. Möge Euch dieser Tag in guter Erinnerung bleiben.

 
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