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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (908)

Trauansprache Sehr geehrtes Brautpaar, und , herzlich willkommen im Standesamt von ........ Ich begrüße Sie alle recht herzlich hier in den Räumlichkeiten des Alten Rathauses der Stadt ........, das seit einigen Jahren für die feierlichen Anlässe der standesamtlichen Eheschließungen benutzt wird. Mein Name ist ___________ und ich freue mich, heute die Eheschließung von Ihnen, Frau____ und von Ihnen, Herrn , durchführen zu dürfen. Sie, Frau , und Sie, Herr , wollen miteinander die Ehe eingehen. Dazu bedarf es von Ihrer Seite nur des übereinstimmenden Ja-Wortes. Ich, in meiner Funktion als Standesbeamter, werde dadurch dann feststellen können, dass Sie damit rechtlich verbundene Ehegatten sind. Sie sind heute hierher gekommen, wohl nicht in erster Linie, einen Vertrag zu schließen. doch so sieht es der Gesetzgeber. Denn das „Ja-Wort“, mit dem Sie die Ehe schließen, ist ein Vertrag im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches, der für Sie eine Reihe von Rechten, aber auch Pflichten mit sich bringen wird; diese auszuzählen würde sicher zu weit führen, deshalb seien nur einige erwähnt, wie z. B. das Namensrecht, mit dem Sie bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung konfrontiert worden sind / das Güterrecht, das die Vermögenssorge in der Ehe regelt und nicht zu vergessen das Eherecht. Dieses „Ja-Wort“ heute drückt jedoch mehr aus, als nur der Wunsch ein Dokument zu bekommen, das die andere Rechtsstellung in der Gesellschaft ergibt. Von Pythagoras stammt der Satz: „Die kürzesten Wörter, nämlich das „Ja“ und das „Nein“ erfordern auch das meiste Nachdenken“. Heute steht das Wörtchen „Ja“ ganz im Mittelpunkt. Warum wohl ist Pythagoras zu dem Schluss gekommen, dass das „Ja“ und „Nein“ das meiste Nachdenken erfordert? Sicher deshalb, weil mit diesen Wörtern eine Entscheidung gefällt wird. Kleine Entscheidungen fällen wir ja zigmal am Tag. Das geht schon am Morgen an: wir können, oder –besser gesagt – müssen uns entscheiden, wann wir aufstehen, ob wir noch fünf Minuten zugeben, wenn der Wecker bereits gerasselt hat, dann entscheiden wir uns, was wir zum Frühstück zu uns nehmen, im Beruf und Zuhause gibt es weiter viele Entscheidungsmöglichkeiten. Auch in der Freizeit sind wir täglich herausgefordert, uns für das eine oder andere zu entscheiden, z.B. ob wird mit Bekannten ausgehen wollen. Wir antworten bei allen Entscheidungsmöglichkeiten zwar oft mit „Ja“ oder „Nein“, denken aber öfters nicht viel darüber nach, sondern entscheiden nach Gefühl und augenblicklicher Stimmung. Darüber, ob man eine Ehe schließt, denkt man schon mehr nach. Es ist ja schließlich eine weit reichende Entscheidung. Sicher gibt es rationale Gründe. Daneben gibt es aber genug emotionale Gründe, die bei dieser Entscheidung ein großes Gewicht haben. Um diese emotionale Beweggründe für sich selbst herauszufinden, muss man nach innen lauschen. Das eigene Gefühl und die Intuition gibt einem die Antwort für seine Entscheidung. Und so wird schließlich das rationale Nachdenken zweitrangig, und es ist leicht, sich zu entscheiden, wenn das Gefühl stimmt. Vielmehr ist das Ja-Wort auch in erster Linie eine Herzensangelegenheit. Bei dem Wort Hochzeit fallen jedem Menschen auch Begriffe wie Liebe, Treue, Zuneigung, gegenseitige Achtung und Unterstützung ein. Freude kommt auf bei dem Gedanken an die gut vorbereitete Feier, an die vielen Details, die sich alle einfallen lassen haben, um diesen Tag zu einem herausragenden Tag im eigenen Leben zu mache. Aber auch Ihr Eheleben später wird von den Details, die Sie sich für einander einfallen lassen und spontan zu geben bereit sind, reicher gemacht. Um damit meine ich nicht in erster Linie materielle Dinge, sondern eher die Dinge, die man sich nicht kaufen kann: einen treuen Freund an der Seite, der einen so annimmt, wie man ist, der mit einem durch dick und dünn geht, ein offenes Ohr hat für alles, was so kommt im Laufe des Lebens. Es gibt ja das bekannte Sprichwort: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Im Leben gibt es immer wieder schwierige Situationen, die es zu meistern gilt. Manches Ereignis löst Trauer, Wut oder Hilflosigkeit aus. Gerade dann ist es wichtig, einen treuen Freund an der Seite zu haben, der mit einem die schlimme Zeit durchsteht, einen tröstet und neuen Mut gibt. Es heißt aber auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. So werden Sie alle gerade heute feststellen, dass Ihre Hochzeit zu einem besonderen Erlebnis wird, weil Sie alle daran teilhaben. Jeder trägt auf seine Weise dazu bei, dass dieser Tag sich von anderem Tagen in Ihrem Leben abhebt. Auch hinterher, wenn Sie die Photos anschauen, werden Sie feststellen, dass auch dann geteilte Freude doppelte Freude ist. Ein Fest wird auf diese Weise unvergesslich. Aber auch in Ihrem gemeinsamen Alltag haben Sie sicher schon oft festgestellt, wie wahr dieser Spruch ist. So ist z.B. allein reisen nie so schön wie gemeinsam reisen. Auf diese Weise hat man oft die Möglichkeit, gemeinsames Erlebtes „aufzuwärmen“ und sich immer wieder, auch nach Jahren, zusammen zu freuen. Manchmal ist es aber auch ganz wichtig, dass ein Partner etwas alleine macht. Auch dies kann die Partnerschaft bereichern, z.B. dadurch, dass man sich das Erlebte hinterher erzählt. So bleibt die Freude nicht bei einem Partner allein, sondern springt wie ein Funke über. Die Lebenserfahrung hat Sie beide aber bereits gelehrt, Rücksichten auf andere zu nehmen, Kompromisse einzugehen, dabei aber nicht das eigenen „Ich“ aufzugeben. Ihre Entscheidung, jetzt gleich vor mir den Bund für`s Leben zu schließen, basiert auf gegenseitiger Zuneigung und der Gewissheit, Höhen und Tiefen gemeinsam bewältigen zu können. Schließen möchte ich mit den Worten von Clemens Brentano, der geschrieben hat: „Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden“ Ich wünsche Ihnen den ganzen Reichtum, den die Ehe geben kann und darf Sie nun bitten, mit mir aufzustehen. Mein Frage an Sie, : Wollen Sie mit der hier anwesenden _______ die Ehe eingehen, dann antworten Sie mit „Ja“. Ich richte nun meine Frage an Sie, _______: Sind auch Sie gewillt, mit ----------------- die Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie mit „Ja“. Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie damit rechtlich verbundene Ehegatten sind. Sie können sich nun Ihre Ringe als Zeichen Ihrer ehelichen Verbundenheit gegenseitig anstecken. Nun nehmen Sie bitte noch einmal Platz. Ich werde jetzt den entsprechenden Heiratseintrag vorlesen.

 
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