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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (930)

Ihr Hochzeitstag heute ist ein schöner und auch ein etwas aufregender Tag in Ihrem Leben. Eine wichtige Entscheidung wird besiegelt und gefeiert, und Sie beide blicken voller Zuversicht in die gemeinsame Zukunft. Man kann sagen, Sie haben eine Brücke zueinander geschlagen, eine Brücke, die Sie nun miteinander verbindet. Das Bild von der Brücke ist, wie ich glaube, sehr aussagekräftig, wenn wir über die Beziehung zwischen zwei Menschen sprechen, und deshalb möchte ich es auch heute in meiner Ansprache verwenden. – Interessanterweise ist auf der Rückseite jeder Eurobanknote ebenfalls eine Brücke als das einende Symbol der Gemeinschaft abgebildet. Ich hab mal nachgelesen; es gibt Balkenbrücken, Fachwerkbrücken, Bogenbrücken, Hängebrücken, Spannbandbrücken, bewegliche Brücken, Schwimmbrücken und so weiter. Was ich damit sagen möchte, genauso viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, eine Brücke zu konstruieren, genauso viele Möglichkeiten haben Sie, Ihre Ehe zu gestalten. Die Brücke als Dreh- und Angelpunkt – das kann das Geheimnis einer glücklichen Beziehung oder einer guten Ehe sein. Denn zunächst einmal sollen zwei Menschen, die sich kennen lernen, einen Draht zueinander finden. Damals als Sie sich kennen gelernt hatten, waren Sie noch fremd und Sie wussten kaum etwas voneinander. Genau wie der Konstrukteur einer Brücke erst mal mit einem leeren Blatt und vielen Ideen vor der Planung sitzt. Doch die Annäherung, das vermehrte Treffen und schließlich der Beschluss, ein Paar zu sein, das war der Startschuss bzw. die Baugenehmigung, der rote Punkt, für Ihre Brücke. Wenn zwei Menschen also Interesse füreinander haben, dann wollen sie herausfinden, wie der andere denkt und handelt, was er schon erlebt hat und was er erreichen möchte. Wahrscheinlich haben Sie, als Sie enger Kontakt hatten, eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten entdeckt. --- Aber Sie haben sicher auch herausgefunden, dass Sie sich in manchem unterscheiden. --- Kleinigkeiten, an denen Sie sich nicht aufregen sollten, sondern über die Sie eher versuchen sollten, zu schmunzeln. Es wird immer darum gehen, eine Brücke zueinander zu bauen, um sich immer besser kennen zu lernen und einander auch Schwächen und Geheimnisse anzuvertrauen und zuzugestehen. Und es wird darum gehen, bestehende Unterschiede zu überbrücken, also zu tolerieren, dass der andere mal anders denkt und reagiert, und dann kompromissbereit zu sein. Denn eine funktionierende Ehe besteht daraus, immer einen Weg, eine Brücke zueinander zu finden und diese gemeinsam zu beschreiten. Zuerst beginnt jeder mit dem Brückenbau auf seinem Ufer. Aber man sollte sich über Material und Brückentyp einig sein. Nur dann treffen Sie sich auch in der Mitte und nur dann passen die Bauteile ineinander. Wenn zwei Menschen zusammenleben wollen, ist es für sie wichtig, sich aufeinander einzuspielen, sich ihren Alltag zurechtzuzimmern und sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Und das ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein Prozess, der sich durch das ganze Eheleben zieht. Sie würden sich heute sicher nicht trauen lassen, wenn Sie den Alltag nicht bereits gut meistern. Trotzdem ist es wichtig, immer wieder Überprüfungsrundgänge zu machen um die Bausubstanz der Brücke zu überprüfen. Auch in den besten Ehen bleibt es nicht aus, dass es zu Unstimmigkeiten, Auseinandersetzungen oder Missverständnissen kommt, die ein erneutes Aufeinanderzugehen erforderlich machen. Die einmal gebaute Brücke zwischen Ihnen muss ausgebessert werden, erneuert oder gar ganz neu gebaut werden. Wenn man also feststellt, dass Reparaturen nötig sind, sollte man diese auch umgehend durchführen, damit die Stabilität der Brücke wieder gegeben ist. Immer im Gespräch zu bleiben ist wichtig, weil die Menschen sich weiterentwickeln, neue Interessen entdecken oder sich in ihren Anschauungen und Reaktionsweisen verändern. Das muss der andere nicht immer teilen, aber er möchte und sollte doch an den Veränderungen teilhaben. Und schließlich wird ein Paar im Lauf der Ehejahre vor immer neue Herausforderungen gestellt, für die es neue Lösungen suchen muss. Diese erfordern es, sich gemeinsam nach neuen Wegen umzusehen oder dem Zusammenleben ein anderes Ziel zu geben. Wenn nötig solltet ihr neue Brücken zum Anderen schlagen, auch so etwas ist möglich. Sie wissen, dass die Brücke, die Ihre Ehe trägt, fest verankert sein sollte. Auf dieser Brücke können Sie auch Abgründe überwinden, ohne dass Einsturzgefahr besteht. Ihre Brücke schwankt nicht, ganz gleich, ob ein windstiller Sonnentag vor Ihnen liegt oder ein heftiger Sturm weht. Ihre Brücke wird auch durch idyllische Landschaften führen, vielleicht können Sie von der Brücke aus schöne Sonnenuntergänge betrachten. Genießen Sie die Zeit und schöpfen Sie aus den schönen Zeiten immer wieder Energie und Kraft für Ihre Beziehung zueinander. Denn Ihre Brücke besteht aus gegenseitiger Zuneigung, aus Verständnis und Vertrauen zueinander, aus der Gewissheit, füreinander da zu sein. Ihre Gefühle füreinander und Ihre Bereitschaft, einander Halt zu geben, schaffen ein festes Fundament, um ein gemeinsames Leben aufzubauen. Sie sind die Basis, um zusammenzuhalten und immer wieder einen Weg zueinander zu finden. Denn in der Ehe ist der gemeinsame Weg das Ziel. Mit dem Ja-Wort beim Standesamt fügen Sie einen weiteren Stein in Ihre Brücke und deshalb kommen wir jetzt zum offiziellen Teil der Trauung. Hierzu möchte ich Sie, das Brautpaar bitten, aufzustehen. Ich frage nun Sie, __________________________, ist es Ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden _______________________________ die Ehe zu schließen, dann antworten sie mit „ja“. Wollen auch Sie, ____________________________, aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden _______________________ die Ehe schließen, dann antworten auch Sie mit „ja“. Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit „ja“ beantwortet haben, erkläre ich Sie hiermit kraft Gesetzes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten. Als Zeichen der unendlichen Verbundenheit dürfen Sie sich gegenseitig die Ringe anstecken. KUSS >>> Damit Sie noch einen Moment wegträumen können und die ersten Minuten als Ehepaar genießen können, kommt jetzt ein Musikstück. Nun lese ich Ihnen die Niederschrift über die Eheschließung vor. Nach dem Vorlesen dürfen Sie dann noch mal unterschreiben. NIEDERSCHRIFT über die Eheschließung vorlesen. Braut unterschreibt mit neuem Namen geb. ... Ein Zitat möchte ich euch zum Schluss noch mit auf den Weg geben: Die Liebe ist wie das Leben selbst, kein bequemer und ruhiger Zustand, sondern ein großes, wunderbares Abenteuer. Ich übergebe das Stammbuch mit den Urkunden und auch noch ein kleines Geschenk der Gemeinde. --- Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihre Ehe einer stabilen, sicheren und festen Brücke gleicht und gratuliere Ihnen nun als Erste.

 
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