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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (933)

Sehr geehrtes Brautpaar, Frau ………………und Herr………………….., werte Trauzeugen, Frau ……………………und Herr ……………………, liebe Eltern des Brautpaares geschätzte Hochzeitsgäste. Verehrtes Brautpaar, heute ist ein Tag, dem ihr gewiss mit einiger Aufregung entgegengefiebert habt. Auch für mich als Standesbeamter des Standesamtverbandes ………………….ist eine Eheschließung immer ein besonderer Anlass, auf den ich mich immer wieder freue. Heute ist es mir eine ganz besondere Freude, dieses Amt ausüben zu dürfen, um dich liebe (Vorname). mit dir lieber (Vorname) zu verheiraten – oder besser gesagt: in aller Form auszusprechen und zu beurkunden, dass ihr „Ja“ gesagt habt zueinander. Daher darf ich euch alle im 1556 erbauten Renaissance Schloss ……………. in der ehemaligen Schlosskapelle zur standesamtlichen Trauung von Frau …………………. und Herrn ……………………… recht herzlich willkommen heißen. Mein ganz besonderer Gruß gilt natürlich dem Brautpaar. Lieber (Vorname)………………. liebe (Vorname)………………., über die Bedeutung dieses Tages, insbesonders in rechtlicher Hinsicht, bedarf es wohl keiner großen Ausführungen mehr. Denn Ihr seid heute hierher gekommen, um den Bund der Ehe zu schließen. Die Republik Österreich sieht darin einen Vertrag im Sinne des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches. Einen Vertrag, der nach rechtlichen Formen verlangt und eine Reihe von Rechtsverbindlichkeiten mit sich bringt. Mit diesem Vertrag schließt Ihr aber auch den innigsten Bund, den zwei Menschen schließen können, oder, wie es Johann Wolfgang von Goethe ausdrückt: „Es geht darum einen Ring anzufügen an des Daseins unendliche Kette“ Einige wichtige gesetzlichen Bestimmungen des Eherechtes möchte ich aber doch kurz zur Sprache bringen. Die Ehegatten sind einander zur umfassenden ehelichen Lebensgemeinschaft, besonders zum gemeinsamen Wohnen, sowie zur Treue, zur anständigen Begegnung und zum Beistand verpflichtet. Das ABG spricht an, dass sich Ehegatten wirtschaftlich unterstützen sollen. Doch die nicht- materielle Unterstützung kommt mir vor ist sehr viel wichtiger. Damit meine ich zusammenzuhalten und sich gegenseitig mit Rat und Tat zu helfen, wenn schwieriges im Leben zu bewältigen ist. Aber auch die großen und kleinen Freuden gemeinsam zu genießen. Das sind Dinge, die eure Ehe lebendig haltet und mit Leben erfüllen wird. Gleichberechtigung: In der heutigen Zeit wird sehr viel von Gleichberechtigung gesprochen. Was aber bedeutet das für die Ehe? In einer gut funktionierenden Ehe wird man nicht nach Paragraphen vorgehen. Die Gleichberechtigung in einer guten Ehe ist immer mit der Verpflichtung und der Verantwortung beider Ehegatten verbunden. Doch je weniger im Verlauf der Ehe auf die Gleichberechtigung gepocht wird, desto besser wird die Ehe werden, denn beide Partner wissen dann umso mehr von der Notwendigkeit des Teilens, des Verzichts, der Hingabe – und sie wissen auch von der Verantwortung des Partners gegenüber dem anderen. Mit dem Ja-Wort vor mir und allen hier Anwesenden legt ihr ein Bekenntnis zu diesen nur auszugsweise vorgebrachten Punkten ab. Bevor ich dann zum eigentlichen Teil der Eheschließung komme, möchte ich, ein paar grundlegende Gedanken zur Ehe ansprechen.. Die Ehe als solche ist sicher auch heute noch eines der größten Abenteuer, auf die sich ein Mensch einlassen kann. Denn für das Gelingen einer Ehe gibt es nun mal keine Garantien und Patentrezepte. Es wird daher ein ständiges „An-sich-arbeiten“ nötig sein um eine gute Beziehung zu formen. Das Fundament einer gut geführten Ehe ist das gemeinsame Glück, die gegenseitige Achtung und natürlich die Liebe. Die gegenseitige Achtung, Liebe (Vorname), lieber (Vorname), ihr steht heute am Beginn eines neuen Lebensabschnittes, von dem ihr zwar Vorstellungen und Wünsche habt, wie er sich gestalten und entwickeln soll, von dem ihr aber trotz aller guten Vorsätze noch nicht wisst, was an Glück und Freude, vielleicht aber auch an Sorgen und Leid kommen mag. Versucht daher, die Zukunft gemeinsam zu planen und zu gestalten, sich in allen Belangen des Lebens miteinander zu besprechen, die Meinung und Ansicht des Partners in die eigene Entscheidung mit einzubeziehen und selbstverständlich auch zu respektieren. Wir alle sind nicht ohne Fehler, doch gerade die Ehe erfordert so oft, die kleinen Unstimmigkeiten des Partners zu übersehen und durch dessen gute Seiten sie harmonisch zu gestalten. Begegnet euch daher einander immer mit der nötigen Achtung und mit dem Versuch des Verstehens. Zum Element des gemeinsamen Glückes: Ihr habt sicherlich beide das Gefühl, füreinander bestimmt zu sein und die Überzeugung, in eurem gemeinsamen Leben nicht nur gut mit- einander auszukommen, sondern auch glücklich zu werden. Aber nur im Inneren, im Herzen des Menschen, ist Glück eigentlich wirklich spürbar und euer Ziel als Ehepaar sollte es sein, dieses Glück in eurer Ehe zu erreichen. Glück zu erfahren wünschen wir uns alle. Mit dem richtigen Partner an der Seite ist es leichter, es zu finden. Vergesst aber nicht, dass das dauerhafte Glück niemals erzwungen werden kann, sondern abhängig ist von der eigenen Anstrengung und freien Willen, das Du dem Ich voranzustellen. Zur Liebe: Liebes Brautpaar, ein wesentlicher Faktor warum ihr heute vor mir Platz nehmt, ist die Liebe, eure Liebe zueinander. Die Liebe ist gegenseitiges Verstehen – oder besser: Die Liebe ist der Versuch des gegenseitigen Verstehens. Dieser Versuch kann jedoch nur dann gelingen, wenn beide Partner immer wieder aufs neue aufeinander zugehen. Die Liebe ist auch Versuch zum gegenseitigen Verzeihen. Das Verzeihen ist menschlich und es ist unbedingt notwendig. Die Liebe ist auch am leichtesten verletzbar, wird sie verletzt, leidet sie, umso mehr muss sie dann behütet und umsorgt werden. Sucht daher in eurer Ehe stets das Wohl des anderen. ihr erreicht damit gewiss auch eure eigene Zufriedenheit, denn Liebe ist das einzige auf der Welt, das gerade dann wächst, wenn es verschwendet wird. Schließen möchte ich mit den Worten von Clemens Brentano, der geschrieben hat: Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden. Daher wünsche ich euch den ganzen Reichtum, den die Ehe geben kann. Verehrtes Brautpaar, ihr habt den Familiennamen vom (Vorname Bräutigam) als gemeinsamen Familiennamen bestimmt. Durch euer „Ja Wort“ heute geltet ihr dann nicht nur in eurem Verwandten- und Freundeskreis als Paar, sonder auch offiziell vor der Gesellschaft als rechtmäßig verbundene Eheleute mit dem gemeinsam geführten Familiennamen (Familienname Bräutigam). Einen festen Lebensbund zu schließen ist immer ein besonderes Ereignis, weil man den anderen dadurch sagt, du bist einzigartig für mich. Nun möchte ich euch also bitten gemeinsam mit den Trauzeugen, zum Eheversprechen aufzustehen. Nun richte ich meine Frage an dich, Herr …………………….: Ist es dein freier und ungezwungener Wille, mit der hier anwesenden Frau ………………… die Ehe einzugehen, dann antworte mit „JA“. Frau ……………………ist es auch deine freie Entscheidung und freier Wille, mit dem hier anwesenden Herrn ……………………. die Ehe zu schließen, dann antworte mit „JA“. Da ihr beide meine Frage vor mir, den beiden Trauzeugen und der übrigen Hochzeitsgäste übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet habet, stelle ich hiermit Kraft meines Amtes fest, dass ihr rechtmäßig verbundene Ehegatten seit. Die Ringe, die hier bereitliegen sind heute immer noch ein Symbol dafür, dass ihr nunmehr fest verbundene Eheleute seit. Als Zeichen eurer Zusammengehörigkeit und Verbundenheit, bitte ich euch nun einander die Ringe anzustecken. Zum guten Schluss fehlt jetzt eigentlich nur mehr der Kuss. Anlässlich Eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde Euch diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und euch anschließend bitten, diesen Eintrag mit euren Unterschriften und den der Trauzeugen zu vervollständigen. Es freut mich auch, dass ich die Glückwünsche des Bürgermeisters der Marktgemeinde ………………………von Herrn…………………. überbringen darf und euch daher anschließend diesen kleinen Blumengruß überreichen darf. Liebe (Vorname), lieber (Vorname), ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff „schließen“ im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt nach „abgeschlossen“, „fertig“, „ da braucht man nichts mehr dazu beitragen!“. Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem jene, die heute mitgekommen sind und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können: Nämlich es ist genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen! Deshalb meine ich, dass ihr heute eure Ehe eröffnet habt! Ich wünsche euch daher abschließend, dass ihr auch in späteren Jahren Eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit viel Liebe eröffnet. In diesem Sinne wünsche ich euch das Beste auf euren gemeinsamen Lebensweg, erinnert euch immer wieder gerne an euren Hochzeitstag, nehmt die frohe Stimmung und die gute Laune mit auf euren gemeinsamen Weg und beginnt mit dieser Stunde eine gute, glückliche und harmonische Ehegemeinschaft. Alles Gute!

 
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