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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (939)

Liebes Brautpaar, M... und F......, liebe Kinder M.........., D............ und M....., werte Beistände, Eltern, liebe Familie, ich begrüße euch ganz herzlich hier vor dem Hause unseres Brautpaares. Ihr beide habt euch den heutigen Tag ausgesucht, um euch euer Jawort zu geben. Vor einigen Wochen als ich gefragt wurde, ob ich am 14. Juli Zeit für euch hätte, habe ich mich sehr gefreut.

Sofort überfiel mich eine Erinnerung, die mich mit M..... sehr verbindet und doch auch etwas mit dem Ort zu tun hat, wo F..... seine Wurzeln hat. Wir waren Kinder, als M....., S..... und ich eine Radtour in Richtung G......... unternahmen. Frohen Mutes ging es los, doch schon nach einiger Zeit verirrten wir uns.

M..... versicherte uns den Weg zu kennen. Doch noch nach Stunden waren wir mitten im Wald. Gott sei Dank kamen wir dann endlich an einem Hof vorbei, wo uns der junge Landwirt den richtigen Weg wies. Ich glaube M..... war damals schon am richtigen Weg, nur wusste sie nicht, was sie wirklich in Geistthal suchte.
Vor 13 Jahren war es dann soweit, M.....und F..... wurden ein Paar. Sie kannten sich ja schon von vorher. Vorher war aber noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt um öffentlich zueinander Ja zu sagen, die Entscheidung füreinander ist sicher nicht erst vor einiger Zeit gefallen, sie ist schon früher gefallen, aber heute gebt ihr eurer Partnerschaft den rechtlichen Stand der Ehe. Ihr bringt dadurch nicht nur eure Liebe zum Ausdruck. Ihr zeigt vor allem auch euren festen Entschluss, den Rest eures Lebens miteinander verbringen zu wollen.

Die Ehe bedeutet sich auf andere Weise sicher zu fühlen und einander Sicherheit geben
Wenn ich von Sicherheit in der Ehe spreche meine ich nicht nur finanzielle Absicherung, nein ich meine, dass der emotionale Rückhalt und das „sich aufeinander verlassen können“ ebenso wichtig ist.

Emotionaler Rückhalt und sich verlassen können: Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade diese Leistungen in eurer Partnerschaft wichtig sind. Denn ihr schließt heute nicht nur eine Ehe, ihr macht aus eurer ja schon bestehenden Familie eine offizielle neue Familie. ihr bringt beide ein fast schon erwachsenes Kind in eure Ehe M..... und D..... ein und ihr beide habt auch ein gemeinsames Kind, euren M...... Diese drei haben sicher bei eurem Entschluss zu heiraten eine entscheidende Rolle gespielt.

Ich habe für euch ein Zitat eines frühromantischen Dichters, Novalis, herausgesucht:
Wo Kinder sind, da ist ein goldenes Zeitalter.
Das goldene Zeitalter ist ein Begriff aus der Sagenwelt. Es ist ein Bild für eine Gesellschaft, in der es keinen Krieg, keine Gewalt und keine Verbrechen gibt. Alle Menschen können friedlich miteinander leben und niemand leidet Not. Es beschreibt etwas, was sich jeder wünscht.

Natürlich verläuft das Familienleben nicht immer so harmonisch, wie man es gern hätte. Aber es bietet die Chance für ein Zusammenleben, das den Einzelnen viel geben kann. Denn es ist schon viel erreicht, wenn man offen und ohne Zwang miteinander leben kann. Es ist auch viel erreicht, wenn jedes Familienmitglied die Möglichkeit erhält, sich gemäß seinen Begabungen zu entwickeln und zu einer selbstbewussten Persönlichkeit heranzureifen. Und es ist viel erreicht, wenn jeder so akzeptiert wird, wie er ist, und einen verständnisvollen Ansprechpartner findet.

In einer großen Familie wird es immer lebendig zugehen. Da gibt es Oma und Opa, die Tante, die Cousine, die Geschwister. Alle Familienmitglieder bringen etwas ein: ihre Erfahrungen und ihre Sorgen, ihre Freude und ihre Überzeugungen, ihre Bereitschaft, auf die anderen einzugehen und für sie einzustehen. Eine große Familie ist wie eine Welt im Kleinen, mit allen positiven und negativen Seiten, aber auch eine Welt, die allen Rückhalt gibt. Den Rückhalt, den wir in einer Zeit wie dieser sehr brauchen.

Die Ehe gibt Rückhalt. Was ist die Ehe noch?
Ehe verbindet, aber nicht nur am Papier.
Ich glaube, dass es wichtig ist füreinander da zu sein und sehr wichtig in einer Ehe ist es für einander Zeit zu haben, Zeit, die nicht immer mit Worten ausgefüllt werden muss.

Es reicht oft, wenn man weiß, der andere ist da, er ist nicht nur körperlich anwesend, er ist da für MICH, er ist mir treu.
Die Treue ist das Wichtigste überhaupt, nicht nur die körperliche Treue auch die geistige Treue, ich stehe zu diesem Menschen, ich bin für ihn da, ich bin ihm treu. Wenn der andere diese Treue spürt, dann kann er vertrauen.

Was gibt es Schöneres, als wenn ich einem Menschen vertrauen kann, dann weiß ich, ich kann mich auf ihn verlassen. Dann weiß ich, dass ich mich fallen lassen kann, er wird mich auffangen.

Es wird in eurem Eheleben Höhen und Tiefen geben, aber ihr sollt immer daran denken, dass ihr einander habt, dass ihr euch treu seid, dass ihr euch fallen lassen könnt, euch akzeptiert, so wie ihr seid.

Wenn man das erreicht und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ihr bei diesem Punkt schon angelangt seid, dann könnt ihr auch Probleme und Schwierigkeiten miteinander lösen, denn das Vertrauen und die Treue sind vorhanden.

Ihr habt schon bewiesen, wie wichtig es ist an einem Strang zu ziehen, ihr habt ein Haus gebaut, eure großen Buben zu stattlichen Menschen erzogen, gebt eurem kleinen M.... ein wunderbares Zuhause.
Doch dürft ihr in eurem Eheleben auch nicht vergessen immer wieder zärtlich zueinander zu sein, den Alltag weg zu schieben und nur körperliche Zeit füreinander zu haben.

Nehmt euch Zeit alle Sorgen und Ängste zu verdrängen, nehmt euch Zeit füreinander,
Zeit für die Zärtlichkeit, Zeit für euch.
Immer dann wenn ihr an einem Punkt angekommen seid, wo ihr vielleicht auch mal zweifelt, dann nehmt euch diese Zeit, denkt an meine Worte und habt Zeit für einander.

Da heute euer Tag ist, an dem ihr besonders viel Zeit füreinander habt, möchte ich euch und eure Beistände nun bitten aufzustehen und M..., dich möchte ich bitten herzukommen und die Ringe vorzubereiten.

Nun frage ich dich Herr F....., ist es dein Freier Wille und willst du mit der hier anwesenden Frau M... die Ehe schließen, dann antworten mit einem deutlichen „Ja“.

Ich richte meine Frage nun an dich, Frau M.... Ist es auch dein freier Wille, mit dem hier anwesenden Herrn F........ die Ehe einzugehen, dann antworte ebenfalls mit einem deutlichen „Ja“.

Da ihr beide meine Frage vor euren beiden Trauzeugen übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet habt, stelle ich fest, dass ihr nun kraft Gesetzes rechtlich verbundene Eheleute seid.

M...s bringt euch nun die Ringe, der Ring, ein Zeichen der Unendlichkeit. Ihr könnt euch nun eure Ringe anstecken, die auch heute immer noch ein Symbol dafür sind, dass ihr nunmehr fest verbundene Ehegatten seid.
Was jetzt noch fehlt ist das steirische Busserl.

Ich wünsche euch ein langes, glückliches Eheleben.

Jetzt bitte ich euch den Heiratseintrag zu unterfertigen und ersuche auch eure Beistände um ihre Unterschrift.

Kerze anzünden

Ich habe für euch ein Brautpaar aus Ton anfertigen lassen, dass euch an diesen Tag erinnern soll. Ich habe dieses Brautpaar, in grünes Gras und duftende Blumen gesteckt.
Wenn ihr dieses Gesteck am Balkon aufstellt, dann wehen die Blumen im Wind in die gleiche Richtung.

Das soll für euch ein Zeichen sein, dass ich euch gerne erklären möchte. Die Blumen können mit dem Wind nur in die gleiche Richtung wehen. Doch manchmal kommt ein Sturm und eine Windböe wirbelt sie durcheinander. Doch am Ende dieser Windböe stehen sie wieder in die gleiche Richtung.

Ich wünsche mir für euch, dass ihr es in eurer Ehe schafft, die meiste Zeit gemeinsam in eine Richtung zu gehen, und wenn es Zeiten gibt, in denen eine Windböe kommt, ihr es auch wieder schafft, diese zu überwinden und danach wieder vereint gemeinsam einen Weg zu gehen.
Ich persönlich wünsche mir für euch ein langes und glückliches Eheleben.

 
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