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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (940)

Oh Glücklich, wer ein Herz gefunden,
das nur in Liebe denkt und sinnt.
Und mit der Liebe treu verbunden
Sein schönres Leben erst beginnt!

Ein herzliches Grüß Gott!
Liebes Brautpaar, C..... und H..., liebe Eltern, werte Beistände, liebe Familie, liebe Gäste von nah und fern.
Ich möchte Sie an diesem für C.... und H..... ganz besonderen Tag, euren Hochzeitstag, herzlich begrüßen.

Als ihr mich vor einiger Zeit gefragt habt, ob ich den offiziellen Teil eures „schönsten Tages“ übernehmen würde, habe ich mich besonders gefreut.

Meine mir lieb gewordene Kollegin in der Gemeinde, C.....-
und H..... - den ich schon seit seinen Kindheitstagen kenne,
zu trauen, ist für mich etwas „Besonderes“.


Als ich vor gar nicht langer Zeit darüber nachgedacht habe, welche Worte ich euch zu Beginn eures Ehelebens mit geben möchte, habe ich überlegt, was euch zu diesem Paar macht, das ihr heute seid. Wie kam es, dass wir heute alle hier sind um euren Hochzeitstag zu feiern?

In einer Frühlingsnacht am 16.Juni 2005 habt ihr zwei euch auf der T..... zum ersten Mal gesehen.
C... wollte damals schon den Heimweg antreten, denn sie meinte, sie würde ihren Mann für´s Leben , den sie schon lange suchte, an diesem Abend nicht mehr finden.
Doch gerade in diesem Moment forderte sie H...t zum Tanz auf, sie wollte nicht tanzen, sondern nur ein Getränk, und aus diesem kleinen Schluck wurde eine große Sache.

Die Ehe – sie ist eine große Sache, zwei Menschen sagen ja zueinander – ja – sie werden den Rest ihres Lebens nebeneinander verbringen, vergleichbar mit zwei Bäumen, die nebeneinander gesetzt werden und ein Leben lang neben einander stehen.

Zwei Bäume, die so dicht nebeneinander stehen, dass sich ihre Äste ineinander verzweigen. Beide schauen prächtig aus.
Die Stämme sind mächtig und halten jeden Sturm aus. Die Äste scheinen sich abgesprochen zu haben, dass sie sich nicht gegenseitig stören. Jeder Baum hat genug Freiraum, sich zu entfalten.
Beide scheinen zu wissen, dass sie auch dem anderen Platz lassen müssen.

Die Wurzeln sind fest im Boden verankert. Durch den gemeinsamen Sog gelingt es dem Baumpaar reichlich Wasser aus der Tiefe zu saugen. Doch keiner kommt zu kurz. Auch die Nährstoffe reichen für beide. Man sieht keinem Baum einen Mangel an.

Würde man sich die Jahresringe ansehen, könnte man Rückschlüsse auf harte und gute Zeiten ziehen. Denn natürlich spielen auch die äußeren Einflüsse eine entscheidende Rolle. Am Holz lassen sich zum Beispiel harte und milde Winter, trockene und feuchte Sommer erkennen.

Wenn man das Baumpaar aus der Ferne betrachtet, hat man den Eindruck, dass ein einziger ganz gewaltiger Baumriese auf der Kuppe steht. Wenn man allerdings näher tritt, ist man überwältigt von der Harmonie. Jeder Baum hat seine Individualität bewahrt und trägt doch zu einem einheitlichen Gesamtbild bei.

Ihr werdet euch jetzt schon die ganze Zeit gefragt haben, warum ich so ausführlich von zwei Bäumen schwärme. Ich würde mir wünschen, dass ihr euch an die beiden Bäumen erinnert, wenn ihr Jahre später an eure Hochzeit denkt oder zwischendurch einmal über eure Ehe nachdenkt. Denn da gibt es einige Parallelen:

Man spricht auch davon, dass der Mensch Wurzeln hat und meint damit seine Familie.
Ihr beide habt wunderbare Familien und habt selbst schon mit S..... und T...... eine Familie gegründet. Die Bedeutung der Familie ist für die Vergangenheit und die Zukunft nicht zu unterschätzen. In der Familie hat man Zeit füreinander, dort ist Vertrauen beheimatet, dort kann man sich verlassen.

Hier habt ihr als kleines Kind Geborgenheit erfahren und Vertrauen aufgebaut. Erziehung und Bildung hat aus euch erst das gemacht hat, was ihr beide heute seid. Gleich einem Baum mit einem kräftigen Stamm kann euch heute so leicht nichts umwerfen.

Ihr könnt euch bei den Bäumen auch ein Beispiel nehmen. Beide ziehen Wasser und Nährstoffe aus der gleichen Erde, sie teilen sich das Vorhandene, sodass keiner neben dem anderen verkümmern muss. So sollte es auch in einer guten Ehe sein:
Seid rücksichtsvoll zueinander.

Ein Wunderwerk der Natur ist auch die in sich verästelte Baumkrone, die zwei Bäume von weitem wie ein Baum aussehen lässt.
Die Bäume scheinen das Problem von Nähe und Distanz, gegenseitiger Absprache, Toleranz gegenüber der Entfaltung des anderen, Balance von Wachsen und Selbstbehaupten einerseits, aber auch Nachgeben und den anderen gewähren lassen andererseits ganz automatisch zu lösen.
Das Ergebnis ist sichtbare Harmonie.

Die Liebe ist es schließlich, die Harmonie schafft. Ein sich liebendes Paar strahlt diese Harmonie auch für andere sichtbar aus.

So wie die Bäume die Jahreszeiten, gute und schlechte Zeiten durchmachen, so sind auch die Menschen nicht isoliert zu betrachten. Jeder ist eingebunden in die Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Einflüssen. Für jeden Menschen sind gute und weniger gute Zeiten dabei, so wie auch ein Baum Wind und Wetter ausgesetzt ist.

Wir bewundern alte Bäume mit vielen Jahresringen, wir bewundern auch Ehen, die lange halten.
Ich hoffe, dass euch dieses Bild in Erinnerung bleibt.
Jedes Jahr wird dann eure Ehe in Gedanken einen Jahresring dazubekommen. So wie die Jahresringe sich harmonisch um den Holzkern legen, wünsche ich auch euch , dass zahlreiche glückliche Ehejahre aufeinander folgen.

Nun möchte ich euch und eure Beistände bitten aufzustehen

Nun frage ich dich Herr H..., ist es dein Freier Wille und willst du mit der hier anwesenden Frau C...... die Ehe schließen, dann antworten mit einem deutlichen „Ja“.

Ich richte meine Frage nun an dich, Frau C.... ist es auch dein freier Wille, mit dem hier anwesenden Herrn H..... die Ehe einzugehen, dann antworte ebenfalls mit einem deutlichen „Ja“.

Da ihr beide meine Frage vor euren beiden Trauzeugen übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet habt, stelle ich fest, dass ihr nun kraft Gesetzes rechtlich verbundene Eheleute seid.

Der Ring, ein Zeichen der Unendlichkeit. Ihr könnt euch nun eure Ringe anstecken, die auch heute immer noch ein Symbol dafür sind, dass ihr nunmehr fest verbundene Ehegatten seid.

Was jetzt noch fehlt ist das steirische Busserl.

Darf ich euch und eure Beistände nun bitten, den Eintrag ins Ehebuch zu unterschreiben.
Bitte nehmt wieder Platz

Ich habe für euch ein Brautpaar aus Ton anfertigen lassen.
Ich habe dieses Paar auf eine Scheibe Holz mit vielen Jahresringen gestellt und es ganz fest damit verbunden. Diese Baumscheibe soll euch an meine Worte erinnern und euch in euren Ehejahren als Erinnerung an den Beginn eurer Ehe begleiten.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein langes und glückliches Eheleben.

 
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