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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (81)

Einleitungskarte
Liebe.. -lieber... !

Ich heiße euch, die Trauzeugen und eure Gäste an diesem ganz besonderen Tag herzlich im Standesamt ...willkommen.

Heutzutage ist es ja leicht einfach nur "so" zusammenzuleben.
Auch eure Beziehung ist eine nun seit 13 Jahren erfolgreich Erprobte und seit fast 3 Jahren seid ihr auch zu dritt.

Eurer Beziehung entstammt eure liebe Tochter ..und stellt sich im Oktober dieses Jahres ein zweiter Nachwuchs ein.

Im Freundeskreis wird ja schon eifrig spekuliert, ob die ..nun ein Schwesterl oder einen Bruder bekommt.

Da wir privat auch sehr gut befreundet sind, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass eure Beziehung geprägt ist von gegenseitiger Liebe, Unterstützung und Vertrauen.


Der heutige Tag ist aber der formelle Schritt, eure Beziehung auf eine solide gesetzliche Basis zu stellen und es freut mich sehr, dass ich bei diesem offiziellen Bekenntnis eurer Liebe zueinander eure Standesbeamtin sein darf.

Bei der Vorbereitung für die Trauung ist mir folgende Fabel aus Griechenland (ich glaube eine Geschichte aus Griechenland ist ja passend -ich weiß ja euer erster gemeinsamer Urlaub führte euch ja nach Korfu) in die Hände gefallen, die meiner Meinung gut das Zusammenleben in einer Ehe symbolisiert:

"Ein Polstersessel und ein Holzstuhl standen nebeneinander. Immer wieder wählten die Menschen den Polstersessel um sich auszuruhen und der Holzsessel ging immer leer aus, dabei fühlte er sich doch so kernig und vital.
Der Holzstuhl fragte (beleidigt-er fühlte sich ja auch im Recht) den Polstersessel, warum er immer bevorzugt würde und dieser antwortete:

"Weißt du - ich gebe ein bisschen nach!"


Stellt euch eine Partnerschaft vor, in der jeder Ehepartner auf seinem Standpunkt besteht und keiner von beiden nachgibt, diese wäre schrecklich.
Ich bin der Meinung, dass eine gute Beziehung nur dann eine wirkliche Chance hat, wenn die Partner nicht nur die Fähigkeit haben ihren Standpunkt zu vertreten, sondern auch nachgeben können.
Es ist nicht wichtig ein Etappensieg gegen den Partner zu erringen und in vielen oft sehr kleinen Punkten Recht zu behalten.
Meiner Meinung nach ist es wichtig ein gemeinsames Ziel in den Mittelpunkt zu stellen und gemeinsam mit dem Partner an einem Strang zu ziehen.


Hauptpunkt 1: Gegenseitiges Geben und Nehmen

Eine beständige und erfüllende Beziehung besteht immer aus einem freiwilligen Geben und einem dankenden Nehmen.

Ein unbekannter Dichter hat die Ehe einmal mit dem Küssen verglichen und eine Partnerschaft wie folgt definiert:

"Ein Kuss - ihr habt ja sicherlich schon für den anschließenden Brautkuss geübt -
Ein Kuss ist das einzige, das man nicht geben kann, ohne zu nehmen und den man nicht nehmen kann, ohne zu geben."

Ich bin mir sicher, dass ihr mit mir darüber übereinstimmt, dass eine Ehe nur dann im richtigen Lot ist, wenn jeder ein bisschen gibt und nimmt.

Erst durch das "Sich-Gegenseitig -Eine- Stütze-sein" und
"Sich -Fallen-Lassen-Können" wird eine Ehe zu einer wirklichen Partnerschaft, und in einer wirklich gleichberechtigten Beziehung steht das "Geben und Nehmen" in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

Hauptpunkt 2: Gegenseitige Akzeptanz von Entwicklungen und Veränderungen

Zu einem gemeinsamen Lebensweg gehört aber auch die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz .

Es ist wichtig, dass man von seinem Partner so angenommen wird wie man jetzt gerade ist, aber auch wie er im Laufe der Jahre sein wird.

In eurer Ehe wird es wahrscheinlich nicht immer so sein, dass ihr euch beide zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung entwickeln werdet und werden sich im Laufe der Jahre auch viele Veränderungen in eurer Partnerschaft ergeben.
Mit dem Wissen der Liebe des anderen-nämlich mit dem Rückhalt, dass ihr von eurem Partner so geliebt werdet, wie ihr jetzt seid , aber auch wie ihr sein werdet, habt ihr die Chance, den gemeinsamen Lebensweg nicht nebeneinander, sondern miteinander zu gehen.

Micheal Quoist hat die Liebe und die Veränderungen in der Liebe - meiner Meinung nach- sehr treffend formuliert als er gemeint hat:

"Wer den anderen liebt, lässt ihn gelten, wie er ist, so wie er war und so wie er sein wird".


Ehekonsens -Erklärung

Liebe .., lieber ... !

Ich wünsche euch, dass eure Ehe aus einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Geben, Nehmen und Nachgeben besteht und ihr miteinander im Bewusstsein und mit der Selbstverständlichkeit lebt, dass ihr so angenommen werdet wie ihr jetzt seid und wie ihr zukünftig sein werdet, sodass ihr offen seid für die Entwicklungen und Veränderungen im Leben.

Ich freue mich, dass ihr beide mit eurer Tochter .. und eurem zweiten Kind in eine gemeinsame Zukunft blickt und wünsche euch, dass ihr sowohl die verschlungenen Pfade im Leben als auch die Durststrecken des Lebens Seite an Seite meistert und dabei auch den Blick für die Schönheiten am Wegesrand nicht verliert.


Gesetzliche Bestimmungen

Ich wende mich nun den gesetzlichen Bestimmungen zu:

Ich stelle fest, dass keine Ehehindernisse vorliegen und

bitte euch zur Abgabe der Ehekonsenserklärung aufzustehen.

Ich frage dich: ..
Willst du die Ehe mit.. eingehen, dann antworte bitte mit einem deutlichen "Ja" .

Ich frage dich: ...
Willst du die Ehe mit ..eingehen, so antworte mit einem deutlichen "Ja" .

Nachdem ihr beide meine Fragen mit einem deutlich "Ja" beantwortet habt, stelle ich fest, dass ihr nun rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Ringschale: Zum äußeren Zeichen eurer Liebe steckt euch bitte die Ringe an.

locker: An dieser Stelle folgt auch der Brautkuss.

Bitte nehmt wieder Platz.


Eintrag im Ehebuch

Ich lese nun den Eintrag aus dem Ehebuch auszugsweise vor:


Sind diese Eintragungen korrekt ?


Zum formellen Abschluss darf ich dich liebe . bitten bei mir Platz zu nehmen und zu unterschreiben.

Dann lieber ., bitte löse dann deine Gattin ab und unterschreibe dann auch.

Danach bitte ich die beiden Trauzeugen zu unterschreiben.

Und auch selbst unterschreiben !!!

In der Zwischenzeit ich spiele das von euch gewünschte Lieblingslied von Bruce Springsteen.
Verabschiedung

Ich überreiche euch nun die Heiratsurkunden und beende meine Rede mit einem auszugsweisen Gedicht von Khalil Gibran , er war ein asiatischer Philosoph, der folgendes zum Thema Ehe, Liebe und Freiheit gemeint hat:

Ich darf das Gedicht kurz vorlesen:

Gestattet einander Freiräume in eurem Beisammensein.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

Liebt einander, aber macht aus der Liebe keine Fessel:
Sie sei eher eine wogende See zwischen den Küsten eurer Seele.

Füllt jeder des anderen Becher, aber trinkt nicht aus einem einzigen Becher.

Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht von demselben Laib.

Singt und tanzt und freut euch zusammen, aber gestattet einander, jeder für sich allein zu sein.
Gerate so- wie die Saiten einer Laute allein sind, auch wenn sie von derselben Musik erzittern.

Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.
Denn einzig die Hand des Lebens kann eure Herzen fassen.

Und steht zueinander , doch nicht zu dicht beeinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen je für sich und -
und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht in des anderen Schatten.


Alles Gute für die Zukunft und beherzigt bitte den Spruch:

"Es gibt viele schöne Spiele zu zweit, aber das einzige Spiel bei dem nur beide Teilnehmer entweder gewinnen können oder verlieren, ist die Ehe".

Ich wünsche euch aus ganzem Herzen, dass ihr beide in eurer Ehe glückliche Gewinner seid.

 
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