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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (942)

Ich darf euch verehrtes Brautpaar und natürlich eure Trauzeugen, eure Familienangehörigen und engsten Freunde hier in Trausaal der Gemeinde ...... nochmals herzlich willkommen heißen!! Wenn ich in die strahlenden Gesichter von Lydia und Oliver schaue, sehe ich nur glänzende Augen. Glänzende Augen natürlich, weil sie heute ihre Hochzeit feiern können. Glänzende Augen aber sicherlich auch darum, weil die wichtigsten Personen in ihrem Leben hier nach Westendorf gekommen sind, um mit ihnen gemeinsam ihre Hochzeit feiern zu können. Ihr habt heute eure eigene Hochzeitskerze mitgebracht. Bevor ich mit eurer Trauung beginne, ersuche ich euch beide diese Hochzeitskerze anzuzünden, als Zeichen für euren gemeinsamen Lebensweg, ab heute als Ehepaar. Liebe Lydia, lieber Oliver! Ihr Beide wollt heute in den Stand der Ehe treten; Ihr seid nach reiflicher Überlegung fest entschlossen, Euer Leben auf die Gemeinschaft auszurichten: gemeinsam wollt Ihr das Leben meistern. Ich darf Euch zu diesem Entschluss meinen herzlichen Glückwunsch aussprechen und möchte dazu ein paar persönliche Worte sagen: Ihr beide habt Euch den heutigen Schritt hierher zum Standesamt sicherlich gut überlegt, denn nun ist die Stunde gekommen, in der Eure Gefühle füreinander auch rechtlich fundiert werden. Natürlich werden Zuneigung und Liebe durch diese Entscheidung weder größer noch kleiner, und natürlich habt Ihr Euch schon vor diesem Tag zueinander bekannt, was Ihr nun hier zusätzlich deutlich macht, ist euer Wille zu einer inneren und äußeren Gemeinschaft auf Dauer. So bedeutungsvoll diese Stunde aber auch für Euer Leben ist, so vermag sie eben nur diese förmlichen Rechtsverhältnisse zu regeln, nicht aber Euer gemeinsames Leben. Liebe Lydia, lieber Oliver! Bei jedem Brautpaar, das vor den Standesbeamten tritt, darf der Standesbeamte die innere Einstellung zu diesem wichtigen Schritt voraussetzen. - Er müsste es auch hinnehmen, wenn es nicht so wäre. - Wer aber, wie Ihr, das Leben bereits kennengelernt hat, sicherlich mit all seinen Licht und auch Schattenseiten. Wer sich, wie Ihr, im Leben behauptet haben, und wer nach ... Jahren gemeinsames Leben sagen kann: ich will dich heiraten, der sagt auch damit, „ich liebe dich „ ich will mit dir meine Zukunft verbringen. - Ein solcher Mensch kennt seine Verantwortung, und es bedarf keines besonderen Hinweises auf den großen Augenblick, den ein Brautpaar hier erwartet und erlebt. Eine wesentliche Grundlage für das Gelingen eurer Ehe darf ich aber für eure gemeinsame Zukunft mitgeben, dass ihr als Ehepartner „einig werden“ nicht mit „gleich werden“ verwechseln. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, beide Begriffe bedeuten in etwa das Selbe. Ihr stimmt sicher zu, dass „gleich werden“ auch anpassen oder sich unterordnen bedeuten kann. Egal, ob sich ein Partner die Unterordnung des anderen erwartet oder ob ein Partner von sich aus versucht, sich bedingungslos anzupassen, das Ergebnis ist immer das gleiche: Die Eigenständigkeit und Selbstständigkeit gehen verloren. Aber gerade unterschiedliche Anschauungen und verschiedene Charaktere machen eine Ehe auf Dauer interessant. Ihr Beide habt aber sicherlich den Vorteil, ihr habt euch die Zeit genommen, um festzustellen, das „einig werden“ nichts mit „gleich werden“ zu tun hat, Ihr habt in dieser Zeit gegenseitiges Verständnis gesucht und gefunden, sowie den festen Glauben und Vertrauen, in der Zukunft das Schicksal g e m e i n s a m zu meistern. Und dieses Schicksal für eure gemeinsame Zukunft begann ........ Gemeinsame Wohnung .... Die gemeinsamen Hobbys wie„ ....... sind für euer gemeinsames Leben sicherlich auch eine große Bereicherung. Wenn ich schon von eurem gemeinsamen Schicksal spreche, denke ich natürlich in diesen Moment an euren gemeinsamen Sohn, an den „Kai“. Durch „Kai“ bekommt diese Eheschließung noch mehr Bedeutung, und durch „Kai“ wurde und ist Euer Leben noch mehr ein gemeinsames Tun und Handeln, wo nicht mehr das „ICH“, sondern vielmehr das „WIR“ und das „DU“ im Vordergrund stehen muss. Wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, ist dieses „ICH“ auf die Seite zu stellen ist nicht immer einfach, denn schnell ist oft ein hartes Wort gesprochen, es verletzt den Stolz und reizt deshalb zur Widerrede. In einer solchen Stunde beweist sich die wahre Stärke nicht durch Trotz - und auf Recht beharrend, sondern durch den ersten versöhnlichen Schritt, der den Weg zum Anderen wieder findet. Ein Sprichwort sagt: Es gehört oft mehr Mut dazu seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben. Liebe Lydia, lieber Oliver ! Der Entschluss heute hierher zu kommen, ist euch sicher nicht schwer gefallen ist, habt Ihr doch das Kostbarste, was es im Leben überhaupt gibt dafür erhalten: Einen Menschen, einen Freund, einen Kameraden, der bereit ist gemeinsam mit dem anderen das Leben zu meistern. Damit kommen wir zur eigentlichen Eheschließung diese erfolgt in der Weise, dass Ihr in Gegenwart zweier Zeugen erklärt, dass es Euer freier und ungezwungener Wille ist, Euch miteinander für das ganze Leben zu vereinen. Ihr wollt Euch heute das Jawort geben und gelobt damit, dass Ihr treue Weggefährten sein wollt, dass Ihr bereit seid alles im Leben miteinander zu teilen, dass Ihr in einer Gemeinschaft zusammenleben wollt, eben in der Gemeinschaft der Ehe. Wenn Ihr gewillt seid, dieses Versprechen vor uns abzugeben, dann bitte ich Euch, meine Frage, die ich jetzt an Euch richten werde, mit einem „JA“ zu beantworten: Kraft meines Amtes als Standesbeamter frage ich dich, lieber Oliver, bist Du gewillt mit deiner Braut Lydia, die Ehe zu schließen, so sprich ein JA. Ich frage auch dich, liebe Lydia, bist Du gewillt mit deinem Bräutigam Oliver, die Ehe einzugehen, so sprich ebenfalls ein JA. Ihr habt nun die Ehe nach den staatlichen Voraussetzungen geschlossen. Ich freue mich aussprechen zu dürfen, dass Ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Ich bitte Euch einem alten Brauch folgend, dies auch äußerlich zu bezeugen, indem Ihr Euch gegenseitig die Ringe ansteckt, als Zeichen Eurer Verbundenheit und Eurer immerwährenden Bereitschaft, füreinander und miteinander leben zu wollen. Für Euch zum Beweis für Jedermann, dass Ihr heute hier in Westendorf die Ehe geschlossen habt, wurde euer Versprechen in das Familienbuch eingetragen. Ich werde euch nun dieses vorlesen und euch und eure Zeugen bitten, dann zu unterschreiben. Liebe Lydia, lieber Oliver! Das „ICH“ und „DU“ zwischen Euch ist damit zum „WIR“ geworden! Und dieses „WIR“ wird in Zukunft immer mehr Bedeutung bekommen, wenn Ihr diese begonnene Lebensgemeinschaft meistern und bewältigen müsst. Denkt immer daran, dass nur zufriedene Menschen glücklich sein können, bemüht Euch darum, selbst ein zufriedener Mensch zu sein. Sucht immer wieder die Gelegenheit, einander Freude und Aufmerksamkeit zu bekunden, und was den heutigen Hochzeitstag betrifft, feiert in immer als Festtag und denkt recht oft an ihn zurück, besonders an die Gedanken und Gefühle die Euch heute bewegen. Und so wünsche ich euch, für den heutigen Tag, für eure gemeinsame Zukunft, viel viel Glück und in diesem Sinne möchte euch zu Schluss ein ..... Die Kerze ….

 
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