logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (947)

Einleitung: Liebe XXX, lieber XXX! Zur heutigen standesamtlichen Hochzeit begrüße ich Euch, liebes Brautpaar und alle Hochzeitsgäste hier im XXXX sehr herzlich. Ihr habt beschlossen ab heute in der Gemeinschaft der Ehe Euer Leben miteinander zu gestalten. „Heute ist EUER Tag“ – und dieses HEUTE beginnt jeden Morgen neu! Heute ist der Tag um glücklich zu sein, um zu leben. HEUTE – der Tag, den Ihr in der Hand habt – macht daraus euren schönsten und besten Tag. Der folgende Text finde ich, passt sehr gut zur Einstimmung und auch zur Besinnung für Euren „schönsten Tag“. Was ich an dir mag! Was ich an dir mag, ist unbeschreibbar ist ein ungeschriebenes Gedicht besser ich beschränke mich aufs Staunen mag dich weiter und erklär dich nicht. Ist es deine Stimme, sind es deine Hände ach – dein ganzes Wesen fesselt mich um dich zu beschreiben, bräuchte es Bände besser sag ich schlicht: Ich liebe dich. Was ich an dir mag, ist ohne Frage auch ein Teil von dem, was in mir ist was ich mir erhoffe, auch was ich beklage, alles, was man an sich selbst vermisst. Manchmal ist`s dein Gang und manches Mal dein Lachen manchmal deine Frechheit, deine Wut. Eins ist nicht genug – was soll ich machen, was ich an dir mag: Du tust mir gut. Ich wünsche Euch, dass ihr auch noch nach vielen Jahren Eurer Beziehung und Partnerschaft immer noch offenen Herzens und spontan zueinander sagen könnt: DU tust mir gut, so wie du dich im laufe unserer Partnerschaft weiterentwickelt hast. Denn wirkliches Leben ist: Bewegung Wandel Veränderung ABER niemals Stillstand. Ihr habt bei eurem Trauungsgespräch erzählt, dass euer Ziel ein gemeinsames Haus ist. Somit wird es bestätigt, auch ihr sucht den Wandel, die Veränderung, bewegt euch gemeinsam in eine Richtung – bleibt also nicht stehen…… Hauptteil I: In uns allen gibt es einen „Liebestank“. – Wir müssen immer darauf achten, dass dieser nicht leer wird. Denn mit einem vollen „Liebestank“ können wir alles leichter und unbeschwerter erledigen, kann man dem Alltag ein wenig entfliehen. Um den idealen Füllstand in unserem Liebestank zu erhalten bzw. diesen wieder aufzufüllen, genügen oft nur wenige Worte: Ich liebe Dich Drei Worte nur: aber welche Aussagekraft – welche Wirkkraft – welche Sprengkraft! Drei Worte nur: aber welches Eingeständnis – welche Offenbarung – welche Vertrautheit? Drei Worte nur: aber welche Zustimmung – welche Ermutigung – welche Erfüllung? Ich liebe Dich: drei altbekannte, wohlvertraute Worte, doch immer wieder neu gesagt und immer wieder neu gefüllt. Die Liebe veraltet nie; sie erneuert sich ständig. Die Liebe ist nicht totzukriegen; sie wird immer wieder neu geboren – selbst in unserer doch oft so lieblosen Zeit. Wir hungern nach Liebe. Ohne Liebe können wir nicht leben. Wir brauchen Menschen, die uns gern haben, die uns annehmen, die zu uns stehen. Und die uns ihre Zuneigung und Liebe auf vielfältige Weise erfahren lassen. Sie begleiten uns ein Leben lang: unsere Eltern, Geschwister, Freunde – nicht zuletzt der geliebte Partner. Sein „Ich liebe Dich“ wiegt alle Lieblosigkeiten des Lebens auf. Hauptteil II: Zeit ist in der hektischen Welt in der wir leben keine Selbstverständlichkeit. Doch für die Bewahrung und Entwicklung Eurer Liebe ist es sehr wichtig für den Partner immer wieder Zeit zu suchen und zu finden. • Zeit für ein gutes Wort • Zeit für Gespräche – auch an weniger guten Tagen sind diese sehr wichtig • Zeit zum verständnisvollen zuhören • Zeit für einen Kuss • Zeit für ein Lächeln Ich wünsche euch, dass ihr immer Zeit füreinander habt, jederzeit „Zeit“ für auch beide, aber auch für euer Kind XXXX. Ihr habt euch schon in der Unterstufe im Gymnasium vor vielen Jahren kennengelernt. Habt bereits geliebäugelt, wie ihr es beschrieben habt. Ward auch mit ungefähr 17 Jahren schon einmal kurz ein Pärchen – aber dann gab es eine 4-Jährige Pause. Im Juni 2004 habt ihr euch dann zufällig in XXXX beim Fortgehen wieder getroffen – und dann hat es für euch gepasst. Gemeinsam habt ihr dann viele Reisen unternommen. Dabei gerne und intensiv Zeit gemeinsam verbracht. Nun ist euer Kind XXX der Mittelpunkt beider Familien. Und auch mit ihm wird gerne gemeinsam ZEIT genossen. Nützt auch in Zukunft die Zeit gemeinsam und gesteht euch trotzdem den nötigen Freiraum zu. Denn in einer harmonischen Partnerschaft darf der persönliche Freiraum nicht fehlen. Auch nach der Trauung ist es wichtig, sich gegenseitig ein gewisses Maß an freie Zeit zuzugestehen, denn jeder Mensch ist eine eigenständige Persönlichkeit, mit Eigenschaften, Vorlieben und Hobbies, die er sich im Laufe der Zeit angewöhnt hat. Es gibt eine nette Kurzgeschichte und da heißt es: Es gab einmal eine junge Frau. Am Vorabend ihrer Hochzeit stand sie neben ihrer Mutter am Berg und beobachtete die Sonne, die am Horizont versank. Da fragte sie ihre Mutter: „Mutter, mein Vater liebt dich noch immer und ist dir immer treu gewesen. Was soll ich tun, damit mein Mann mich steht’s lieben wird?“ Die Mutter schwieg und dachte nach. Dann bückte sie sich, ergriff eine Hand voll Schnee und zeigte sie ihrer Tochter. Ohne etwas zu sagen drückte sie die Finger immer fester um den Schnee – und je fester sie drückte, desto schneller rann er durch ihre Finger. Als sie die Hand öffnete klebten nur noch einige wenige Schneesterne daran. Sie bückte sich noch einmal um eine Hand voll Schnee. Diesmal hatte die Mutter ihre Hand wie eine kleine Schale aufgehalten. Dort häuften sich die Schneesterne und schimmerten herrlich im Licht der Sonne. „Das ist meine Antwort“, sagte die Mutter. Nützt auch in Zukunft die Zeit gemeinsam und gesteht euch den notwendigen und gewünschten Freiraum zu. Hauptteil III: Damit euer Glück von Dauer ist, müsst ihr einfach immer wieder an eurer Beziehung arbeiten. Zum Thema arbeiten an der Beziehung möchte ich eine kleine Geschichte erzählen: Ein junger Mann hatte einen Traum: Hinter der Ladentheke sah er einen freundlichen Verkäufer. Hastig fragte er ihn: „Was verkaufen Sie mein Herr?“ Der Verkäufer gab ihm gelassen zur Antwort: „Alles was sie wollen!“ Der junge Mann sagte: „Dann hätte ich gerne:  Eine Frau, die mich immer liebt und versteht und auf die ich mich verlassen kann,  eine glückliche Ehe bis zu unserem Lebensende,  gute Freunde, die uns auf unserem Lebensweg begleiten,  und, und, und, .... Da fiel ihm der Verkäufer ins Wort und sagte: Entschuldigen Sie junger Mann. Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen hier keine Früchte, wir verkaufen hier nur den Samen. Früchte gedeihen erst, wenn gesät ist und darauf geachtet wird. Liebe XXXX, lieber KXXXX, ihr beide habt schon gesät, und zwar in Form von Freundschaft, Liebe, Sympathie und Zuneigung. Daraus wuchs die Liebe, und diese bewirkte den Entschluss zu heiraten. Liebe ist eine wichtige, unverzichtbare Frucht in der Ehe, die unaufhörlich wächst, die nie ganz ausreift und nie erschöpft, wenn sie täglich aufs neue Nahrung bekommt.  Liebe erblüht: wenn man sich immer wieder Zeit füreinander nimmt, fragt wie es meinem Partner geht.  Liebe erblüht: wenn Wünsche, Träume gesagt werden dürfen  Liebe erblüht: beim gegenseitigen verzeihen oder beim Versuch zu gegenseitigen Verzeihen. Es ist nicht immer leicht aber unbedingt notwendig.  Liebe erblüht: wenn Schwierigkeiten und Probleme gemeinsam gelöst werden, denn geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich schenke euch heute diesen Samen, dann könnt ihr vielleicht nächstes Jahr im Frühling sagen: : Oh, es blüht! Ja, eure Liebe blüht! Ehekonsens: Irgendwann war es soweit: Euch beiden wurde deutlich, dass es mehr ist als Freundschaft oder Zuneigung, mehr als Sympathie oder Verliebtsein, was euch verbindet. Irgendwann habt ihr festgestellt, dass es Liebe ist. Wie die Liebe entstand? Ihr habt sie nicht geplant. Ihr habt nicht daran gearbeitet. Ihr habt sie vielleicht nicht einmal gewollt. Sie überfiel euch und plötzlich wurde alles anders. Schwieriges wurde leicht und Sinnloses wurde mit Sinn erfüllt. Eine neue Welt öffnet sich für jeden von euch. Ihr habt euch auf die junge Liebe eingelassen, manchmal völlig unbeschwert und dann wieder voller Vorbehalte. Manchmal habt ihr nur den Augenblick gesehen und ein anderes Mal schautet ihr fragend in die Zukunft. Und dann habt ihr eine Entscheidung getroffen für das Leben von euch beiden: Ihr wollt für alle Zeit zusammenbleiben. Ihr wollt miteinander Leben und füreinander kämpfen. Ihr wollt auf eure Liebe vertrauen und an ihr arbeiten. Und ihr wollt es allen sagen: Schaut her, wir gehören zusammen! ....Schaut her, wir gehören zusammen......Und durch euer JA-Wort – dass ihr euch nun schenkt – werdet ihr auf eine ganz besondere Art und Weise zusammen gehören. Ich bitte euch nun aufzustehen!!! Ich bitte, die Fragen, die ich nach dem Gesetz an euch zu richten habe, aus innerer Freiheit heraus zu beantworten. Ich frage Dich, XXXXX, ist es dein freier und ernster Wille mit XXXXX die Ehe einzugehen, so antworte bitte „JA“. Ich frage auch dich, XXXXX, ist es dein freier und ernster Wille mit XXXXX die Ehe einzugehen, so antworte bitte „JA“. Ihr habt euch nun das JA-Wort gegeben und es freut mich aussprechen zu können, dass ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Als äußeres Zeichen eurer Verbundenheit wollt ihr nun die Ringe wechseln. Brautpaar sagt sich folgendes: Ich nehme dich an wie du warst Ich nehme dich an wie du bist Ich nehme dich an wie du wirst Ich lasse dich in mein Herz Lied Ehebuch: Euer Versprechen, nunmehr in einer Gemeinschaft der Ehe leben zu wollen, ist im Ehebuch der Marktgemeinde XXXXX von mir eingetragen worden. Dieses will ich jetzt auszugsweise vorlesen und anschließend bitte ich Euch und Eure Trauzeugen zu unterschreiben. • Ehebuch vorlesen • Brautpaar unterschreiben • Trauzeugen unterschreiben • ich unterschreibe Schluss: Liebes Ehepaar XXX! Ihr habt mir bei unserem Trauungsgespräch gesagt, dass ihr gerne gut eßt, echte Genussmenschen seid und auch XXX ganz gerne kocht. Daher passt dieses Rezept für eheiches Glück ganz gut, als Abschluss für eure standesamtliche Trauung: Man nehme die Liebe zweier Menschen und vermische sie mit zwei Kilo Hoffnung. Dann gebe man hinzu: - ein Kilo Vertrauen, - eine größere Menge Vergebungsbereitschaft - einige Spritzer kleiner Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten, - ein gutes Pfund Güte, - eine große Portion Humor, - 100 Gramm Selbstverwirklichung, - ein Kilo Nachsicht und vermenge alles miteinander. Um einen faden Geschmack zu vermeiden, gebe man eine Prise Verrücktheit und einen großen Schuss Kreativität hinzu. Natürlich darf eine große Portion Geduld nicht fehlen. Das Ganze ist mit gleichmäßiger Wärme auf kleiner Flamme zu backen. Von diesem Ehekuchen braucht ihr jeden Tag nur ein kleines Stückchen zu essen, damit eure Ehe glücklich wird. Ich wünsche Euch eine glückliche und erfüllte Ehe, voller Hoffnung – die euch zusammengeführt hat, und voller Vertrauen, denn ohne Vertrauen kann keine Ehe bestehen. Ist es nicht sogar das Fundament, zusätzlich natürlich zur Liebe?“Ich traue dir, ich traue mich dir an!“ – nicht nur im hochbeglückten Gefühl am Hochzeitstag, sondern gerade im Alltag. Deshalb ist die Vergebungsbereitschaft eine wichtige Voraussetzung. Da braucht man die vielen kleinen Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten, die Tag für Tag nötig sind, um die Ehe und die Liebe zu leben. Zur Ehe gehören auch Güte und Humor; mit einem Schuss Humor wird es nicht so tierisch ernst und machen Situationen lassen sich leichter meistern. Ein Stück Verrücktheit ist wichtig, weil ja die Liebe viele Dinge „ver-rückt“. Um aus dem Alltag zu entfliehen, braucht es immer wieder einen Schuss Kreativität, um miteinander neue Formen und Wege zu suchen und zu versuchen. Dann heißt es in dem Rezept weiter: Das Ganze ist mit gleichmäßiger Wärme auf kleiner Flamme zu backen: Nicht die große Leidenschaft, sondern die beständige alltägliche Liebe und Freundschaft ist es, die eine Ehe auf Dauer erhält. Ich wünsche euch von ganzem Herzen für euren gemeinsamen Eheweg – für euer Eheleben, dass ihr immer wieder dieses Rezept „nachkocht“ und es immer gelingen möge! Ich darf euch nun als Erste gratulieren!
 
zurück zur Übersicht