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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (954)

Liebes Brautpaar, liebe Trauzeugen, geschätzte Gäste. Ich heisse Sie alle ganz herzlich willkommen in unserem Trauzimmer in X. Ganz speziell begrüsse ich das Brautpaar, die Frau X und den Herr X. Sie beide wollen sich heute Ihr JA-Wort geben und somit ein neues Kapitel in Ihrer gemeinsamen Geschichte aufschlagen. Sie haben auch Ihre Trauzeugen mitgebracht, die Frau X und den Herr X. Sie beiden haben heute auch eine ganz besondere Aufgabe, denn Sie werden das Eheregister mitunterzeichnen und bezeugen mit Ihrer Unterschrift, dass Sie das JA-Wort des Brautpaares gehört haben. Mein Name ist X. Ich bin Zivilstandsbeamtin beim Zivilstandsamt X und freue mich sehr, Ihre Ziviltrauung durchführen zu dürfen. Liebes Brautpaar, das Eherecht ist im schweizerischen Zivilgesetzbuch im zweiten Teil des Familienrechts geregelt. Das ganze Werk umfasst über 200 Gesetzesartikel. Selbstverständlich werde ich Ihnen diese heute nicht alle vorlesen. Was aber immer wieder im Gesetz erwähnt wird, ist das Wort „gemeinsam“. Gemeinsam weitergehen, gemeinsam nach vorne blicken. Den Entschluss, sein Leben miteinander zu teilen, ist ein Aufbruch zu einem neuen Ufer, ein Schritt ins Glück, aber auch in die Ungewissheit. Denn was das Leben einem bringt, das weiss niemand so genau. Doch wer sich und auch seinem Partner resp. seiner Partnerin etwas zutraut und Vertrauen schenk, kann auch das gemeinsame Glück schmieden. Denn nur wer etwas wagt, kann auch etwas gewinnen. Die Ehe kann auch mit einer Flossfahrt verglichen werden. Auf einer Flossfahr kann es aufregende, schöne, schwierige aber auch gefährliche Situationen geben. Streckenweise kann man die Fahrt geniessen und sich einfach treiben lassen. Manchmal benötigt man aber auch ein etwas grösserer Einsatz. Aber ich bin überzeugt, dass keine Strömung zu stach, kein Hindernis zu gross und kein Fluss zu lang sein wird, wenn man gemeinsam daran arbeitet. Ähnlich funktioniert es auch im Leben: Es gibt schöne und schwierige Stunden und Situationen. Die schwierigen werden gemeinsam am besten gemeistert und die Höhen vom Leben sind ganz besonders schön, wenn man sie gemeinsam geniessen kann. Jetzt ist es bald soweit und das Brautpaar wird sich das Ja-Wort für einander aussprechen. Es ist ein kleines Wort, welches wir alle tagtäglich brauchen. Doch das heutige Ja von der Frau X und dem Herr X ist etwas ganz besonderes. Es ist ein Ja für den Mensch, der neben Ihnen sitzt, ein Ja zu seinen guten wie auch schlechten Seiten, zu einen Talenten wie auch zu seinen Schwächen. Und wie hat Albert Camus einmal so schön gesagt; Einen Menschen zu lieben heisst, einzuwilligen mit ihn alt zu werden. Mit diesen Worten möchte ich Sie nicht mehr länger warten lassen und wir kommen zum eigentlichen Trauungsakt. Darf ich das Brautpaar und die Trauzeugen bitten, dafür aufzustehen? Ich frage Sie zuerst Frau X, möchten Sie mit dem Herr X. die Ehe schliessen? Und ich frage Sie Herr X, möchten Sie mit der Frau X die Ehe schliessen? Da Sie beide meine Frage mit Ja beantwortet haben, stelle ich fest, dass Ihre Ehe durch die beidseitige Zustimmung geschlossen wurde. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben noch Ihre Ringe mitgenommen und diese sind eigentlich ein typisches Symbol für die Ehe. Ringe haben kein Anfang und kein Ende, sie bedeuten damit Ewigkeit, Unvergänglichkeit, Treue und Verlässlichkeit. Ringe verbinden Unterschiedliches, sie bedeuten Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, Bindung an jemand anderen trotz aller Verschiedenheit. Sie dürfen jetzt gerne Ihre Ringe tauschen. Um Ihr Ja-Wort auch noch schriftlich festzuhalten, werden wir nun noch das Eheregister unterschreiben. Dafür bitte ich Sie, wieder Platz zu nehmen. Bitte kontrollieren Sie zuerst, ob noch alles richtig ist. Herr X und die beiden Trauzeugen dürfen so unterschreiben, wie sie sich gewohnt sind und die Frau X darf mit Ihrem neuen Namen unterschreiben. Gerne gebe ich Ihnen noch ein paar Sachen mit auf den Weg. Als erstes darf ich Ihnen als kleine Erinnerung an den heutigen Tag im Names des Zivilstandsamtes den Tintenroller schenken, mit diesem haben Sie das Eheregister unterzeichnet. Dann gebe ich Ihnen noch den Familienausweis mit, welchen Sie bei uns bestellt haben. Ihre Trauung möchte ich gerne mit einem Gedicht abschliessen… Einander nahe sein, ohne sich nahe zu treten... ... sich täglich sehen, ohne alltäglich zu werden... ...Eins sein und doch Zwei bleiben... ...sich auseinandersetzen. Und sich wieder zusammensetzen... ...Hand in Hand, Seite an Seite, Herz an Herz... ...in guten wie in schlechten Zeiten... ein Leben lang! Jetzt bleibt mir nur noch Ihnen beiden nochmals ganz herzlich zu gratulieren! Ich wünsche Ihnen alles Gute und viele glückliche Stunden auf Ihrer gemeinsamen Flossfahrt. Alles Gute für die gemeinsame Zukunft!
 
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