logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (957)

Liebe …………………….., lieber ……………….! Geschätzte Trauzeugen! Liebe Eltern, Freunde Verwandte und Bekannte! Ich darf Sie hier alle in ……………… sehr herzlich willkommen heißen. Wir wollen heute hier gemeinsam zwei junge Menschen in den Familienstand der Ehe begleiten. Ihr beide habt ordnungsgemäß das Aufgebot in der großen Bundeshauptstadt Wien bestellt und es wurde auch geprüft, ob alle rechtlichen Erfordernisse für die heutige Eheschließung erfüllt wären. Das war ja nicht so einfach. Ein Vorarlberger und eine Kärntnerin bestellen in Wien beim Standesamt 5 Wien-Margareten das Aufgebot. Die ersten gemeinsamen administrativen Hürden wurden dabei bewältigt. Die rechtlichen Erfordernisse waren somit erfüllt und somit steht der heutigen Eheschließung rechtlich gesehen nichts mehr im Wege. Jedoch zu einem guten Start in die Ehe gehört wohl etwas mehr als nur die rechtliche Grundlage! Denn ebenso bedeutend, wenn nicht noch wichtiger, ist der private Teil, den du liebe …………. und du ……………, selbst für Eure Eheschließung beitragen müsst. Denn hättet ihr beide nicht einander kennen gelernt und Zuneigung füreinander empfunden, so wurden wir heute nicht hier in freudiger Erwartung versammelt sein, um miteinander den Startschuss für eure gemeinsame Zukunft abzugeben. Wann immer ein Mensch seinen bisherigen Beruf aufgibt, um einen neuen zu erlernen, dann erfordert dieser Schritt die völlige Umstellung der bisherigen Lebensgewohnheiten. Wird ein solcher Wechsel aus freien Stücken gewählt, dann ist die Eingewöhnung in die neuen Aufgaben und die neue Umgebung wahrscheinlich nicht allzu schwer! Trotzdem bedeutet dieser Schritt aber für den einzelnen, viele vertraute und geliebte Gewohnheiten aufzugeben. Auch du, …………… und …………………, steht heute an einem ähnlichen Wendepunkt, der Euer bisheriges Leben verändern wird, ein Leben, dass ihr bisher gewöhnt wart, nach euren eigenen Wünschen und Vorstellungen zu führen. Trotzdem habt ihr beide euch entschlossen, euer bisheriges Leben mit dem Leben des anderen zu verbinden. Dieser Entschluss ist euch sicher nicht schwer gefallen, erhält ihr dafür doch das Wertvollste, was es im Leben überhaupt geben kann, nämlich: einen Vertrauten, einen Freund, einen Partner, der von nun an mit Euch durchs Leben gehen will. Wie sprachen schon die alten Römer:“ ubi bene ibe patria“ Dort wo ich mich wohl fühle, dort finde ich auch meine Heimat, oder dort bin ich zu Hause. Ihr also, liebe Brautleute, habt in unserer manchmal doch recht hektischen und schnelllebigen Zeit einander gefunden, um von nun an miteinander einerseits fröhliche und glückliche, andererseits jedoch auch traurige und schwierige Stunden zu meistern. Albert Camus (1913-1960), ein bekannter französischer Schriftsteller hat die Liebe einst folgendermaßen umschrieben: Einander lieben heißt einwilligen, miteinander alt zu werden. Alt zu werden, liebe Anwesende, ist kein persönlicher Verdienst, wohl aber die Bedingung einzugehen, miteinander alt werden zu wollen. Und dies wiederum bedeutet einzuwilligen, alle Höhen und Tiefen des Lebens, alle Zeit gemeinsam zu meistern. Zwei junge Menschen legen heute hier den Grundstein für einen langen gemeinsamen Lebensweg. Gestaltet – und das ist auch richtig so, eure Ehe so, wie ihr es für richtig empfindet. Niemand, auch ich nicht als euer Standesbeamter kann euch , liebe Uschi und Albert, ein Rezept mitgeben, dem ihr entnehmen könnt, wie man die beste und harmonischste Ehe führen kann. Gott sei Dank gibt es keine Patentlösungen für die Ehe, weder von mir, noch von jemandem sonst. Erlaubt mir jedoch, euch noch eine grundlegende Überlegung für eure Ehe mitzugeben. Versucht gemeinsam, euch auf ernste und wichtige Dinge in eurer Ehe zu konzentrieren und vermeidet es, nebensächliche und geringfügige Ereignisse über zu bewerten. Bewahrt Abstand zu unwichtigen Dingen und seid Kleinigkeiten gegenüber großzügig. Vielleicht gelingt es Euch in euerer Ehe so zu handeln, wie der „kleine Prinz“ (1943) im gleichnamigen Buch von Antonie de Saint Exupery (1900-1944) Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar Fürs erste, so meine ich, könnte dies reichen – mit dem gut gemeinten Vorsatz: verliert nie den Humor! Nun könnte ich noch einiges erwähnen und stundenlag philosophieren, aber es ist wesentlich reizvoller für Euch beide, selbst herauszufinden, was noch alles in einer Ehe steckt, und so wollen wir diese, eure Ehe nun schließen. Ich bitte Euch, das Brautpaar und die Trauzeugen, sich von den Plätzen zu erheben. An euch beide, liebe Brautleute richte ich nun einzeln und nacheinander die Frage, ob ihr die Ehe miteinander eingehen wollt. Und in Zeiten der Emanzipation ist es üblich, dass ich zuerst den Bräutigam frage: Herr ……………………………….., ist es dein eigener und unbeirrter Wille, mit der hier anwesenden Frau ……………………….., die Ehe einzugehen, so antworte mit einem lauten und deutlichen Ja Nun frage ich auch dich, liebe Braut: Willst auch Du, Frau ……………………………., aus freiem und eigenen Willen mit dem hier anwesenden, neben dir stehenden Herrn ……………………..………………………die Ehe schließen, so antworte auch du mit einem lauten und deutlichen Ja. Nachdem ihr beide soeben vor mir und euren Trauzeugen meine Frage mit ja beantwortet habt, spreche ich nun Kraft meines Amtes aus, dass ihr rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Der Ring ist das Sinnbild des in sich geschlossenen, der Einheit und der Treue. Nehmt diese kleinen goldenen Reifen zum Zeichen eurer Verbundenheit, eurer immer währenden Bereitschaft füreinander und miteinander leben zu wollen. Ich darf euch nun bitten, zum äußeren Zeichen eurer Verbundenheit, die Ringe zu tauschen. Der Ring am Finger soll euch immer daran erinnern, dass Ihr mit eurem heutigen Ja-Wort versprochen habt, miteinander durchs Leben zu geben. Für euch beide, für eure Nachfahren und zum Beweis für jedermann, dass ihr heute hier nach gesetzlicher Vorschrift geheiratet habt, wird euer ernstes Versprechen nun in das Ehebuch eingetragen. Dazu möchte ich euch, liebe Eheleute und die Trauzeugen zur Unterschriftsleistung bitten. Eine bedeutungsvolle Stunde geht hiemit zu Ende. Ein neuer Lebensabschnitt hat seinen Anfang genommen. Zu diesen schönen und neuen Aufgaben werden euch heute noch viele Menschen Glück wünschen. Bevor ich Euch nun als einer der ersten gratulieren darf, gebe ich euch auf euren weiteren Lebensweg noch ein Zitat mit, nämlich vom guten alten Geheimrat Wolfgang von Goethe: Im Ehestande, da muss man sich manchmal streiten, denn so erfährt man was vom anderen. Mit diesen weisen Worten darf ich die standesamtliche Trauung nun beenden und Euch noch zur Erinnerung an den heutigen Tag diese Trauungsmappe überreichen.
 
zurück zur Übersicht